Formel 1 Rennautos beim GP von Australien
Der neue Sound erhitzt die Gemüter.
 

Formel 1: Zu leise, zu „erbärmlich“. Der neue F1-Sound

Der neue Formel 1 Sound erzürnt die Veranstalter und vor allem die Fans. Juristische Schritte von Veranstaltern werden nicht ausgeschlossen.

18.03.2014 APA

Einige Veranstalter sind über den neuen Formel 1 Sound äußerst verärgert, die neuen Motoren sind ihnen zu leise. „Es ist klarer Vertragsbruch“, klagte Australien-Chef Ron Walker nach dem Auftaktrennen in Melbourne gegenüber der Zeitung „The Age“, dass der matte Sound der neuen 1,6-Liter-Turboaggregate ein Geschäftsrisiko darstelle. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat Verständnis für die Sorgen.

Klagen über erbärmlichen Formel 1 Sound

Der Brite hat schon vor der Einführung wenig von der neuen und gegenüber den V8-Triebwerken deutlich leiseren Motorengeneration gehalten. „Es macht mich traurig jetzt zu erleben, dass ich recht hatte“, sagte Ecclestone. Am Montag nach dem Australien-Grand-Prix meldeten sich einige Veranstalter bei Ecclestone mit ähnlichen Befürchtungen. Luca di Montezemolo habe noch nie so viele Emails mit Klagen über den erbärmlichen Sound erhalten, berichtete Ecclestone nach einem Telefonat mit dem Ferrari-Chef.

Verantwortlicher des GP Australien erwägt juristische Schritte

„Das ist nicht das, wofür wir bezahlt haben“, polterte Walker, Chef der Australian Grand Prix Cooperation (AGPC) und kündigte eine „Änderung“ an, notfalls sogar juristisch. Man befürchtet, dass zu wenige Zuschauer angelockt werden könnten, damit zu wenige Eintrittskarten verkauft werden und damit finanzielle Einbußen drohen.

McLaren Mercedes Motor

McLaren Mercedes schraubt am Motor © Bild: AFP / Getty Images / Paul Crock

Neuverhandlungen möglich

Letztlich würden damit auch die Teams weniger Geld erhalten, warnte Ecclestone. Er könne nicht ausschließen, dass die Veranstalter die Formel-1-Verträge nun neu verhandeln wollen würden. Selbst wenn es keine rechtlichen Ansatzpunkte gebe, müsse man die Situation auch von der moralischen Seite her sehen. „Wenn du Erdbeermarmelade kaufst und Erdnussbutter bekommst, bist du verärgert.“

Staubsauger fährt mit

Auch bei den Fahrern stößt der Sound der neuen Motoren auf wenig Gegenliebe. Weltmeister Sebastian Vettel sprach etwa von einem „Staubsauger im Hintergrund“. Man muss allerdings auch wissen, dass die australischen Organisatoren jedes Jahr mit der Regierung um das sehr beliebte, aber schwer defizitäre Rennen verhandeln. Walker: „Man muss Nachfrage schaffen und ein Teil davon ist, dass die Leute das Geräusch von Rennwagen lieben.“

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  • thomas

    Neuer Sound: erbärmlich. Es sind kastrierte Staubsauger.
    Ich habe für eine Erlebniskulisse bezahlt, diese hat es nicht gegeben. Da sind ja noch die GP2 – Autos um Klassen besser.
    Lehre daraus: hinausgeschmissenes Geld und keine weiteren Besuche eines Grand Prix mehr.
    Habe früher 2 Grand Prix am A1-Ring besucht, war jedesmal ein tolles Erlebnis.

  • kurt sencar

    Lieber raini
    Man muß immer das ganze sehen und nicht nur bis zum rand deiner sicherlich supertollen unschlagbaren techniker freak schirmmütze. Wie schon gesagt „seifenkistenrennen“

  • Reini

    Ich kann das Gejammere über den Sound der neuen F1 nicht mehr hören. Ich habe des öfteren F1 Rennen besucht und um nicht taub zu werden habe ich mich mit schwerem Gehörschutz ausgerüstet. Und wenn mir jemand erzählt, dass die 8 Zylindermotoren mit der 180° Kurbelwellen (pro Auspuff kommt ein 4 Zylinderjohlen raus) gut geklungen haben, der muss wohl in Monza bei der Unterführung unter der Steilkurve zu lange ohne Gehörschutz gestanden haben. Wenn was gut geklungen hat, dann war das zuletzt 1995 der Ferrari 12 Zylinder, sollte sich jemand von den angeblich so echten Fans daran noch erinnern.
    Ich denke es war eine richtige Entscheidung in die moderne Technik des Downsizing und der Hybridisierung einzusteigen, sollten unter der Raunzern echte F1 Fans sein erinnere ich gerne an die Turboära in den Achzigerjahren, dort wurde auch hauptsächlich mit V6 Turbos gefahren, einziger Unterschied war dass zwei Lader erlaubt waren, man hat also zwei Dreizylinder aus dem Auspuufft gehört
    Letztendlich entscheidet die Ausgeglichenheit im Feld ob de Rennen spannend oder fad sind, und für Technikbegeisterte wie mich, zu welchen technischen Lösungen die Ingenieure gelangen, ganz sicher nicht der unerträgliche Lärm einer Rennserie

