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Überschäumende Freude nach Mercedes-Doppelsieg: Von zu viel Selbstsicherheit nehmen die Silberpfeile trotzdem Abstand
 

Formel 1: Mercedes baut Favoritenrolle aus

Mit dem Mercedes-Doppelsieg beim Formel 1- Grand Prix von Malaysia festigte das Team um Hamilton und Rosberg die Favoritenrolle – aber: „Red Bull wird zurückkommen“

01.04.2014 APA

Nach den ersten beiden Saisonrennen scheint die Favoritenrolle von Mercedes vorerst bestätigt. Das Team hat den vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel und sein Red-Bull-Team als Nummer eins abgelöst. „Die machen einen verdammt guten Job“, konstatierte Vettel nach Platz drei im Malaysia-Grand-Prix hinter dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg. „Wir müssen große Schritte machen, da sie ziemlich weit weg sind“, meinte Vettel.

Lauda: „Im Moment ist klar Mercedes vorn“

Österreichs F1-Legende Niki Lauda hat als Formel-1-Aufsichtsratschef von Mercedes derzeit gut lachen. „Im Moment ist klar Mercedes vorn. Red Bull ist die zweite Kraft, aufgerückt auf Mercedes. Und dann ist ein bissl eine Pause, und dann kommt Ferrari“, erklärte der 65-Jährige.

„Sehr, sehr geil, Lewis und Nico“

Der schwäbische Autobauer feierte sich am Montag in ganzseitigen Zeitungsanzeigen mit der Überschrift „Sehr, sehr geil, Lewis und Nico“. Auch die internationale Presse verneigte sich. „Mercedes über alles“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ sogar auf Deutsch.

Bahrain liegt den Mercedes-Piloten gut

Nach dem Auftakt-Sieg in Australien und dem historischen Doppel-Triumph von Sepang gelten Hamilton und WM-Spitzenreiter Rosberg auch am Sonntag im Wüsten-Grand-Prix in Sakhir als klare Favoriten. „Bahrain ist eine Strecke, die den Burschen ganz gut liegt“, urteilte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Das räumte auch der sonst auf Understatement bedachte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ein.

Mercedes übt sich noch in Zurückhaltung

Trotz des rasanten Aufstiegs in dieser Saison und ihrer bisher erdrückenden Dominanz wehrt sich die „Sternenflotte“ aber vehement dagegen, nun auch der logische Titelfavorit zu sein. „Die sind viermal Weltmeister geworden und wir haben zwei Rennen gewonnen“, wiegelte Wolff ab. „Das ist für uns die Benchmark.“ Man dürfe nicht vergessen, wo Mercedes herkomme, betonte der 42-jährige Wiener. Die „Silberpfeile“ taten sich nach der Rückkehr mit dem Werksteam 2010 lange schwer und wurden sogar verspottet. Der ehrgeizige Rennstall landete in der Konstrukteurs-WM zunächst auf den Plätzen vier, vier, fünf und erst im Vorjahr auf Rang zwei. Der deutsche Rekord-Weltmeister Michael Schumacher blieb nach seinem Comeback in drei Mercedes-Jahren ohne Sieg. Seinem Landsmann Rosberg gelangen drei Erfolge, dem Engländer Hamilton im Vorjahr einer – bis nun in dieser Saison der große Durchbruch glückte. „Wir dürfen jetzt nicht himmelhoch jauchzend von der Strecke trotten“, warnte Wolff. Auf den ersten Doppelerfolg durch Hamilton vor Rosberg in der neuen Silberpfeil-Ära stieß das Team aber dennoch gebührend an. Und auch Wolff war wie alle anderen mächtig stolz: „Ich will unsere Leistung nicht schmälern.“

Mercedes-Motorsportchef Wolff: „Red Bull wird zurückkommen“

Bei allem berechtigten Lob will sich die Mercedes-Mannschaft nicht einlullen lassen. Wolff versicherte: „Red Bull wird zurückkommen, da bin ich sicher.“ Und Lauda warnte: „Man muss wirklich aufpassen, wie schnell die Entwicklung bei ihnen weitergeht.“ Angeblich im Eiltempo, wenn Wolffs Behauptung stimmt. Red Bull habe täglich „60 Kisten mit dem Früh- und dem Abendflug“ nach Sepang transportieren lassen. Bei Mercedes seien es fünf- oder sechsmal weniger gewesen. „Man darf keine Ruhe geben und muss weiter pushen.“ Am Dienstag betonte der 42-jährige Wiener erneut auf seiner Homepage: „Es ist ein guter Beginn, aber wir können es uns nicht leisten, uns auszuruhen“, wurde der 42-jährige Wiener am Dienstag auf der Homepage der Silberpfeile zitiert.

„Ich möchte die Arbeit aller im Team in Stuttgart, Brackley und Brixworth damit keinesfalls herunterspielen, aber jeder Vorteil, den wir jetzt vielleicht noch genießen, lässt sich nur bis zum Ende des Jahres halten, wenn wir weiter hart arbeiten“, betonte Wolff.

Red Bull nimmt Motorenpartner Renault in die Pflicht

Druck machen auch Vettel und die Red-Bull-Verantwortlichen. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Es ist kein Geheimnis, dass wir bezüglich Fahrbarkeit und Power noch mehr machen müssen“, sagte Vettel. Teamchef Horner pflichtete bei: „Wir wissen, dass wir auf Mercedes noch viel an Boden gut machen müssen.“ Red-Bull-Berater Helmut Marko nahm vor allem den Triebwerk-Partner in die Pflicht: „Die Hauptlast liegt auf Renault, dass der Motor standfest wird, dass die Software funktioniert und dass die Power kommt.“ Das Team sei im Vergleich zu Melbourne gegenüber Mercedes einen Schritt vorangekommen, „aber das reicht bei weitem noch nicht“.

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