Sebastian Vettel bei der Siegerehrung des GP von Belgien
Sebastian Vettel ist Schumachers Rekorden auf den Fersen
 

Formel 1: Auf der Suche nach Spannung

Sebastian Vettel ist in dieser Saison die unangefochtene Nummer eins. Die Dominanz des Deutschen sorgt nicht nur für Jubel.

01.10.2013 APA

 

Sebastian Vettels Dominanz in dieser Formel-1-Saison ist beinahe erschreckend, und mit dem enormen Erfolg des deutschen Weltmeisters werden auch alte Diskussionen aufgewärmt. Beispielsweise die Debatte wie viel Dominanz der Sport verträgt. Auf dem Weg zu seinem vierten Titel in Folge muss sich der Deutsche plötzlich Pfiffe und Buhrufe gefallen lassen, weil sich so mancher Fan der Königsklasse nach mehr Abwechslung und Spannung sehnt. „Die Leute fanden es langweilig, als Michael Schumacher immerzu gewonnen hat. Jetzt ist es dasselbe mit Sebastian. Das ist die Kehrseite des Erfolgs“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Wann wird Vettel Weltmeister

Vor dem Grand-Prix-Wochenende in Yeongam stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wann Vettel seinen nächsten WM-Triumph perfekt macht. Der große Nervenkitzel ist heraußen aus dem Titelrennen. Zuletzt in Singapur gewann der Red-Bull-Pilot mit 32,6 Sekunden Vorsprung – bei keinem seiner zuvor 32 Siege war der 26-Jährige der Konkurrenz weiter voraus gewesen. „Wenn andere die Eier in den Pool hängen lassen am frühen Freitag, arbeiten wir immer noch hart für ein starkes Rennen“, begründete Vettel seine Überlegenheit.

Man kann sich nicht selbst betrügen

Eine Aussage, die ihn vor dem 14. der 19 Saisonläufe am Sonntag im Fahrerlager kaum beliebter machen dürfte. Niemand lässt sich gern einen Schlendrian vorwerfen, schon gar nicht im Hochgeschwindigkeitsbetrieb Formel 1. Dennoch: Die professionelle Anerkennung für ihre Leistung ist Vettel und Red Bull sicher. „Natürlich ist es nicht wirklich aufregend, wenn ein Team und ein Fahrer für lange Zeit dominant sind. Aber ich liebe diesen Sport so sehr, weil man sich nicht selbst betrügen kann – es gibt eine Stoppuhr. Und die Stoppuhr sagt, dass sie im Moment den besten Job machen“, sagte Mercedes-Manager Wolff der Zeitung „Telegraph“.

In Schumachers Fußstapfen

Auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, Silberpfeil-Star Lewis Hamilton und mehrere andere Kollegen nahmen Vettel gegen die Frustreaktion der Fans in Schutz. Alle aber hoffen, sich möglichst bald aus dem Klammergriff des Serien-Champions befreien zu können. Die unheimliche Perfektion des Deutschen erinnert verdächtig an Schumacher, der sich und sein Auto ebenfalls ans Limit trieb. „Vettel hat einen Mega-Ehrgeiz, und das färbt auch auf sein Team ab“, stellte der dreifache Weltmeister Niki Lauda fest.

Hoffnung in der nächsten Saison

2013 ist für Vettels Verfolger also abgehakt. Auch Ferrari hat angesichts von 60 Punkten Rückstand für den WM-Zweiten Fernando Alonso die Entwicklung des aktuellen Rennwagens eingestellt. Jetzt ruht die Hoffnung auf der technischen Revolution der kommenden Saison. Kann das neue Regelwerk Vettel stoppen? „Nächstes Jahr wird nicht unbedingt der beste Rennfahrer zum Champion, sondern das beste Auto holt den Titel“, urteilte Chefvermarkter Bernie Ecclestone.

Bergers Einschätzung

Das allein aber spricht keineswegs für ein Ende von Vettels Übermacht. Neben seiner Steuerkunst kann sich der Champion schließlich auch 2014 auf das Konstrukteursgenie Adrian Newey bei Red Bull verlassen. Gerhard Berger, einst als Toro-Rosso-Mitbesitzer einer von Vettels Förderern, wagt deshalb eine steile Prognose: „Der Sebastian sucht kein Duell mehr mit Alonso oder mit Räikkönen. Den interessiert nur noch eines: die Rekorde des Michael Schumacher zu brechen – und ich glaube auch, dass er es schaffen wird.“

 

Rennen am Sonntag 8.00 Uhr MESZ – live: ORF eins, RTL und Sky

 

  • Ravenbird

    Wer gut ist und Erfolg hat, braucht für die depperten Neider nicht mehr zu sorgen.
    Sie kriechen überall aus ihren stinkenden Löchern.

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