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Formel 1: Red-Bull-Führung glaubt trotz Krise an Vettels Loyalität

Marko: „Ein vierfacher Weltmeister ist nicht jemand, der gleich alles hinschmeißt“. Ferrari verstärkte Werben um Newey.

11.05.2014 APA

Trotz eines anhaltenden Negativlaufs glaubt Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko nicht, dass die Loyalität von Sebastian Vettel zu seinem Team auf die Probe gestellt wird. „Ein vierfacher Weltmeister ist nicht jemand, der gleich alles hinschmeißt“, betonte Marko am Samstag nach dem Qualifying für den Grand Prix von Spanien, bei dem Vettel zum wiederholten Mal von einem Defekt gestoppt worden war.

Wirbt Ferrari um Newey und Vettel?

Vettel hat in der Vergangenheit hin und wieder mit einem Wechsel zu Ferrari kokettiert. Bei Red Bull steht der 26-jährige Deutsche, der das eigene Nachwuchsprogramm durchlaufen hat, aber noch zumindest bis Ende 2015 unter Vertrag. Das gilt auch für Technikchef Adrian Newey. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und sein neuer Teamchef Marco Mattiacci haben ihr Werben um den Stardesigner laut italienischen Medien aber zuletzt verstärkt.

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„Wir sind es gewohnt, dass wir von beiden Seiten (Ferrari und Mercedes/Anm.) permanent Abwerbeversuche bekommen. Das gilt nicht nur für Führungspersonal“, erklärte Marko. Der Verbleib von Newey sei „nicht so sehr eine Frage des Vertrages“. Stattdessen benötigt der Engländer, der für die Weltmeisterautos der vergangenen Jahre verantwortlich zeichnet, ein funktionierendes Umfeld mit vielen Freiheiten.

Probleme mit dem RB10

Derzeit hat Newey bei Red Bull genug zu tun. In der neuen Turboära fährt Vettel den überlegenen Mercedes hinterher – falls er überhaupt fährt. Bei den Wintertests hatte die Kühlung Probleme bereitet, zuletzt streikte das Getriebe. Dazu gab es am Freitag im freien Training in Montmelo einen Kabelbrand. Mit dem Fahrverhalten des RB10 kommt Vettel bei weitem nicht so gut zurecht wie sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo.

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Vettels längste Negativphase

„So eine kontinuierliche Negativphase hat er noch nie gehabt“, sagte Marko. „Das ist aber auch charakterbildend.“ Selbst 2009, in seinem ersten Jahr bei Red Bull, hatte Vettel bereits nach drei Rennen einen Sieg auf der Habenseite. Bisher ist ein dritter Platz aus Malaysia die magere Ausbeute. „Es ist im Moment nicht einfach, aber das ändert nichts an meiner Einstellung“, betonte Vettel, der Ende der Vorsaison neun Grand Prix in Serie gewonnen hatte.

Alsonso bekommt Absage von Wolff

Noch viel länger ist die Durststrecke von Fernando Alonso. Der Ferrari-Star wartet seit genau einem Jahr vergeblich auf einen GP-Sieg. Daher soll der Spanier bei Mercedes vorstellig geworden sein – obwohl er bis 2016 bei Ferrari unter Vertrag steht. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erteilte Alonso eine Absage. „Wir sind sehr glücklich mit Nico (Rosberg) und Lewis (Hamilton)“, versicherte der Wiener. „Ich würde sie für niemanden auf der Welt eintauschen.“

Von Florian Haselmayer/APA aus Montmelo

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    Wie auch immer – wenn schon die Rennen selber saufad sind, solche Sachen am Rande bringen künstlich Spannung.

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