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Mercedes hat die klare Favoritenrolle übernommen. "Meckern bringt nichts", so Vettel. © SRDJAN SUKI / EPA / picturedesk.com
 

Formel 1: Red Bull in neuer Rolle: Die Besten vom Rest

Vettel musste sich in Bahrain sogar seinem Neo-Teamkollegen Ricciardo geschlagen geben. Keine Freude nach 900. Formel-1-GP.

06.04.2014 APA

Sakhir. Vierfach-Weltmeister Red Bull Racing muss sich zunehmend an eine neue Rolle gewöhnen. „Wir sind ‚best of the rest'“, kommentierte Motorsport-Direktor Helmut Marko am Sonntag in Bahrain die Plätze vier für Daniel Ricciardo und sechs für Weltmeister Sebastian Vettel. Die beiden Red Bull waren damit die einzigen Autos in den Top acht, die nicht mit Mercedes-Motoren angetrieben werden.

Vettel: „einfach zu langsam“

Ein Achtungserfolg, der angesichts der vergangenen Dominanz und der aktuellen Überlegenheit der Mercedes-Werksautos nur ein geringer Trost für das austro-englische Weltmeister-Team war. „Viel mehr war heute nicht drin. Wir waren auf den Geraden einfach zu langsam“, gestand Vettel unter lautem Feuerwerks-Geknalle.

Bahrain war actionreich und spannend

Mit der Lichtshow in der Wüste hatte Bahrain unmittelbar nach Rennende den ersten Nacht-Grand-Prix in der zehnjährigen Renn-Geschichte gefeiert. Es war gleichzeitig der insgesamt 900. GP der Formel-1-Geschichte und auch einer der actionreichsten seit langem.

Bei Red Bull Racing gibt es derzeit hingegen nicht viel zu feiern. Mercedes ist speziell auf Powerstrecken wie Bahrain eine Klasse für sich. „Sie haben einfach das bessere Paket, wir hingegen viel Arbeit vor uns“, sagte Vettel nach einem packenden Rennen mit vielen hautnahen Positionskämpfen.

„Daniel war zum Schluss klar schneller“

Der von technischen Problemen geplagte Vettel musste im Finish mit seinem Neo-Teamkollegen Ricciardo kämpfen und dem jungen Australier am Ende sogar den Vortritt lassen. Die „Höchststrafe“ für den regierenden Champion, der mit seinem früheren Teamkollegen Mark Webber noch Katz und Maus gespielt hatte.

„Es machte keinen Sinn, Daniel war zum Schluss klar schneller und nicht zu halten“, gestand Vettel, der sich neuerdings auch nach hinten orientieren muss. „Ich musste auf die beiden Williams hinter mir aufpassen“, stellte er nüchtern fest.

Welche Schritte bis zum nächsten GP in zwei Wochen in China möglich sind, bleibt abzuwarten. „Aber Bahrain kommt Mercedes sicher zusätzlich entgegen. Das sieht auch ein Blinder mit dem Krückstock, dass sie im Moment besonders stark sind. Speziell wenn es geradeaus geht und hier geht es viel geradeaus“, hoffte Vettel auf die Strecken, die seiner „Suzie“ mehr entgegenkommen.

Mercedes fährt in einer anderen Liga

Mercedes, so Vettel, fahre derzeit in einer eigenen Liga. Sein Team würde sich dadurch aber nicht unterkriegen lassen. „Meckern bringt nichts“, sagte Vettel. „So ist die Situation eben.“

Auch für Ferrari und McLaren kein guter Tag

Noch schlechter lief es in Bahrain für die Ferraris auf den Plätzen neun (Fernando Alonso) und zehn (Kimi Räikkönen). „Das ist eine Strecke, die uns gar nicht liegt“, sah auch Alonso bereits in die Zukunft. Geradezu katastrophal verlief das Flutlicht-Rennen für McLaren. Sowohl Jenson Button, der seinen 250. Grand Prix bestritt, als auch der junge Däne Kevin Magnussen schieden mit Kupplungsdefekt aus.

Quelle: Hans Gödel/APA

Ergebnisse aus Bahrain und der derzeitige WM-Stand.

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