niki lauda 1984
© Mclaren Racing Ltd. | Philinflash (via Flickr)
 

Formel 1: Laudas Heimsieg 1984

Niki Lauda gewann den GP von Österreich 1984 trotz eines Getriebeschadens. Der Sieg ebnete den Weg zum dritten WM-Titel.

16.06.2014 APA

Die Umwidmung der nach ihm benannten Kurve auf dem Red Bull Ring für einen Sponsor ist ihm sauer aufgestoßen. Immerhin hat Niki Lauda 1984 in Spielberg für eine der Sternstunden des heimischen Motorsports gesorgt. Der bis dahin zweifache Weltmeister (1975, 1977) gewann als bisher einziger Österreicher seinen Heim-Grand-Prix. Zu verdanken war das einem „Irrtum“ des zweitplatzierten Nelson Piquet.

Lauda wollte nicht hatschen

Es war der 19. August 1984. Lauda führte von Startplatz vier, ehe es in seinem McLaren-Turbo krachte – Getriebeschaden. „Ich bin in der Bosch-Kurve ausgerollt. Von da runterzuhatschen, das war mir aber zu weit“, erklärte Lauda. Daher habe er im Getriebe „herumgestochert“ – und tatsächlich noch einen vierten und einen fünften Gang gefunden. „Die Dritte war hin, normalerweise zerbröselt dann das ganze Getriebe“, erinnerte die Legende.

Lauda aber rettete sich zurück zu den Boxen und am Ende sogar mit einem Gang weniger bis ins Ziel. „Der Piquet hat mich nicht überholt, weil er geglaubt hat, ich spiele mit ihm“, sagte Lauda mit einem verschmitzten Lächeln. „Er hat gedacht, ich fahre langsam, das war mein Glück. Das Rennen hätte er mit dem Linken gewonnen.“ Auf dem Podium habe er den Brasilianer aufgeklärt. „Danke vielmals, habe ich gesagt.“ Ausgeprägte Flüche waren die Antwort.

Mit dem Sieg in Österreich übernahm Lauda erstmals in diesem Jahr die WM-Führung.

„Der Prost, mein größter Konkurrent, ist rausgeflogen. Ich habe den Grand Prix gewonnen, das war einer der wichtigsten Punkte meiner Weltmeisterschaft“, betonte Lauda. Vier Rennen später war der Wiener zum dritten und letzten Mal Weltmeister – einen halben Zähler vor Alain Prost. Dem Franzosen war in Spielberg ein Ölfleck zum Verhängnis geworden. Lauda: „Das war super für die WM.“

Nicht nur die Meisterschaft lässt den 65-Jährigen gerne an seinen Heimsieg zurückdenken. „Die Art und Weise des Sieges war das Besondere. Das Auto war praktisch hinüber“, schilderte Lauda fast 30 Jahre danach. „Es war ein unglaubliches Gefühl.“ Mehr als 100.000 Menschen feierten den Lokalmatador. „Niki hat alle Träume wahr gemacht“, schrieb die APA an jenem 19. August 1984. „Lauda fuhr mit 23,525 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie und der Jubel kannte keine Grenzen.“

Dem legendären Jochen Rindt war ein Heimsieg in Spielberg ebenso verwehrt geblieben wie dem Tiroler Gerhard Berger, dem 1986 ein Batteriedefekt einen Strich durch die Rechnung machte. Ein Triumph seines Mercedes-Teams beim Österreich-Comeback bedeute ihm aber nicht mehr als bei jedem anderen Rennen, versicherte Aufsichtsratschef Lauda. „Je mehr Siege, desto besser. Auch in Spielberg gibt es nur 25 Punkte.“ So pragmatisch ist der dreifache Weltmeister – auch wenn man ihm vor drei Jahren seine Kurve genommen hat.

Großer Preis von Österreich 1984

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