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Rosberg freut sich über seinen 4. Grand Prix-Sieg, Red Bull hatte mit Daniel Ricciardo erst einen Mann am Stockerl, der wurde aber im Nachhinein disqualifiziert. Sensationell: Rookie Magnussen wurde somit Zweiter, Button Dritter.
 

Formel 1: Rosberg gewinnt GP von Australien

Nico Rosberg gewann im Mercedes überlegen das erste Rennen der Formel 1-Saison 2014 – Magnussen nach Disqualifikation von Ricciardo 2. vor Button – Hamilton und Vettel out

16.03.2014 APA

Nico Rosberg hat im Mercedes den ersten Formel-1-Grand-Prix des Jahres 2014 gewonnen. Der Deutsche siegte in Melbourne klar vor dem australischen Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo, vorerst Dritter wurde in seinem ersten Formel-1-Rennen sensationell der dänische GP-Debütant Kevin Magnussen. Pole-Mann Lewis Hamilton (Mercedes) und Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) schieden schon früh mit Defekten aus. Ricciardo wurde im Nachhinein wegen zu hohem Benzinfluss disqualifiziert, Magnussen und Button rutschen auf die Plätze 2 und 3 nach.

4. Grand Prix-Sieg für Rosberg

Für Rosberg war es im ersten Rennen der Turbo-Rückkehr der vierte Grand-Prix-Sieg. Nach einem abgebrochenen Start ging das Rennen nur über 57 statt 58 Rennrunden. Hinter Rosberg, der sich mit 24,5 Sekunden Vorsprung durchsetzte, fuhr Ricciardo in seinem Heim-Grand Prix erstmals auf das Podest. Im Nachhinein wurde er allerdings disqualifiziert, da die Durchflussmenge von Benzin anhaltend über dem Limit von 100 kg pro Stunde gelegen hatte, wie der Automobil-Weltverband (FIA) Sonntagnacht in Melbourne urteilte.Der 21-jährige McLaren-Pilot Magnussen schaffte es als erster Däne überhaupt und erster Rookie seit Hamilton 2007 gleich auf ein GP-Stockerl und rutsche dann noch von Platz 3 auf Platz 2 nach. Hamilton gelang das ebenfalls in Melbourne, mit Platz drei, ebenfalls für McLaren.

Rosberg: „Bin gefahren wie auf Wolke 7“

Auf Magnussen folgten dessen Teamkollege Jenson Button sowie Ferrari-Star Fernando Alonso. Am vierten GP-Sieg von Rosberg gab es aber nichts zu rütteln. Der 28-Jährige hatte sich mit einem Blitzstart von Platz drei auf eins geschoben, drehte danach auf trockener Strecke relativ einsam seine Kreise. Das Qualifying im Albert Park war noch von Regen beeinflusst gewesen. „Ich bin auf Wolke sieben. Mein Silberpfeil ging ab wie sonst etwas. Dieses Ding war einfach unglaublich schnell“, jubelte Rosberg. „Er ist gefahren wie ein Gott, ohne Fehler“, lobte Ex-Weltmeister Niki Lauda. „So leicht wie es ausgesehen hat, war es gar nicht“, ergänzte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Die Pace des Autos sieht sehr gut aus. Dass wir Lewis verloren haben, trübt das Bild aber ein bisschen.“

Hamilton und Vettel früh ausgeschieden

Sowohl Mercedes-Pilot Hamilton als auch Red-Bull-Star Vettel kehrten wegen Defekten mit ihren Wagen früh an die Box zurück und mussten aussteigen. Nach fünf Runden waren fünf Fahrer aus dem Rennen, es führte Nico Rosberg im Mercedes. Begonnen hatte die neue Turboära nämlich mit einem Startabbruch. Hamilton musste das Feld in eine zweite Aufwärmrunde führen, bemerkte aber bereits dort Probleme mit dem Motor. Ein Zylinder fiel aus. Ähnlich ging es Vettel, der Ende der Vorsaison noch neun Rennen in Serie gewonnen hatte. Ein neuerlicher Software-Fehler sorgte für das Aus. „Das ist extrem enttäuschend, weil unser Auto ist schnell“, sagte der Titelverteidiger.

