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Aufbauarbeiten im Fahrerlager in Spielberg.
 

Formel 1: Teams dankbar über geräumiges Fahrerlager

Nach dem Operieren auf engstem Raum in Monaco und Montreal ist in Spielberg ist endlich wieder Platz für die mächtigen Motorhomes.

19.06.2014 APA

Nirgendwo in der Formel 1 ist so wenig Platz im Fahrerlager wie in Monaco und Montreal. In Österreich können die Teams wieder aufatmen – Denn in Spielberg ist wieder „Platz“ und damit auch Raum für die mächtigen Motorhomes, die bei den Europarennen die „Skyline“ im Fahrerlager dominieren. Auf den mächtigsten Glaspalästen sitzen Mercedes, McLaren, Red Bull und Ferrari.

Mercedes, McLaren, Ferrari Red Bull Top-Adressen im Fahrerlager

Der Begriff „Motorhome“ geht zurück auf die Zeiten, als die Formel 1 noch fast ausschließlich in Europa stattfand und Piloten und Teams mit komfortablen Campingbussen durch die Lande zogen. Heute reisen die Fahrer ausschließlich im Jet und schlafen in Hotels, im Fahrerlager stehen nun Millionen teure, auf Hochglanz polierte, glänzende und bis zu dreistöckige „Hochhäuser“, die auf mehreren hundert Quadratmetern Platz für Gastfreundschaft, Party und Arbeit bieten. Die Top-Adressen im Fahrerlager sind wie auf der Strecke Mercedes, McLaren, Ferrari und Hausherr Red Bull.

Energy Station für Publikumsnähe

Die Österreicher von Red Bull haben vor zehn Jahren mit ihrer innovativen Energy Station für Furore gesorgt, weil sie eine Open-House-Politik einführten und so ihr Team der Öffentlichkeit möglichst nahe brachten. Der Erfolg hat dazu geführt, dass man mittlerweile etwas strikter geworden ist, um die Qualität zu halten. Den stärksten Auftritt im Jahr hat Red Bull stets in Monaco. Während Mercedes und Co. ihre Kunststoff-Metall-Glaspaläste auf die Hafenpromenade quetschen, lassen die Österreicher ihre Energy Station dort einfach in Originalgröße auf einem Floß errichten und in den Hafen schleppen.

35 Meter lange Energy-Station in Spielberg

Geteilt wird der Platz von Red Bull auch in Spielberg brüderlich mit Toro Rosso, dem zweiten Team von Dietrich Mateschitz. Deshalb ist die Energy Station im Fahrerlager des Red Bull Rings in Spielberg gut 35 Meter lang.

2 Konzepte für Motorhomes

Aufgebaut sind die heutigen Motorhomes nach zwei Konzepten. Bei den „Großen“ ist das Erdgeschoß quasi der öffentliche Bereich, meist im Kaffeehaus-Stil. Hier finden auch Pressekonferenzen und Arbeitssitzungen statt. Dahinter liegen die Küche sowie Arbeits- und Ruheräume für Fahrer und Teammitglieder. Im ersten Stock haben meist nur noch geladene VIP-Gäste Zutritt. Und die Dachterrasse steht dann fast durchwegs nur noch den VVIP’s offen. Hier verfolgen Mateschitz und Co. die Rennen, wenn sie vor Ort sind. Ein „Rooftop“ hat auch Mercedes, während McLaren seinen Hightech-Chrom-Stil auch beim Motorhome durchzieht. Am komplett spiegelverglasten Gebäude, das auch auf dem Mars stehen könnte, ist von außen nicht zu erkennen, was im Inneren vorgeht. Ein offenes Dach fehlt aber. Offenbar rechnet man als Brite nicht mit Schönwetter.

Aufwändige Bauten on the road

Verfügen McLaren, Mercedes, Red Bull und Ferrari über konkrete Gebäude aus einem Stück, die zerlegt von mehreren Riesen-Trucks von Rennen zu Rennen gefahren und dort in einer bis zu dreitägigen Prozedur auf- und wieder abgebaut werden, verfolgen andere Teams ein anderes Konzept. Dabei werden wie bei Sauber oder Williams die Seitenteile von Bussen gebildet, dazwischen wird eine fixe Hospitality hoch gezogen. Das ergibt zwar in Summe nicht ganz so viel Platz, aber doch genug, um Gäste zu verwöhnen. Lotus setzt beim „Bungalow-Stil“ auf besonders breit und hat gleich zwei Hospitality-Areale zwischen den beiden Bussen errichtet. Das Kräfteverhältnis auf der Straße spiegelt sich auch im Fahrerlager wieder. Die am Ende der Straße stehenden Gaststätten von Marussia oder Caterham sind deutlich kleiner. Bei den Übersee-Rennen verzichten die Teams auf die Mitnahme der mächtigen Hospitalitys, dort müssen die Teams mit vorhanden Strukturen auskommen. Das passt auf der hypermodernen Strecke in Abu Dhabi sehr gut, in Kanada aber kommt man auf der engen Insel Notre Dame über eine bessere Zeltstadt nicht hinaus. Das ist nun Geschichte, in Österreich ist wieder ausreichend Platz.

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