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Formel 1 in Spielberg: Bilanz

„Bestes Rennen des Jahres“ – trotzdem um über 100.000 Zuschauer weniger als im vergangenen Jahr am Red Bull Ring

22.06.2015 APA

Auch im 2. Jahr nach der Rückkehr der Formel 1 nach Österreich verlief der Grand Prix am Red Bull Ring ohne organisatorische Versäumnisse. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bezeichnete den Grand Prix, den Nico Rosberg vor Lewis Hamilton und Felipe Massa gewann, sogar als „das beste Rennen des Jahres“. Trotzdem musste die Großveranstaltung einen eklatanten Zuschauer-Rückgang hinnehmen. Mit 120.000 Fans kamen über 100.000 Zuschauer weniger als im Vorjahr.

„Nur“ 120.000 Fans bei Österreich-Grand Prix

Etwas, das sich früh abgezeichnet hatte und deshalb zu einem gewissen Teil auch nicht besonders überraschte. Im Vorjahr war das Comeback-Rennen der Königsklasse sofort ausverkauft gewesen, am Ende hatte man 225.000 Fans gezählt. Diesmal kamen trotz intensiver Bemühungen und eines reichhaltigen Programms 5.000 Zuschauer am Donnerstag, 25.000 am Freitag, 35.000 am Samstag und 55.000 zum Rennen am Sonntag.

Formel 1-Krise Schuld an Zuschauer-Rückgang

An der Durchführung und Organisation lag der Rückgang nicht. Eher an wirtschaftlichen Überlegungen der Menschen, am Wetter und vor allem der allgemeinen Formel-1-Krise. „Organisatorisch war das wieder ein tolles Formel-1-Wochenende, alles funktioniert hier“, sagte etwa Gerhard Berger. „Die Fans sind sehr gut. Es war wieder ein Grand Prix, der zu den Besten gehört“, lobte der Ex-Pilot aus Tirol.

„Es hat wieder einmal alles gepasst“

Selbst Bernie Ecclestone war hoch zufrieden. „Da wurde ein exzellenter Job gemacht. Es hat wieder einmal alles gepasst. Das beste Zeichen ist doch, dass sich niemand über irgendetwas beschwert hat“, sagte der Formel-1-Chef gegenüber den „Salzburger Nachrichten“.

Kaum Promis in Spielberg

Allerdings hielt sich diesmal auch die Promidichte in Grenzen. Angekündigte ÖSV-Skirennfahrer kamen nicht bzw. wurden von ihren „Chefs“ Hans Pum und Andreas Puelacher vertreten. Dass die von Niki Lauda geplante Einladung an Anna Fenninger am Ende doch ausblieb, dürfte allerdings eine weise Entscheidung gewesen sein. Dafür ließ sich Norwegens ebenfalls von Red Bull unterstützter Olympiasieger Aksel Lund Svindal das PS-Spektakel in der Obersteiermark nicht nehmen.

Grazer Amok-Fahrt überschattete Grand Prix

Natürlich wurde das Event in der Steiermark von der schrecklichen Amok-Fahrt in der nur 75 Kilometer entfernten Landeshauptstadt Graz überschattet. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und sein Vize Michael Schickhofer (SPÖ) hatten sich deshalb bei der Formel 1 auch vertreten lassen.

„Da werden große Dinge ganz klein“

„Da werden große Dinge ganz klein“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Sonntag an der Rennstrecke angesichts der tragischen Ereignisse. Andreas Gabalier hatte bei seinem Konzert am Samstagabend für eine ausführliche Schweigeminute sowie ein von gut 20.000 Besuchern erzeugtes Lichtermeer gesorgt.

MotoGp kommt 2016 zurück

Und auch wenn Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz angesichts der Motorenprobleme bei seinen beiden Teams nicht nur Rennen, sondern zunehmend auch die Lust an der Königsklasse verliert, ist auch die dritte Formel-1-Auflage der Neuzeit auf dem Red Bull Ring 2016 garantiert. Man hat sich bis zumindest 2020 vertraglich gebunden, zudem kommt im nächsten Jahr auch die MotoGP ins Murtal zurück. Und weil sich die Formel 1 voraussichtlich erst bis 2017 selbst erneuert hat, wird nächstes Jahr wohl das sehr stark von den Fans getragene Zweirad-Spektakel für den größten Zuschauer-Andrang am Ring sorgen. Termin gibt es noch keinen, gefahren werden soll aber im Sommer.

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