Am Red Bull Ring herrscht bei allen derzeit ausgelassene Stimmung. © HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
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Formel 1: Piloten begeistert über frühen Zuschauer-Ansturm in Spielberg

Zum GP von Österreich kamen über 10.000 Fans bereits am Donnerstag am Ring. WM-Leader Rosberg: „Schon lange nicht mehr gesehen“.

19.06.2014 APA

Mehr als 10.000 Formel-1-Gäste haben bereits am Donnerstag den Red Bull Ring gestürmt. Tausende Besitzer von Wochenend-Pässen wanderten dabei durch die für sie geöffnete Boxengasse. Selbst die Rennfahrer waren von den Menschenmassen zu einem so frühen Zeitpunkt überrascht. Viele Besucher nutzten zudem noch vor dem Grand Prix am Sonntag die Gelegenheit, sich mit Merchandising-Produkten einzudecken.

Spielberg: Village und Pit Lane Walk

Der sogenannte Pit Lane Walk in der Boxengasse war für drei Stunden geöffnet und vor allem Campingbesucher, die den Stau hinter sich und ihre Zelte schon aufgeschlagen hatten, machten sich auf den Weg auf das Ringgelände. Im „Village“ hinter der Castrol-Kurve, auf dem Areal der Go-Kart-Bahn des Projekts Spielberg, wurde eine Fan-Meile aufgebaut. Neben Speisen und Getränken sind dort auch Fan-Artikel erhältlich. Einige Zuschauer verließen das Gelände mit gefüllten Einkaufstaschen.

© HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

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Formel 1 Spielberg: Nico Rosberg begeistert vom Fanansturm

Der Fan-Ansturm auf Spielberg überraschte auch den WM-Leader. Nico Rosberg war begeistert davon, wie viele Menschen schon gekommen waren, obwohl am Fronleichnamstag keine fahrenden Rennautos auf dem Red Bull Ring zu sehen gewesen waren.

„Ich habe schon lange nicht mehr so etwas gesehen an einem Donnerstag. Es ist alles voll. Sogar am Flughafen haben uns schon so viele Menschen erwartet. Das zeigt schon, was hier für eine Begeisterung herrscht“, sagte der deutsche Mercedes-Pilot. Für den starken Ansturm dürfte neben der Vorfreude aber wohl auch der Feiertag mit verantwortlich sein.

Autogramme und originale alte Formel-1-Wagen

Im „Village“ stellten sich unzählige Autogrammjäger bei den Rennfahrern an. Piloten und Betreuer der Teams Red Bull Racing, Sauber, Ferrari, Williams und Force India signierten geduldig – unter ihnen auch Kanada-GP-Sieger Daniel Ricciardo. Andere Fans schauten sich die Ausstellung der Original-Rennautos ehemaliger österreichischer Formel-1-Fahrer an. Die Boliden werden auch am Sonntag beim Legendenrennen zu sehen sein.

© INGRID KORNBERGER LIPOVSEK / APA / picturedesk.com

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Stau rund um Spielberg

Bereits am Donnerstag stockte der Verkehr bei der Anreise von Tausenden Camping-Gästen zum Formel 1-Grand Prix. Manche der Besucher standen mehr als eineinhalb Stunden. Passiert sei das laut Polizei, da es vor allem bei den Campingplatz-Zufahrten zu Stockungen gekommen sei. Der Stau bei den Abfahrten der Murtal Schnellstraße war rund zwei Kilometer lang.

© HARALD SCHNEIDER / APA / picturedesk.com

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Polizei hatte „Lage im Griff“

Für die Polizei sei das Verkehrsaufkommen „wie erwartet“ gewesen und man habe die Lage „im Griff“ gehabt. Ein Großteil der Reisenden waren Camper, aber auch Liefer-Lkw seien noch einige unterwegs gewesen. „Aber die, die jetzt da sind, entlasten den Verkehr morgen und übermorgen“, zeigte sich Joachim Huber von der Landespolizeidirektion Steiermark optimistisch. Die Leute hätten sich an die Empfehlung einer möglichst frühen Anreise gehalten. Von 6.500 Camping-Stellplätzen waren am Donnerstag nur noch knapp 1.000 frei. Wer nicht reserviert hat, werde in den kommenden Tagen nur noch bei den äußeren Plätzen sein Zelt aufschlagen können.

Alle mit ausgelassener Stimmung

Unfälle blieben bei den Staus bis zum Nachmittag aus und auch auf den Campingplätzen, die sich im Laufe des Donnerstags füllten, sei es bisher zu keinen Zwischenfällen gekommen, sagte Huber. Die Stimmung unter den Fans in den Zeltstädten war ausgelassen, zumal sich viele bereits im Stau das eine oder andere Bier gönnten. Zwei Oberösterreicher, die nach eineinhalb Stunden fast bei ihrem Ziel-Campingplatz waren, zeigten sich schon etwas angeheitert: „Eine Polizeikontrolle darf ich nicht mehr haben“, meinte der Lenker. Doch die erwarte er auch nicht, denn er habe schon den einweisenden Polizisten mit einem Bier zugeprostet und nickende Reaktionen erhalten.

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Festival-Verhältnisse am Campingplatz

Mehr Glück haben zwei junge Oststeirer: „Wir haben einfach die nächste Abfahrt genommen und standen kaum im Stau.“ Eine Partie von sechs Hartbergern war gegen Mittag am Campingplatz direkt am Ring angekommen – aber ebenfalls nach eineinhalb Stunden im Stau: „Eigentlich sind wir Fußball-Fans. Für Brasilien hat das Geld aber nicht gereicht, dann sind wir halt da hergefahren“, scherzten sie. Kritik wollten sie an der Infrastruktur üben: „Wir haben da kein fließendes Wasser. In unserem Tank sind 420 Liter. Beim Duschen darf jeder nur eine Minute Wasser anmachen, zum Eincremen ausschalten und dann wieder eine Minute abwaschen. Dann könnte es sich bei sechs Leuten bis Sonntag ausgehen.“

 

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