Helmut Marko und Sebastian Vettel beim GP von Australien
Noch wird nicht die volle Kraft des Antriebsstranges genutzt.
 

Formel 1: Licht und Schatten beim Weltmeisterteam

„Wir wissen, welche Möglichkeiten noch im Motor stecken“, so der Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Bis Malaysia gibt es noch viel Arbeit.

17.03.2014 Online Redaktion

von Florian Haselmayer / APA

Nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo schließt das Weltmeisterteam das erste Saisonrennen ohne einen Punkt ab. Dennoch geht Red Bull zuversichtlich in die nächsten Rennen. Im Renault-Motor schlummert noch einiges Potenzial. Dazu sind die Fortschritte, die der österreichisch-englische Rennstall nach den katastrophal verlaufenen Testfahrten gemacht hat, beachtlich.

Noch nicht das Maximum abgerufen

„Wir wissen, welche Möglichkeiten noch im Motor stecken“, betonte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. „Wir haben noch nirgendwo das Maximum abgerufen.“ Die mit Mercedes-Triebwerken ausgestatteten Teams verfügen derzeit noch über einen eklatanten PS-Vorteil. Dieser dürfte sich in den nächsten beiden Rennen in Malaysia und Bahrain ob der langen Geraden besonders auswirken.

630 PS als Ziel

„Wir können noch nicht die volle Power des Antriebsstranges nutzen“, erklärte Marko. Bis Jahresmitte soll die Leistung des Sechszylinder-Turbos aber auf bis zu 630 PS geschraubt werden. Derzeit befindet sich Renault noch unter dem Wert von Mercedes, der laut Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda bei 580 liegen soll. Dazu kommen in beiden Fällen rund 160 PS aus den Energierückgewinnungssystemen (ERS).

Probleme mit dem Antriebsstrang

Die vor Saisonbeginn erfolgte Homologation der Triebwerke sei laut Marko kein Problem. „Da ist eine große Marge drinnen, Renault hat noch genug Spielraum“, versicherte der 70-jährige Steirer. Chassismäßig sei man dank Stardesigner Adrian Newey ohnehin top aufgestellt. „Die Probleme mit dem Antriebsstrang gehören aber aussortiert.“

Vettels Ausfall in Melbourne

Weltmeister Sebastian Vettel hatte das gesamte Wochenende über mit dem Motor zu kämpfen – erst war es die Software, die das Fahrverhalten seines RB10 entscheidend verschlechterte, dann im Rennen ein eklatanter Leistungsverlust, der zur Aufgabe zwang. „Wir sind positiv. Mit dem Wissen, was alles noch nicht funktioniert, ist das aufholbar“, versicherte Marko. „Die Frage ist nur, wie schnell das geht.“

Daniel Ricciardo überraschte

Mut machte die starke Vorstellung von Neuzugang Daniel Ricciardo – auch wenn dem Australier der zweite Platz in seinem Heim-GP wegen einer zu hohen Benzindurchflussmenge in den Motor aberkannt wurde. „Wenn man bedenkt, wo wir noch vor zwei, drei Wochen gestanden sind, ist das unglaublich“, sagte Ricciardo. Bei den Tests fuhren die Bullen noch um Sekunden hinterher.

Viel zu tun bis Malaysia

In den nächsten zehn Tagen soll der nächste Schritt gelingen. „Bis Malaysia haben wir ein intensives Programm“, sagte Marko. Der Plan zur Rückkehr an die Spitze sieht mehrere Phasen vor. Marko: „Es gibt kurzfristige Entwicklungen, mittelfristige bis zum Europa-Start (Mitte Mai in Barcelona/Anm.) und längerfristige bis Sommer.“ Spätestens dann will man den Konkurrenten Mercedes wieder hinter sich gelassen haben.

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