Video: F1-Horror-Crash von Alonso in Melbourne

Schockierende Szenen beim Grand Prix von Australien: Fernando Alonsons McLaren wurde bei einem brutalen Crash geschrottet, der Spanier überlebte leicht verletzt. Rosberg holte den Sieg im ersten Rennen der Saison.

20.03.2016 APA

Viel Aufregung beim ersten Formel 1-Grand Prix der Saison: insbesondere ein Horror-Crash von Fernando Alonso hielt die Zuschauer in Atem. Der Spanier lief auf den Haas des Mexikaners Esteban Gutierrez auf, segelte nach mehreren seitlichen Überschlägen hunderte Meter weit, ehe sein McLaren beim Einschlag der Streckenbegrenzung endgültig zerbrach. Unglaublicherweise überlebte Alonso überlebte fast unversehrt und verließ das Wrack lediglich humpelnd.

„Beängstigender Unfall“

„Natürlich bist du dankbar, dass du am Leben bist und nicht einmal Verletzungen hast“, so der 34-jährige McLaren-Pilot nach seinem schweren Crash.  „Es war ein beängstigender Unfall. Ich bin extrem dankbar, speziell der FIA für die ganzen Sicherheitsmaßnahmen“, sagte Alonso in Richtung der Motorsport-Weltbehörde, die Rennautos und die Rennstrecken in den vergangenen Jahrzehnten deutlich sicherer gemacht hat. „Dank all dem bin ich vermutlich noch am Leben.“

Kein Schuldiger

Alonsons McLaren wurde bei dem Crash komplett geschrottet. „Aber ich bin super happy, dass ich überhaupt hier stehen und sprechen kann.“ Formel-1-Piloten würden immer ihr Leben riskieren, wenn sie ins Auto einstiegen. Der Crash wurde natürlich untersucht, Alonso ist aber der Meinung, dass es keinen Schuldigen gebe. „Es war Racing. Ich war so lange wie möglich im Windschatten und bin im letzten Moment rausgezogen.“

Fernando Alonso im Interview nach seinem Horror-Crash

Hohe Sicherheitsstandards als Lebensretter

Niki Lauda meinte: „Der Unfall war unglaublich. Man sieht, wie sicher diese Autos mittlerweile sind.“ Auf die Frage, wie so ein Crash zu seiner Zeit als Rennfahrer ausgegangen wäre, sagte der dreifache Weltmeister aus Österreich: „Wohl eher traurig!“ Auch Sieger Rosberg meinte: „Das Wichtigste heute war, dass alles gut ausgegangen ist.“

Wende nach Abbruch

Das Rennen wurde abgebrochen und damit änderte sich viel. Während Mercedes nach dem Restart die Strategie änderte und die härteren Reifen aufzog, blieb man bei Ferrari auf den weicheren „Roten“. Mit der Folge, dass die Silberpfeile durchfahren konnten und den bereits 24. Doppelsieg feierten. Vettels Schlussangriff auf Hamilton erledigte sich zudem mit einem Ausritt in die Wiese, Räikkönens Ferrari war schon davor brennend in der Box verendet.

Fernando Alonso ist der „Luckiest man alive“

 

Creo que se refieren a mi… I guess….it’s me! Hora de subirme al avión y descansar unos días para recuperarme bien. Gracias a todos!! Time to take the plane and rest couple of days for a full recovery. Thanks to all of you!! #suerte #luckyman #seeYouNextYearAustralia

Ein von Fernando Alonso (@fernandoalo_oficial) gepostetes Foto am

Rosberg siegte trotz Problemen mit Bremen

Nico Rosberg fuhr den ersten Sieg der Saison vor Lewis Hamilton ein. Der Deutsche ist somit der erste Führende der mit 21 Rennen längsten Saison der WM-Geschichte. Dabei hätte es in diesem turbulenten Auftaktrennen im Albert Park auch den deutschen Vizeweltmeister fast erwischt. Seine verdreckten Bremsen wurden Mitte des Rennens so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass er laut Motorsportdirektor Toto Wolff kurz vor einem Ausfall stand.

Schlechter Start für Mercedes

Das Rennen hatte für die aus der ersten Reihe gestarteten „Silberpfeile“ denkbar schlecht begonnen. Beide Ferraris schossen am Start an ihnen vorbei, zudem drängte Rosberg Pole-Mann Hamilton gleich in der ersten Kurve fast ins Aus. „Das war haarscharf“, atmete Motorsportdirektor Toto Wolff durch.

Wende in der 17. Runde

Damit führten Vettel und Kimi Räikkönen das Feld lange Zeit an, während Hamilton hinter den Toro Rossos fahrend erstaunlich wenig ausreichten konnte, um weiter nach vorne zu kommen. Die große Wende in dem auf 57 Runden reduzierten Rennen (der Red Bull des Russen Daniil Kwjat war mit defekter Batterie am Start liegen geblieben) kam in der 17. Runde.

„Strategie war entscheidend“

„Die Strategie war heute entscheidend“, bedankte sich Rosberg beim Team. Bisher ist nach einem Doppelerfolg beim WM-Start in Melbourne der Sieger jedes Mal Weltmeister geworden. „Vorsicht, es ist noch sehr früh in der Saison“, wiegelte Rosberg ab, obwohl er seine Erfolgsserie aus dem Vorjahr fortgesetzt hatte.

Hamilton gelassen

2015 hatte ihm Hamilton zwar wieder den Meister gezeigt, nach dem Titelgewinn des Briten hatte aber Rosberg alle verbliebenen Rennen gewonnen. Hamilton blieb dennoch gelassen. „Von Platz sieben aus noch Zweiter zu werden nehme ich als Bonus.“

Vettel verkalkuliert

Vettel wiederum sah ein, dass man sich beim mutigen Versuch, die dominierenden Mercedes mit den weicheren Reifen schon beim Auftakt zu fordern, offenbar vertan hatte: „Wir wollten aggressiver fahren, offenbar hat das nicht funktioniert. Die rote Flagge hat aber auch nicht geholfen“, sagte der Deutsche. Warum man bei Ferrari diese Reifenwahl getroffen habe, sei zu überprüfen, forderte Vettel.

Ricciardo auf Plaz 4

Happy war man bei Red Bull Racing über Platz vier von Daniel Ricciardo, der zudem auch die schnellste Runde fuhr. Bei Toro Rosso herrschte hingegen „Eiszeit“, obwohl beide Autos in die Punkte gekommen waren. Nicht jugendfreie Funksprüche des 18-jährigen Verstappen sorgten für Unruhe beim Team und am Ende verhinderte eine Kollision des ungestümen Niederländers gegen den Teamkollegen Carlos Sainz womöglich ein noch besseres Ergebnis.

Sensationeller Platz 6 für Neuling Haas

Auch das verhalf am Ende Romain Grosjean zu einer kleinen Sensation. Der Franzose pilotierte das zweite Auto des neuen US-Teams Haas gleich im ersten Rennen auf Platz sechs.

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