© Bild: Srdjan Suki / EPA / picturedesk.com
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Formel 1: Mercedes-internes Psycho-Duell geht in die nächste Runde

Obwohl bei Mercedes offiziell nur das Team zählt, ist der Stallkrieg bei den Silberpfeilen in vollem Gange.

05.06.2014 APA

Dass Mercedes in der aktuellen Formel 1-Saison der überlegene Favorit ist und vermutlich auch bleiben wird, ist unbestritten. Alles andere als klar ist aber, wer von den beiden Silberpfeil-Piloten sich an die Spitze setzen kann. Das Psycho-Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton beherrscht die Formel 1. Nachvollziehen kann das auch Christian Klien: Der Österreicher musste seinerzeit bei Red Bull um ein Cockpit kämpfen und plädiert für Fairness. „Überzeugen sollte man durch Leistung.“

Mercedes-internes Duell bringt Spannung

Der Vorarlberger musste in der schwierigen Anfangszeit des späteren Weltmeisterteams gegen Tonio Liuzzi um eines der beiden Autos kämpfen und sich mit dem Italiener sogar im Cockpit abwechseln. Dass das WM-Duell im überlegenen Mercedes zwischen Rosberg und Hamilton aufbrechen musste, liegt auch für Klien auf der Hand. Und ist auch okay. „Ein Glück. Das ist doch das Spannende, das wir derzeit haben.“

Hamilton in Montreal bereits 3 Mal siegreich

Hamilton hat die aktuelle Missstimmung nach den Untergriffen beim Monaco-Grand-Prix zwar für beendet erklärt und will in Kanada wieder sportlich überzeugen. Auf dem Circuit Jacques Villeneuve hat der emotionale Engländer im Gegensatz zu Rosberg mit drei Siegen eine starke Bilanz. Dort feierte er 2007 auch seinen ersten GP-Triumph. Ein Jahr später war er auch Weltmeister. Rosberg ist in Montreal noch nie auf das Podest gekommen.

Hamilton ist bereits Stallkriegs-Veteran

Hamilton hat zudem Stallkriege wie jenen bei McLaren gegen Fernando Alonso schon hinter sich und kennt die Spielchen. Jetzt ist Rosberg der Mann, den er übertrumpfen muss. „Spätestens in Monaco haben beide die Ellbogen ausgefahren. Und nun versucht jeder, seine Tricks auszupacken“, ist Klien bewusst.

Gerhard Berger: „Nadelstiche kommen unentwegt“

Auch Gerhard Berger fürchtet Schlimmstes. „Man erkennt ganz klar, dass die Spielchen jetzt losgehen. Das gehört dazu und ist Rennsport auf höchstem Niveau“, erklärte der frühere Teamkollege von Ayrton Senna zuletzt bei Servus TV. Der Tiroler hatte in Monaco beim gemeinsamen Abendessen schon bemerkt, wie sehr es brodelt. „Die Nadelstiche kommen unentwegt. In den nächsten Rennen werden wir eine Explosion erleben“, glaubt Berger, dass das alles erst der Anfang war.

Mercedes: Nur das Team zählt

Mercedes hat freilich zuletzt nochmals verdeutlicht, dass alles seine Grenzen hat. Man wolle sich weder die WM noch den Ruf gefährden lassen, betont Motorsportchef Toto Wolff bei allem Verständnis für seine beiden Fahrer immer wieder, dass die Piloten Angestellte sind und vor allem das Team zähle.

Jeder Punkt zählt

Rosberg und Hamilton kämpfen freilich alleine deshalb mit offenem Visier, weil jetzt die Weichen für den späteren Saisonverlauf gestellt werden. „Momentan sind sie ja quasi punktegleich. In der zweiten Saisonhälfte wird aber das Team irgendwann mal auf einen Piloten setzen müssen“, ist Klien sicher. „Deshalb fighten die beiden derzeit, wo sie noch voll fahren können, um jeden Punkt, um den Nummer-Eins-Status im Team zu erreichen, da stacheln sie sich hoch“, liegen für den Österreicher die harten Bandagen auf der Hand. „Denn irgendwo musst du ja immer schauen, dass du vor deinem Teamkollegen bist.“

Klien sieht Hamilton im Vorteil

Gewinnen solle man diesen Kampf aber am besten auf der Straße, verwies auch Klien auf die großen Ego-Duelle in der Formel 1, wie sie vor allem zwischen Senna und Alain Prost, Nigel Mansell und Nelson Piquet, Hamilton und Alonso und zuletzt auch zwischen Weltmeister Sebastian Vettel und Mark Webber immer wieder zu sehen waren. „Man sollte natürlich trotz allem fair bleiben und am besten mit Leistung und Speed auf der Rennstrecke“, überzeugen, plädiert der ins Langstrecken-Lager gewechselte Klien und sieht da einen kleinen Vorteil für Hamilton. „Weil er im Qualifying einen Tick schneller ist. Vor allem das muss Nico nun rasch ändern.“

Kanada perfekt für Hamiltons Fahrstil

Auch weil in Kanada aggressives Fahren belohnt wird, wird Hamilton etwas im Vorteil gesehen. Auf der schmalen Insel Notre Dame im St. Lorenz-Strom gehen sich nur lange Geraden und scharfe Kurven aus, das ist nicht nur perfekt für die beiden starken Mercedes, sondern vor allem für Hamiltons Fahrstil.

Abwechslung bei Mercedes-Siegen

Noch nie hat heuer ein Mercedes-Pilot als WM-Leader gewonnen. Nach seinem Auftaktsieg in Melbourne hatte Rosberg erst mit seinem zweiten Saisonerfolg vor zwei Wochen in Monaco wieder die Führung übernommen, dazwischen siegte Hamilton vier Mal in Folge. Vor dem siebenten Saisonlauf liegt Rosberg vier Punkte vor Hamilton. Geht die Serie weiter, wäre Verfolger Hamilton in Kanada also wieder mit dem Siegen dran.

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