Rosberg siegt in seiner Wahl-Heimat Monaco.
 

Formel 1: Nico Rosberg gewinnt Grand Prix von Monaco

Mercedes-Pilot Nico Rosberg gewann den Grand Prix von Monaco vor Teamkollegen Lewis Hamilton und Red Bull-Neuling Daniel Ricciardo

25.05.2014 APA

Auch in Monaco gab es am Sonntag wie zu erwartet war einen Mercedes-Doppelsieg. Der Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg entschied den Grand Prix im Fürstentum wie bereits im Vorjahr für sich. Der Deutsche, der sich zuletzt vier Mal in Serie mit Platz 2 begnügen musste, setzte in seiner Wahlheimat aus der Pole Position gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton durch, der vor dem australischen Red Bull-Piloten Daniel Ricciardo Platz 2 belegte.Mit seinem Sieg sorgte Rosberg für den sechsten Sieg für Mercedes (und fünften Mercedes-Doppelsieg en suite) im sechsten WM-Saisonrennen.

Rosberg erobert WM-Führung zurück, Vettel out

Rosberg übernahm mit dem zweiten Saisonsieg auch wieder die Führung in der WM, mit 122 Zählern hat er nun vier Punkte Vorsprung auf Teamkollege Hamilton. Sebastian Vettel  (Red Bull) stieß zwar am Start auf Platz drei vor, musste seinen Boliden schon nach vier Runden wegen eklatantem Leistungsverlust in der Box abstellen, die WM-Titelverteidigung ist damit in weite Ferne gerückt.

Vettel: „Es ist frustrierend“

Der RB10 wurde aus- und wieder eingeschalten, nach einer weiteren Runde als „fahrendes Hindernis“ gab der frustrierte Deutsche aber endgültig auf. Zwei Wochen vor Kanada und vier Wochen vor dem „Heimrennen“ in Spielberg liegt der Titelverteidiger damit schon 77 Zähler hinter dem führenden Rosberg nur noch auf Platz sechs. „Es ist frustrierend“, sagte Vettel.

Mercedes ohne Probleme

Die Mercedes von Rosberg und Hamilton hingegen liefen – fast – wie am Schnürchen. Nur zu hoher Benzinverbrauch auf dem kürzesten und langsamsten WM-Kurs brachte den erneuten Triumph Rosbergs in Gefahr. Mit dem Gebrauch höherer Gänge meisterte der Deutsche aber auch dieses Problem. Einen Tag, nachdem er mit einem umstrittenen Verbremser die in Monaco so wichtige Pole abgesichert hatte, ließ der deutsche Wahl-Monegasse seinen zweiten Monaco-Triumph in Folge folgen.

Hamilton mit Staub im Auge

Der erwartete Attacke des über die Samstag-Ereignisse erzürnten Hamilton blieb freilich aus. Gestritten wurde nur am Funk, vor allem nach einem sehr engen Manöver Rosbergs beim gleichzeitigen Reifenwechsel. Im Finish bekam Hamilton auch noch einen Fremdkörper ins linke Auge. In den letzten fünf Runden musste er deshalb alles geben, um den furios aufholenden Ricciardio hinter sich zu halten.

Niki Lauda: „Besser geht es nicht“

Am Ende nutzte dem australischen Red-Bull-Neuzugang, der mehrmals die schnellste Runde gefahren war, aber auch der DRS-Vorteil nichts. Zu kurz ist die Zielgerade auf dem engen Stadtkurs. Während Ricciardo über sein erstes Monaco-Podest jubelte, waren die Mercedes-Fahrer anschließend um Beherrschung bemüht. „Der Kampf zwischen den beiden bleibt lebendig, die Emotionen sind hoch“, ist Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff längst bewusst. Wichtig sei, die beiden weiterhin fair zu behandeln, sagte der Österreicher angesichts der immer größer werdenden Spannungen zwischen seine beiden Fahrern. Aufsichtsratschef Niki Lauda sprach von einem „perfekten Rennen“ Rosbergs. Und: „Wir haben bisher jedes Rennen gewonnen, besser geht es nicht.“

Fürst Albert zu Rosberg: „Ich bin glücklich, dass Sie es sind“

Rosberg durfte sich damit wie schon im Vorjahr das: „Ich bin glücklich, dass Sie es sind“, aus dem Mund von Fürst Albert anhören. „Ein fantastischer Tag“, jubelte der Deutsche. Nach seinem zweiten Saisonsieg liegt der nun wie sein Weltmeister-Vater Keke fünffache GP-Sieger mit 122 Punkten allerdings nur vier Zähler vor Hamilton, ehe es zu Lauf sieben nach Montreal geht.

