Nico Rosberg im Mercedes W05
Der W05 ist derzeit das beste Rennauto der Formel 1.
 

Formel 1: W05 ist derzeit das beste Rennauto

Der W05 ist derzeit das mit Abstand beste Auto. Das hat der überlegene Sieg von Rosberg am Sonntag beim Saisonstart in Australien gezeigt

17.03.2014 Online Redaktion

von Florian Haselmayer / APA

Mercedes hat beim ersten Saisonrennen der Formel 1 in Melbourne einiges vorgelegt. Der W05 ist zumindest zu Beginn der neuen Turboära das mit Abstand beste Auto. Das hat der überlegene Sieg von Nico Rosberg am Sonntag beim Saisonstart in Australien gezeigt. Die Konkurrenz nähert sich allerdings mit Riesenschritten. Mercedes ist gewarnt.

Defekter Zylinder sorgte für Ausfall

„Wir müssen weiter pushen, um den kleinen Vorsprung, den wir haben, nicht zu verlieren“, betonte Motorsportchef Toto Wolff. „Wir müssen volles Rohr weiterentwickeln und gleichzeitig die Standfestigkeit verbessern. So wie wir am Wochenende gesehen haben, kann das schnell gehen.“ Pole-Position-Mann Lewis Hamilton verabschiedete sich bereits nach wenigen Runden mit einem defekten Zylinder.

Kühlung wird in Malaysia entscheiden

In eineinhalb Wochen geht es nach Malaysia. „Dort ist die Kühlung das große Thema“, erklärte Wolff. Eine Hitzewelle hat das Land im Griff. Mehr als 35 Grad im Schatten werden gemessen. Dazu kommt die gewohnt hohe Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent. „Kuala Lumpur ist für alle die nächste Prüfung. Dort ist es richtig heiß“, erklärte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda.

Rosberg entspannt auf Bali

Um die Schlagzahl hochzuhalten, reisten die Teams am Montag nach dem Rennen allesamt zurück nach Europa. Rosberg dagegen überbrückt die Zeit bis zum zweiten Saisonrennen mit seiner Freundin Vivian, die er im Sommer heiraten wird, auf Bali. Aber auch dort stehen für den 28-Jährigen täglich Skype-Konferenzen mit den Ingenieuren in der Fabrik in Brackley auf dem Programm.

Zweiter Favorit auf den WM-Titel

Rosberg gilt bei den Buchmachern mittlerweile hinter Hamilton als Co-Favorit auf den WM-Titel. Sein früherer Williams-Teamkollege Alexander Wurz sieht den Deutschen im ersten Saisondrittel sogar im Vorteil. „Alleine wegen der Punkte, die er jetzt auf dem Konto hat“, erinnerte der Österreicher. Rosberg steht bei 25, Hamilton bei 0.

Hamilton findet neuen Boliden fantastisch

Der Engländer gab sich nach seinem Aus dennoch „ziemlich entspannt“. Lauda hatte ihm in seiner Rolle als Aufsichtsratschef des Teams Mut zugesprochen. „Das wirklich Positive ist, dass das Auto fantastisch ist und wir noch einen langen Weg vor uns haben“, sagte Hamilton. Missgunst zwischen Rosberg und ihm hat es bisher nicht gegeben. Die beiden kennen einander seit 15 Jahren.

Rennautos werden noch schneller

Dennoch könnten die kommenden Rennen auf ein Duell zwischen den beiden Silberpfeilen hinauslaufen. „Wir haben bei der reinen Leistung noch eine kleine Reserve“, verriet Wolff. „Das ist aber nicht sehr viel.“ Üblicherweise werden die Boliden im Saisonverlauf um rund zwei Sekunden schneller. „Mit diesen neuen Autos wird die Entwicklungskurve aber noch viel steiler sein“, meinte der Wiener.

Lauda: „keine gemähte Wiese“

Nach einer kurzen Party in Melbourne ging es daher zurück nach England. „Es ist keine gemähte Wiese“, warnte Lauda, der als sein persönliches Ziel für das Team bereits mehrfach den WM-Titel ausgegeben hat. Es wäre der erste für ein Mercedes-Werksteam seit Juan Manuel Fangio 1955. Lauda: „Red Bull wird kommen, alle werden kommen. Die Frage ist nur, wann.“

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