© Bild: APA/PHILIP PLATZER/RED BULL CONT
 

Formel 1: Spielberger Fahrradkonzept im Test

Einfacher Verleih um fünf Euro je Stück – Bis zu 15 Kilometer von „Park & Bike“-Plätzen zum Ring

18.06.2014 APA

1.000 Fahrräder, ein Konzept und hoffentlich trainierte Wadl: Am Mittwoch vor dem Grand Prix von Österreich standen die City-, Mountain- und E-Bikes bei den Gemeinden rund um den Red Bull Ring bereits zum Verleih bereit und die APA hat auch gleich eines getestet. Fazit: Der Verleih ist unkompliziert, die Räder in Schuss, die Wege teilweise aber ähnlich einer Radausfahrt.

Mehr als 35 teilnehmende Gemeinden

Mittwoch, 8.00 Uhr früh: Gastwirtin Gerti organisierte mit einem Anruf in der Gemeinde Kobenz zwei Spielberg-Fahrräder für ihre Gäste. Nach nur einer Minute Gespräch war die Sache geklärt und los ging es zum Gemeindeamt, wo die Bikes abzuholen waren. Egal ob Einheimische, Wirte oder Touristen, jeder kann sich bei mehr als 35 Gemeinden im Murtal die von Dietrich Mateschitz kostenlos zur Verfügung gestellten Räder ausleihen.

Gemeinde für Verleih-Organisation, Unterbringung und Wartung verantwortlich

Helmut Zechner, Amtsleiter der Gemeinde Kobenz, hat erst am Dienstag „seine“ 18 Bikes bekommen und bereits zwölf waren reserviert. „Es ist von der Zeit her schon ein bisserl knapp, aber wir haben gestern noch schnell Schlösser montiert, nun können sie vergeben werden“, erklärte er im APA-Gespräch. Damit alles mit rechten Dingen zugehe, habe jede Gemeinde eine „Übergabevereinbarung“ mit Mateschitz‘ „Werkberg“ unterzeichnet. Für die Verleih-Organisation, Unterbringung und Wartung sei nun die Gemeinde verantwortlich: „Wir freuen uns, dass frischer Wind in die Region kommt und wo gibt es denn schon sonst so eine Investition eines Privaten“, meinte Zechner.

Verleih-Kosten: 5 Euro pro Stück für unbegrenzte Zeit

Gerti musste für die Übernahme von zwei Rädern je 30 Euro Kaution hinterlegen und angeben, wann sie die Bikes wieder der Gemeinde zurückbringt. Da sie nicht fremd ist, muss sie keinen Ausweis vorlegen, ansonsten werden aber die Daten notiert. „Manche Gemeinden behalten sich auch einen Ausweis als Pfand ein“, erklärte der Amtsleiter. Davon habe man in Kobenz aber abgesehen: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Leute mit dem Vorsatz kommen, die Räder zu stehlen.“ Werden die Bikes wieder zurückgebracht, werden von den 30 Euro je Rad wieder 25 Euro rückerstattet. Damit kostet der Verleih – egal für wie viele Tage – nicht mehr als fünf Euro pro Stück.

Optisch „süße“ Bikes

Dass die Räder durchaus Sammlerwert bekommen könnten, zeigte Gertis Reaktion, als sie die Räder zum ersten Mal sieht: „Sind die nicht süß? Ich würde mir das sofort als mein sechstes Rad behalten“, schwärmte die passionierte Radfahrerin. Tatsächlich sind die Bikes optisch schön anzusehen: großteils in weiß gehalten mit Spielberg-Aufklebern. Am Rahmen ist eine Nummer zu finden, denn die Räder sind alle codiert, damit sie wieder eindeutig zugeordnet werden können. Die Anzahl der in den Gemeinden zur Verfügung stehenden Räder variiert von 80 in Spielberg bis hin zu weniger als zehn in kleinen und weiter entfernten Kommunen wie etwa Bretstein.

Markierung für Überblick empfohlen

Zechner empfahl den Radfahrern trotz der Nummer eine deutliche Markierung mit einem Tuch oder einer Fahne: Denn wenn die 1.000 Räder zusammen mit unzähligen privaten Bikes am Rennwochenende am Rad-Parkplatz direkt vor der Einfahrt zum Ringgelände abgestellt werden, könnte die Suche vor dem Heimweg länger dauern. Der eigens für Fahrräder eingerichtete Parkplatz auf einer großen Wiese vor dem Ring war am Mittwoch noch verwaist. Daher waren die Haltevorrichtungen in Form von robusten Metallböcken in rot noch deutlich zu sehen. Am Sonntag dürften diese wohl zwischen den Fahrrädern verschwinden.

„Park & Bike“-Plätze zum „Umsatteln“

Wer mit dem eigenen Bike auf dem Autodach anreisen will, kann für das „Umsatteln“ drei sogenannte „Park & Bike“-Plätze nutzen. Einer liegt bei der „Grünen Lagune“ (ein Badeteich in Eigentum von Mateschitz, Anm.) in Ritzendorf und ist knapp 15 Kilometer auf Radwegen vom Ring entfernt. Das entspricht für manche wohl schon einer Sonntagsausfahrt. Mit weniger als zehn bzw. weniger als acht Kilometern liegen die Plätze in Weißkirchen und Großlobming deutlich näher am Ringgelände.

Vormontierte Schlösser

Während die Schilder für die Autofahrt hin zu den „Park & Bike“-Plätzen schon vor Tagen aufgestellt wurden, fehlten am Mittwoch noch die Wegweiser für die Radstrecken. Einige Straßensperren und Einbahnen kommen am Freitag im Stadtgebiet von Knittelfeld und Spielberg ebenfalls noch hinzu. Danach sollte der richtige Weg mit dem Rad zum Ring einfach zu finden sein. Wer mit seinem privaten Rad kommt, darf nicht auf ein Schloss vergessen. An den nagelneuen Spielberg-Bikes sind bereits Schlösser vormontiert.

  • Maggie

    Die Idee mit den Rädern anreisen, finde ich innovativ, aber wie sieht es mit Radabstellanlagen aus? Da ja sehr oft Räder entweder beschädigt oder schlimmer noch, gestohlen werden können.

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