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Bernie Ecclestone zog mit seiner Drohung den Unmut der Formel 1-Piloten auf sich.
 

Formel 1: Piloten über angedrohtes Monza-Aus empört

Ecclestones Drohung, das Traditionsrennen in Monza ab 2017 aus dem Formel 1- Rennkalender zu streichen, empört die Fahrer: „Das wäre sehr dumm“

05.07.2014 APA

Vor wenigen Tagen hatte Formel 1-Boss Bernie Ecclestone in den Raum gestellt, dass das Traditionsrennen in Monza ab 2017 aus dem Rennkalender gestrichen werden könnte. Diese Ankündigung schreckte auch die Piloten auf: „Meiner Meinung nach wäre das für jeden und die Formel 1 sehr dumm“, schimpfte Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen. „Hoffentlich wird das niemals geschehen.“

„Nach 2016 bye bye…“

In einem Interview mit der „Gazzetta dello Sport“ klingt Ecclestone aber so gut wie entschlossen: „Ich denke nicht, dass wir einen neuen Vertrag machen werden, der alte war aus geschäftlicher Sicht ein Desaster für uns. Nach 2016 bye bye…“, so der 83-Jährige über den auslaufenden Vertrag mit Monza. Seit ihrem Gründungsjahr 1950 fährt die Formel 1 in der Lombardei, 63 Mal war Monza Gastgeber für den Grand Prix. Nur einmal, in der Saison 1980, wurde der Grand Prix von Italien in Imola ausgetragen.

Gezielte Drohung

Für den Geschäftsmann Ecclestone steht aber der Profit über der Tradition. Mit einer gezielten Drohung lassen sich Veranstalter aufschrecken und beeinflussen. Ecclestone missfällt, dass auch in Italien das Zuschauerinteresse an den TV-Geräten gesunken ist. „Wie man die Einschaltquoten in Italien verbessern kann? Wenn Ferrari damit anfangen würde, wieder Erster und Zweiter in der Qualifikation und im Rennen zu werden“, mutmaßte er. „Die Einschaltquoten würden dann überall nach oben gehen. Ferrari ist eine weltweite Leidenschaft.“

Fahrer plädieren für Verbleib in Monza

Die Begeisterung für den Grand Prix im Königlichen Park von Monza ist unter Fahrern ausgeprägt. „Man darf nicht vergessen, dass dieser Sport nicht ohne seine Fans existieren würde“, erinnerte Mercedes-Mann Lewis Hamilton. „Es gibt einige wenige Strecken, die ganz, ganz besonders sind, so wie Monza. Der Kurs ist voll von Fans und das macht das Event auch aus.“ Auch Jenson Button will nicht daran denken, dass Monza eines Tages aus dem Rennkalender gestrichen werden könnte. „Das ist ein Kultkurs, eine der alteingesessenen Strecken mit so viel Geschichte. Die Fans lieben diesen Sport total und werden alles für diesen Sport tun“, erklärte der britische McLaren-Fahrer. „Es ist schön, ihre Leidenschaft zu sehen, sie sind sehr patriotisch. Das ist ein einzigartiger Kurs.“

Politik in Lombardei reagierte umgehend

Ecclestones Drohgebärde rief umgehend die Politik in der Lombardei auf den Plan. Es solle sichergestellt werden, dass der Grand Prix auch künftig in Monza ausgetragen werde, sagte der Präsident der Region, Roberto Maroni, und appellierte an Premierminister Matteo Renzi, dass dieser sich seiner Verantwortung stellen müsse. „Der Grand Prix in Monza ist ein Erbe Italiens und nicht nur der Lombardei.“

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