    • Megatron

      Du hast natürlich absolut recht. Aber solche Argumente sind für spätpubertierende leider zu hoch gegriffen.
      Natürlich haben früher die Saugmotoren gut geklungen (Ferrari, Lamborghini), waren auch viel niederere Drehzahlen als die Zahnarztbohrer der letzten zehn Jahre. Aber auch der Sound der ersten Turboära war nicht schlecht, jedenfalls hat sich damals keine Sau über den BMW-Vierzylinder beschwert, im Gegenteil alle waren glücklich, dass endlich wieder ein deutscher Motor in der F1 fährt. Aber der Sound ist nur Nebensache. Wichtiog sind Performance und Technik und der Output für die Hersteller. Darum gehts.

  • kurt sencar

    ein tipp an all die verfechter der flüster formel1.
    grün wählen und beim nächsten seifenkistenrennen anmelden.
    da seid ihr dann genau richtig.

    • Megatron

      Ein Tip an Sie: Zwei Schweizer Kracher in die Ohren und anzünden. Sound pur.

  • Michi

    Das ganze Gejammer ist so peinlich wie pubertierende 15 die Löcher in die Auspuffbirnen ihre Mopeds bohren.

    Einmal ganz ehrlich, das 2013 Gekreische, ist das guter Sound gewesen? Ich habe das nur als schmerzhaft empfunden. Das einzige Fahrzeug das in den letzten 10 Jahren Formel 1 gut geklungen hat war doch das AMG-Mercedes Safety-Medical Car mit dem alten 6.2 V8.

  • kurt sencar

    Diese Formel 1 ist zu einer Farce geworden. Es lebe die Formel 2 und die DTM. Dort hört sich ein Rennwagen noch wie ein Rennwagen an. Was haben sich die hoch dotierten Entscheidungsträger dabei gedacht ? Diese Formel1 Saison ist jetzt schon tot.

  • hellipirelli

    Ich finde das Getue um den Sound wirklich lächerlich. Begründung:
    1. Wenn man sich das Vergleichsvideo anschaut, sieht man, dass nicht wenige vernunftbegabte Zuschauer 2013 Gehörschutz tragen. 2013 war wohl zu laut?!
    2. Ein ungedämpfter Turbo klingt immer weniger laut als ein ungedämpfter Sauger, weil die Abgasturbine die Schallwellen „glättet“.
    3. Die zulässige Maximaldrehzahl der 2014er Motoren ist niedriger als jene der Sauger (eine höhere Drehzahl als 15.000 würde bei den Turbos ohnehin wegen der zunehmenden Verlustarbeit nichts bringen.

    Ich kann mich Megatrons Meinung nur anschließen: 99,999999999% von Ecclestones Kunden sehen die F1-Läufe ja ohnedies nur per TV, also ist das Ganze nur eine Frage der Abmischung des Originaltons mit dem Kommentar.

    Bedauerlich, dass für viele F1-„Fans“ der Sound der Autos (natürlich neben den hässlichen Nasen – LOL) das Allerwichtigste zu sein scheint. Sind diese Leute wirklich so blöd oder technisch so unbedarft, dass sie nicht checken, dass wir heuer die größte Umwälzung der F1 seit 1950 erleben? Und die quatschen über „Sound“ und Nasen…

  • Michael

    Diese Formel 1 ist tot. Wer das Säuseln toll findet, zählt kaum zu den Fans. Wer kommt dann noch zu den Rennen? Niemand.

  • Megatron

    Quatsch. Ecclestones TV-Leute müssen nur die Regler der Aufnahmen anpassen dann klappts auch wieder mit dem Sound.

    Und was ist lächerlicher: Ein paar dB weniger (134 dB(A) laut Messung) oder ein CEO der vor Gericht steht???

    • Kimi

      Das ist keine Formel1 mehr. Sprit sparen ist so lächerlich. Wir brauchen den V10 wieder! !! Meine
      Gsxr ist lauter das ist so peinlich

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