Daniel Ricciardo im RB10 in Jerez
Der RB10 läuft noch nicht so wie er soll.
 

Formel 1: Red Bull unter Druck

Nach den gravierenden Regeländerungen und den anhaltenden Motorproblemen steht Red Bull gehörig unter Druck.

26.02.2014 APA

So hat sich der Weltmeister-Rennstall den Saisonauftakt nicht vorgestellt. Erst das Testdesaster im spanischen Jerez de la Frontera und dann die Schlappe in Bahrain. Nach den gravierenden Regeländerungen und den anhaltenden Motorproblemen steht Red Bull gehörig unter Druck. Nur noch vier Testtage stehen dem österreichisch-englischen Rennstall von Donnerstag bis Sonntag in Bahrain zur Verfügung, um die anhaltenden technischen Probleme vor dem Saisonauftakt am 16. März in Melbourne in den Griff zu bekommen.

Antriebsstrang von Renault macht Probleme

Die Schwierigkeiten der Bullen sind nicht nur, aber auch dem neuen Antriebsstrang von Renault geschuldet. Alle Teams, die vom französischen Hersteller mit den neuen 1,6-Liter-Turbomotoren beliefert werden, haben bei den vergangenen Tests bereits Probleme bekundet, die größten aber Red Bull – wohl auch, weil Designguru Adrian Newey einen sehr aggressiven Zugang beim Verbau des Triebwerks gewählt hat.

Die Konkurrenz mit Vorsprung

Das Hauptproblem von Red Bull war bisher die Kühlung. Der erste viertägige Test Ende Jänner in Jerez verlief katastrophal, der zweite in Sakhir immer noch nicht gut. Insgesamt 116 Runden drehten Serienweltmeister Sebastian Vettel und sein neuer australischer Teamkollege Daniel Ricciardo vergangene Woche in der Wüste – deutlich weniger als die Rivalen Mercedes (315), McLaren (296) oder Ferrari (287).

Renault baut Fehlerliste ab

Die Herstellerteams Mercedes oder Ferrari haben den Vorteil, bei den radikalen Neuentwicklungen für diese Saison nicht auf einen externen Motorenpartner angewiesen zu sein. „Beim nächsten Test werden wir stärker sein“, versprach Rob White, der Chef der Motorenabteilung von Renault. „Wir haben eine Liste von Problemen, die wir durchtesten werden – je nach Priorität.“

Hinter dem Zeitplan

Die bisherigen Tests seien aber alles andere als nach Wunsch verlaufen. „Wir sind eine Wochen hinter dem Zeitplan“, gestand White. „Und wir geben zu, dass es einige Zeit dauern wird, die volle Leistung aus der Antriebseinheit herauszubekommen.“ Sein an der Rennstrecke hauptverantwortlicher Ingenieur Remi Taffin formulierte es im Hinblick auf den Saisonstart in Australien so: „Wir werden fahren können, aber mit welcher Performance, ist offen.“

Letzte Testchance beginnt

Vettel fehlten bei seinen Ausfahrten vergangene Woche fünf Sekunden auf die Schnellsten. Bei Ricciardo waren es am Wochenende deren sechs auf den Mercedes-Piloten Nico Rosberg, der sogar bereits eine Quali-Simulation absolvierte. Am Donnerstag und Freitag wird erneut der Australier Ricciardo im RB10 sitzen, an den beiden abschließenden Testtagen ist es Vettel. Danach ist die letzte Chance, vor Saisonstart doch noch aufzuholen, vorbei.

  • Maier Josef

    Das ist ja schoen langsam ein Witz wenn die Entwicklung in der Formel 1 so weiter geht dann wird bald mit 3 Zylinder Motoren gefahren die Formel 1sollte doch eigentlich die Koenigsklasse sein mfg. JOSEF MAIER i

    • hellipirelli

      Lieber Maier Josef und sonstige Zylinderfetischisten!
      Die 1,5 Liter Turbomotoren mit 4 Zylindern von BMW hatten im Qualifikationstrimm bei 1000 PS und im Renntrimm immer noch bei 800 PS, wenn ich mich recht erinnere. Die Zylinderanzahl (und der „Sound“) ist kein Qualitätsmerkmal eines (Renn-)Motors. Da geht es um optimale Maße für Bohrung und Hub. Und als 1600er Turbomotor wäre eigentlich ein 4-Zylinder optimal. (Das war ursprünglich auch geplant, aber aus sport-politischen, oder besser gesagt: Marketinggründen, entschied man sich schließlich für den V6.
      Ich weiß schon, Suzuki baute einst in der 50ccm-Klasse 3-Zylinder mit 16-Gang-Getriebe – cool :-)
      Und es gab in der F1 16-Zylinder und 12-Zylinder, die gegen die 8-Zylinder ziemlich chancenlos waren.

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