Formel 1 Strecke Monaco
Rosberg und Vettel sagen Hamilton den Kampf an.
 

Formel 1 Monaco: Zurück in die Spur

Nico Rosberg und Sebastian Vettel wollen im Fürstentum nicht nur Punkte sammeln, sondern den Favoriten herausfordern.

21.05.2014 APA

Der Grand Prix von Monaco ist ein Saisonhighlight, auf und neben der Strecke. Und wenige Wochen vor dem großen Österreich-Comeback sind zwei Fahrer besonders hungrig auf Erfolge: Nico Rosberg und Sebastian Vettel.

Stallduell bei den Silberpfeilen

Rosberg tut dies, weil ihm trotz seines Auftakterfolges in Australien Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton mit vier Siegen in Folge die Führung in der WM abgejagt hat. Der sechste von 19 Saisonläufen 2014 ist am Sonntag (14.00 Uhr ORF eins, RTL, Sky) für den in Monaco aufgewachsenen Rosberg nicht nur ein Heimrennen, er geht auch als Vorjahressieger an den Start.

Keine Geschenke

Zwischen Weltmeister-Sohn Rosberg und dessen erstem WM-Titel steht mit Hamilton nur ein Mann. Und der ist ausgerechnet sein Teamkollege im zweiten der bisher unschlagbar gewesenen Silberpfeile. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis zwischen den beiden monegassischen Wohnungs-Nachbarn mit offenen Messern gekämpft wird.

Vettel in WM-Wertung abgeschlagen

Hamilton hat das Weltmeister-Gefühl schon einmal 2008 ausgekostet und wirkt derzeit auch lockerer als Rosberg, der sich sowohl in Malaysia als auch dann in Bahrain, China und zuletzt Spanien mit Platz zwei hinter Hamilton begnügen musste. Damit führt der in Australien trotz Pole ausgeschiedene Brite in der WM mit 100 Punkten hauchdünn vor Rosberg (97), Vierfach-Weltmeister Vettel ist mit 49 Zählern bereits abgeschlagener Dritter.

Hamilton über Monaco

„Monaco ist unglaublich. Das ist die härteste Achterbahn der Welt“, sagte Hamilton vor dem Traditions-Grand-Prix. Obwohl über nur 260 statt wie üblich 305 Kilometer führend, gilt Monaco u.a. wegen der rund 4.000 Schaltvorgänge in den 78 Runden als das härteste Rennen überhaupt.

Noch kein Monaco-Sieg des Briten

Hamilton hat hier aber noch nie gewonnen und erstmals kommt die Formel 1 mit den neuen Turbo-Antrieben nach Monaco. Auf dem langsamen Stadtkurs (158 km/h Schnitt) kommt es mehr auf den reinen V6-Motor und weniger auf den elektrischen Hybrid-Restanteil des Antriebsstranges an, den Mercedes so perfekt hinbekommen hat.

Konkurrenz im Nacken

Hier sieht nicht nur Vettel sondern die komplette Formel-1-Gemeinde die Chance, dass die bisherige Mercedes-Überlegenheit Kratzer bekommen könnte. „Monaco kann dich eiskalt erwischen, wenn du dich zu sicher fühlst“, warnte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Monaco immer für Überraschungen gut

Zwar ist Vierfach-Champ Vettel angesichts der konzeptiven Mercedes-Überlegenheit wohl bereits so gut wie entthront, nirgendwo ist die Hoffnung auf einen Überraschungssieg aber so groß wie in Monaco. Mechanischer Grip zählt hier mehr als reine Motoren-Power, das könnte den Red Bulls von Vettel und Neuzugang Daniel Ricciardo entgegenkommen. Nur ein Viertel der Runde wird mit Vollgas gefahren.

Die Favoriten

„Lewis und Nico sind auch hier die Favoriten. Wir wollen sie aber zumindest ärgern“, sagte Vettel vor der halsbrecherischen Jagd vorbei an Casino, Fürstenpalast, Hafen und Schwimmbad, durch den Tunnel sowie die geschichtsträchtigen Kurven Rascasse, Sainte Devote und Tabac.

Pole ist in Monaco noch wichtiger

Der Weltmeister weiß auch, dass nirgends die Pole wichtiger ist als in Monaco. Denn überholen ist in den engen Häuserschluchten fast unmöglich. Seit 1950 haben nur sechs Fahrer gewonnen, die nicht aus der ersten Reihe gestartet sind.

Red Bull mit Nasenkorrektur

Die Red Bull gehen nach einem geforderten Umbau mit neuer Nase in den Monaco-GP. Vettel kam zuletzt mit einem gewechselten Chassis auch besser zurecht. Pirelli bringt in Monaco erstmals in diesem Jahr den Supersoft-Reifen an den Start. Selbst Fernando Alonso glaubt daher: „Red Bull wird in Monaco eine der wenigen Möglichkeiten finden, Mercedes zu besiegen.“

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