Sehen wie ein Formel 1-Pilot

Dank Eye-Tracker können wir die Augenbewegungen von Formel 1-Pilot Nico Hülkenberg verfolgen – und die sind verdammt schnell.

05.07.2016 Online Redaktion

Wer im Motorsport aktiv ist, muss schnell reagieren können. Um herauszufinden, welche Rolle die Augenbewegungen dabei spielen, setzte Sky Sports dem Force India-Piloten Nico Hülkenberg einen Eye-Tracker auf – und das Ergebnis ist, zumindest für Normalsterbliche, ziemlich beeindruckend.

Instinkte im Fokus

Hülkenberg begegnet dem Experiment mit einer interessierten Gelassenheit. Auf die Idee, seine Augenbewegungen zu analysieren, ist der Deutsche nicht nie gekommen: „Für uns ist das etwas ganz Natürliches, wir machen es ganz instinktiv“, so der 28-jährige. Trotzdem ist er bereit, sich überraschend zu lassen.

Auge & Hirn: Dream-Team

Die erste Überraschung ist, wie vielbeschäftigt das Auge ist. Das liegt zum Teil daran, dass es immer nur auf einen relativ kleinen Bereich fokussiert, erklären die Experten von Sky Sports. „Das Auge wäre also eine ziemlich lausige Kamera, aber zum Glück ist das Gehirn ein genialer Prozessor und füllt die Lücken aus. Das nennt man peripheres Sehen“.

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© Bild: YouTube

Die Geschwindigkeit macht’s

Was die Augenbewegungen eines guten Formel 1-Piloten von denen eines anderen Menschen unterscheidet, ist, dass sie deutlich schneller sind. Die versierten Fahrer können neue Eindrücke schneller verarbeiten und so mehr Informationen aufnehmen, als Ungeübte.

Was man alles in einer Zehntelsekunde sehen kann

Einige Beispiele: In gerade einmal einer Zehntelsekunde checkt Hülkenberg beim Verlassen der Boxengasse den Rückspiegel. Ein „Normalsterblicher“ benötigt im Vergleich dazu während des Autofahrens mindestens eine halbe Sekunde. Um zu erkennen, dass die Startampel von rot auf grün schaltet, benötigt Hülkenberg sogar weniger als eine Zehntelsekunde.

So gesehen …

Beim Durchfahren einer Kurve ist Hülkenbergs Blick hauptsächlich auf den Scheitelpunkt fixiert. Außerdem fällt auf, dass der Force India-Pilot die Anzeigen auf seinem Lenkrad kaum eines Blickes würdigt. Grund dafür ist, dass er diese Informationen quasi „nebenbei“ wahrnimmt – dem peripheren Sehen sei Dank!

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