Erst Erleichterung, dann umso größere Enttäuschung bei Red Bull

Unmittelbar nach dem Rennen konnte Ricciardo sich noch über den 2. Platz freuen. „Ich bin überwältigt, wenn man bedenkt, wo wir vor drei Wochen noch gestanden sind“, erinnerte Ricciardo an die riesigen Probleme seines neuen Teams bei den Testfahrten. „Es ist eine unglaubliche Erleichterung – fast vergleichbar mit unserem ersten WM-Titel 2010“, sagte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. „Chassismäßig sind wir sicher on top.“ Nur die Probleme mit dem Renault-Motor müsse man in Griff bekommen. Marko: „Die von Mercedes angetriebenen Teams haben noch einen PS-Vorteil.“ Bereits am Sonntagnachmittag wurde Ricciardo dann disqualifiziert.

Rookie Magnussen: „Es fühlt sich wie ein Sieg an“

Magnussen nutzte den Motorenvorteil zu einem sensationellen Podestplatz – nach Ricciardos Disqualifikation sogar für Platz 2″Es fühlt sich wie ein Sieg an“, hatte sich der Däne schon über den dritten Platz gefreut. Sein Vater Jan ist in den 90er Jahren bereits Formel 1 gefahren. „Das Team hat ein schweres Jahr hinter sich und wollte unbedingt zurückkommen.“ 2013 stand McLaren nicht ein einziges Mal auf dem Podium. Nun kommt das Traditionsteam in zwei Wochen als Führender der Konstrukteurs-WM zum nächsten Rennen nach Malaysia.

Nur Platz 8 für Räikkönen

Kimi Räikkönen enttäuschte bei seiner Rückkehr zu Ferrari mit Platz sieben. Der Finne wurde zweimal von seinem Landsmann Valtteri Bottas im Williams stehen gelassen. Bottas hatte zwischenzeitlich mit einem Fahrfehler samt Reifenschaden eine Safety-Car-Phase ausgelöst, wurde aber noch Fünfter. 14 der 22 Autos sahen die Zielflagge, Red Bulls Zweitteam Toro Rosso brachte beide Piloten in die Punkterängen – Jean-Eric Vergne als 8.und Rookie Daniil Kwjat als 9.

Der zweite WM-Lauf steigt am 30. März in Kuala Lumpur, Malaysia.

Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Australien am Sonntag in Melbourne nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo sowie die WM-Wertungen nach dem 1. von 19 Saisonrennen – 57 Runden zu je 5,303 km = 302,271 km:

1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:32:58,710

Schnitt: 195,059 km/h

2. Kevin Magnussen (DEN) McLaren +26,777

3. Jenson Button (GBR) McLaren +30,027

4. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +35,284

5. Valtteri Bottas (FIN) Williams +47,639

6. Nico Hülkenberg (GER) Force India +50,718

7. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari +57,675

8. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso +1:00,441

9. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso +1:03,585

10. Sergio Perez (MEX) Force India +1:25,916

12. Adrian Sutil (GER) Sauber +1 Runde

13. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber +1 Runde

14. Max Chilton (GBR) Marussia +2 Runden

Disqualifiziert: Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull

Ausgeschieden: Jules Bianchi (FRA) Marussia, Marcus Ericsson (SWE) Caterham, Romain Grosjean (FRA) Lotus, Lewis Hamilton (GBR) Mercedes, Kamui Kobayashi (JPN) Caterham, Pastor Maldonado (VEN) Lotus, Felipe Massa (BRA) Williams, Sebastian Vettel (GER) Red Bull

Schnellste Runde: Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:32,478 Min. (19. Runde)

WM-Stand (nach 1 von 19 Rennen):

1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 25

2. Kevin Magnussen (DEN) McLaren 18

3. Jenson Button (GBR) McLaren 15

4. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 12

5. Valtteri Bottas (FIN) Williams 10

6. Nico Hülkenberg (GER) Force India 8

7. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 6

8. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 4

9. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 2

10. Sergio Perez (MEX) Force India 1

Konstrukteurs-WM (nach 1 von 19 Rennen):

1. McLaren 33

2. Mercedes 25

3. Ferrari 18

4. Williams 10

5. Force India 9

6. Toro Rosso 6

Nächstes Rennen: GP Malaysia am 30. März in Sepang

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