Spritprobleme brachten Rosberg kurz in Bedrängnis

„Zuhause zu gewinnen, ist was ganz Besonderes für mich“, jubelte Rosberg. Nur die Spritprobleme hätten ihm zugesetzt. „Ich musste dadurch die Fahrweise komplett umstellen, das war wirklich nicht ohne. Ich habe aber rasch den Faden gefunden.“

Marussia-Pilot Bianchi überraschend 9.

Jubel gab es auch bei Marussia. Der Franzose Jules Bianchi wurde trotz einer Zeitstrafe Neunter und holte damit die ersten WM-Punkte für das 2010 eingestiegene Hinterbänkler-Team.

Ergebnisse des Formel-1-Grand-Prix von Monaco am Sonntag in Monte Carlo sowie die WM-Wertungen nach dem 6. von 19 Saisonrennen:

Streckenlänge: 78 Runden a 3,340 km = 260,520 km:

 1. Nico Rosberg (GER)     Mercedes     01:49:27,661 Stunden
    Durchschnittsgeschw.:  143,406 km/h
 2. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes                  +09,210
 3. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull                  +09,614
 4. Fernando Alonso (ESP)  Ferrari                   +32,452
 5. Nico Hülkenberg (GER)  Force India              +1 Runde
 6. Jenson Button (GBR)    McLaren                  +1 Runde
 7. Felipe Massa (BRA)     Williams                 +1 Runde
 8. Romain Grosjean (FRA)  Lotus                    +1 Runde
 9. Jules Bianchi (FRA)    Marussia                 +1 Runde
10. Kevin Magnussen (DEN)  McLaren                  +1 Runde
11. Marcus Ericsson (SWE)  Caterham                 +1 Runde
12. Kimi Räikkönen (FIN)   Ferrari                  +1 Runde
13. Kamui Kobayashi (JPN)  Caterham                 +1 Runde
14. Max Chilton (GBR)      Marussia                +2 Runden

Ausgeschieden: Valtteri Bottas (FIN) Williams, Esteban Gutierrez (MEX) Sauber, Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso, Pastor Maldonado (VEN) Lotus, Sergio Perez (MEX) Force India, Adrian Sutil (GER) Sauber, Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso, Sebastian Vettel (GER) Red Bull

Schnellste Runde: Kimi Räikkönen 1:18,479 (75.)

WM-Stand (nach 6 von 19 Rennen):

 1. Nico Rosberg (GER)     Mercedes    122
 2. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes    118
 3. Fernando Alonso (ESP)  Ferrari      61
 4. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull     54
 5. Nico Hülkenberg (GER)  Force India  47
 6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull     45
 7. Valtteri Bottas (FIN)  Williams     34
 8. Jenson Button (GBR)    McLaren      31
 9. Kevin Magnussen (DEN)  McLaren      21
10. Sergio Perez (MEX)     Force India  20
11. Felipe Massa (BRA)     Williams     18
12. Kimi Räikkönen (FIN)   Ferrari      17
13. Romain Grosjean (FRA)  Lotus         8
14. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso    4
15. Daniil Kwjat (RUS)     Toro Rosso    4
16. Jules Bianchi (FRA)    Marussia      2

Konstrukteurs-WM (nach 6 von 19 Rennen):

1. Mercedes    240
2. Red Bull     99
3. Ferrari      78
4. Force India  67
5. McLaren      52
6. Williams     52
7. Lotus         8
8. Toro Rosso    8
9. Marussia      2

Nächster WM-Lauf: Grand Prix von Kanada in Montreal (8. Juni)

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