© Bild: VALDRIN XHEMAJ / EPA / picturedesk.com
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Formel 1 in Hockenheim: 2. Chance für Susie Wolff

Die Williams-Testfahrerin will die Enttäuschung in Silverstone in Deutschland wettmachen: „Wenn ich in Hockenheim nicht schnell genug bin, dann bin ich nicht mehr im Team, egal wer mein Mann ist.“

17.07.2014 APA

In Silverstone musste Susie Wolff wegen eines technischen Defekts an ihrem Williams nach geradel einmal vier Runden abbrechen. Am Freitag (10.00 Uhr) bekommt die Entwicklungspilotin in Hockenheim aber noch einmal eine Chance. Die 31-jährige Schottin, Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, fährt im ersten Freien Training erneut den Williams von Shooting-Star Valtteri Bottas.

Erste Frau seit 22 Jahren

Wolff ist die erste Frau seit 22 Jahren, die an Grand-Prix-Wochenenden teilnimmt. Damit soll ihr Weg aber nicht zu Ende sein. Sie träumt auch von Renneinsätzen. „Ich muss in Hockenheim zeigen, was ich kann. Ich muss beweisen, dass ich den Speed habe. Dann kann ich schauen, welche Chancen es für das nächste Jahr gibt“, erklärte Wolff in einem Interview mit der APA – Austria Presse Agentur.

Keine Vorteile für Frauen

Die Cockpits in der Königsklasse sind heiß umkämpft. Eine Frau zu sein, ist da kein Vorteil – auch wenn sich das Thema gut vermarkten lässt. „In der Formel 1 dreht sich alles um Leistung“, sagte Wolff, die sich durch diverse Nachwuchsklassen gekämpft hat und von 2006 bis 2012 bereits sieben Jahre im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gefahren ist. Daher ist sie auch mit dem Kurs in Hockenheim bestens vertraut.

Wolff will nicht aufgeben

„Silverstone war eine Riesen-Riesen-Enttäuschung. Aber ich habe sofort an Hockenheim gedacht, ich habe schon die ersten Kurven im Kopf gehabt“, verriet Wolff. „Ich weiß, dass ich es kann. Im Sport darfst du nicht zurückschauen. Du musst immer den Kopf oben lassen.“ Nie aufzugeben sei immer eine ihre Stärken gewesen, erklärte die Britin. „Deswegen bin ich in die Formel 1 gekommen.“

„Ich bin immer für mich selbst gefahren, nicht für die Frauen“

Seit drei Jahren ist Wolff Entwicklungspilotin bei Williams. Die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihren Trainingsauftritten entgegengebracht wird, kann sie zwar nachvollziehen. „Für mich ist es aber nur der logische nächste Schritt. Ich bin immer für mich selbst gefahren, nicht für die Frauen. Trotzdem freue ich mich über die Unterstützung, die ich bekomme.“ Auch von ihrem Mann. „Ich habe Toto kennengelernt, als ich schon vier Jahre in der DTM gefahren bin. Trotzdem bin ich die erste, die sagt, ich habe ein Riesenglück, ihn als Mann zu haben“, sagte Wolff über den Mercedes-Boss. Der Wiener hält auch am Williams-Team Anteile. „Er kennt das Umfeld. Und er weiß, dass Leistung das Wichtigste ist“, erklärte Susie Wolff. „Wenn ich in Hockenheim nicht schnell genug bin, dann bin ich nicht mehr im Team, egal wer mein Mann ist.“

Hoffnungsträger Bottas

Große Namen im Training hinter sich zu lassen, sei nicht ihr primäres Ziel. Es geht darum, ein Programm abzuspulen und das Auto für Bottas abzustimmen. Dieser war nach Platz drei in Spielberg in Silverstone sogar Zweiter geworden – in jenem Boliden, mit dem Wolff zuvor wegen eines Problems mit dem Öldruck liegen geblieben war. „Wir haben immer gewusst, er ist etwas Besonderes“, sagte die Entwicklungspilotin über den Finnen.

„Es gibt keinen Grund, warum Frauen im Motorsport nicht erfolgreich sein sollten“

Sie selbst ist das in der männerdominierten Branche ebenfalls. „Es gibt keinen Grund, warum Frauen im Motorsport nicht erfolgreich sein sollten“, betonte Wolff. Die Aufmerksamkeit werde sich legen, sobald eine Frau in der Formel 1 zum Stammpersonal zähle. Wolff hat damit umzugehen gelernt. „Sobald man den Helm auf hat und im Auto sitzt, ist man sowieso allein. Dann kämpfst du mit dir selbst.“ Am Freitag darf sie es wieder tun.

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