Das Red-Bull-Team feiert in Sao Paulo
‚Nichts‘ wird er bis Weinachten tun, so Vettel.
 

Vettel: Weltmeisterliches Nichtstun

Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel zieht sich nach seiner Rekordjagd bis Weihnachten in die Schweiz zurück.

25.11.2013 APA

Nach den anstrengenden Rennwochenenden gönnt sich der Rekordjäger Sebastian Vettel bis Weihnachten eine Pause. Denn die Vorbereitung wird bei Red Bull, sowie bei den anderen Formel-1-Teams noch intensiver sein, als bisher. Immerhin wartet die neue Saison mit massiven Regeländerungen und der Rückkehr der Turbomotoren auf.

Horner ohne Spekulation

Ob das seit vier Jahren dominierende Team auch 2014 das Formel-1-Feld anführt und es wieder zu einem Kampf vor allem zwischen Red Bull, Mercedes und Ferrari kommt – selbst Vettels Teamchef Christian Horner wagt keine Prognose über die Hierarchie im kommenden Jahr. „Es ist unmöglich, das vorherzusehen bis wir in Melbourne sind und sehen, welchen Einfluss die Antriebseinheiten haben werden. Alles andere ist zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation“, sagte Horner.

Grafik zu der Rekordsaison von Sebastian Vettel 2013

Turbomotoren lösen V8-Saugmotoren ab

Denn die V8-Saugmotoren, mit denen Vettel seine vier Titel einfuhr, sind seit dem Finale am Sonntag in Brasilien Geschichte. Nächstes Jahr fahren die Autos mit schriller klingenden Sechszylinder-Turbomotoren. Hinzu kommen ein komplexeres Hybridsystem mit 160 PS Zusatzpower und massive aerodynamische Einschnitte.

Größte technische Veränderung der F1-Geschichte

„Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass 2014 die größte technische Veränderung in der Geschichte dieses Sports mit sich bringt“, betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Silberpfeile wollen ihren starken Aufwärtstrend im kommenden Jahr fortsetzen. Sie verbesserten sich in dieser Saison vom fünften auf den zweiten Platz in der Konstrukteurs-Wertung. Und der erste Red-Bull-Jäger wittert mit seinem Duo Nico Rosberg und Lewis Hamilton in der neuen Formel-1-Zeitrechnung seine Chance.

Große Teams im Vorteil

Natürlich hätten die größten Teams einen Vorteil, was die Ressourcen betrifft, sagte Wolff. „Aber 2014 wird auch das Jahr der Innovation, in dem ein kleineres Team ein starkes Konzept und gute Ideen finden und auftrumpfen kann“, betonte der 41-jährige Wiener.

Weltmeister aus Top 4

Gleichwohl rechnen die meisten damit, dass die gut situierten und personell stark aufgestellten Rennställe Red Bull, Mercedes, Ferrari und McLaren mit der Radikalreform am besten fertig werden. „Die Geschichte zeigt, dass es nicht so große Veränderungen gibt, weil die Top Teams mit all ihren Möglichkeiten viel schneller auf die Herausforderungen reagieren können“, sagte Teamchef Franz Tost von Red Bulls B-Team Toro Rosso. „Diesen Vorteil werden sie auch nutzen“, pflichtete seine österreichische Landsfrau Monisha Kaltenborn von Sauber bei. „Deshalb sehe ich keinen Grund, warum sie jetzt plötzlich nicht mehr überlegen sein sollten.“

Wenig Zeit zum Testen

Muss sich Vettel im Kampf um seine Vorherrschaft also wieder auf die üblichen Kontrahenten einstellen? Sein Teamchef macht sich zumindest auf mögliche Überraschungssieger zu Beginn gefasst. „Am Anfang der Saison kann das schon sein, weil die Zuverlässigkeit einfach einer der Schlüsselfaktoren ist“, erklärte Horner. Erwischen kann es mit den nagelneuen Autos praktisch jeden. Die Testphasen werden kaum ausreichen, die diesmal möglicherweise massiveren Kinderkrankheiten bis zum ersten Saisonrennen am 16. März in Melbourne auszumerzen.

Rennpraxis ist entscheidend

Kimi Räikkönen wird dann wieder im Ferrari sitzen und mit Alonso das einzige Weltmeister-Duo im Feld bilden. Und Vettel wird den Angriff auf seinen fünften WM-Titel in Serie starten. Mit der Vorbereitung auf seine erste Runde im neuen RB10, für den es dann kurz vor dem ersten Rennen wieder einen Spitznamen geben dürfte, wird Vettel ein oder zwei Wochen früher beginnen. „Aber du kannst dich auch nicht so viel vorbereiten, weil du erst mal auf die Strecke gehen und sehen musst, wo man steht“, meinte er. Daher ist bis Weihnachten auch ein vierfacher Formel-1-Weltmeister mal im Leerlauf unterwegs.

  • Autojoe

    Da werden dann die Karten wieder neu gemischt. Die Standfestigkeit der Turbomotoren wird sicher darunter leiden. Ferrari,Williams und Mc Laren verfügen ja schon über entsprechende Erfahrungen von früher.

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