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Hamilton siegt vor Rosberg. Perez fährt im Force India aufs Podest. © SRDJAN SUKI / EPA / picturedesk.com
 

Formel 1: Hamilton gewinnt Grand Prix von Bahrain

Mercedes landete auch beim Grand Prix von Bahrain mit Hamilton vor Rosberg einen Doppelsieg – Perez 3., Vettel 6.

06.04.2014 APA

Mercedes hat am Sonntag auch das dritte Saisonrennen der Formel-1-WM dominiert. Lewis Hamilton landete beim Nachtrennen in Bahrain seinen zweiten Sieg in Serie. Der 29-jährige Engländer setzte sich wie zuletzt in Malaysia vor seinem Teamkollegen und WM-Leader Nico Rosberg durch. Dritter wurde der Mexikaner Sergio Perez im Force India.

Ricciardo und Vettel auf Plätzen 4 und 6

Weltmeister Sebastian Vettel kam im Red Bull nicht über Rang sechs hinaus. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo wurde Vierter. Hamilton rückte Rosberg in der WM bis auf elf Punkte nahe. Die beiden Mercedes-Piloten lieferten einander auf der Strecke ein packendes Duell. Das Rennen war von zahlreichen, auch teaminternen Zweikämpfen geprägt. Eine Safety-Car-Phase sorgte im Finish für zusätzliche Spannung. Noch schlimmer lief es für Ferrari. Fernando Alonso (9.) und Kimi Räikkönen (10.) kamen gerade noch in die Punkteränge. Ferrari-Boss Luca Montezemolo war schon während des Rennens abgereist.

© Bild: Srdjan Suki / EPA / picturedesk.com

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Gutierrez‘ Sauber überschlug sich in der 40. Runde

Wer angesichts der anhaltenden Überlegenheit der Mercedes und der vorangegangenen Debatte am persischen Golf „Langeweile“ erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Denn nicht nur die beiden Silberpfeil-Piloten schenkten einander nichts. Dahinter wurde um fast jede Position Rad an Rad und heftig gekämpft. Wilder Höhepunkt war der Unfall in der 40. Runde, als Pastor Maldonado mit seinem Lotus Esteban Gutierrez auf die „Hörner“ nahm und sich der Sauber des Mexikaners seitlich überschlug.

Hamilton: „Das hat richtig Spaß gemacht“

Bei Mercedes bewies man, dass Stallorder derzeit – noch – kein Thema sind. Lange musste sich Hamilton der Rosberg-Attacken erwehren und als das Safety Car seinen kleinen Vorsprung zunichte machte, ging es von neuem los. „Bringt beide Autos nach Hause“, funkte Technikchef Paddy Lowe zehn Runden vor Schluss zwar an Rosberg, aber der zweitplatzierte Deutsche attackierte trotzdem mehrmals. Zeitweise fuhren beide Silberpfeile nebeneinander durch mehrere Kurven. Erst mit schnellsten Rennrunden verschaffte sich Hamilton entscheidend Luft. Nach 57 Runden unter den gleißenden Flutlichtern des Bahrain International Circuit freuten sich die beiden Teamkollegen über ihre mitreißende Show. „Das hat richtig Spaß gemacht. Nico ist fantastisch gefahren“, lobte Sieger Hamilton, und auch Rosberg gab sich begeistert: „Das war das beste Rennen, an dem ich teilgenommen habe. Das war ein Tag für den Sport“, sagte der Deutsche, der sich mit der WM-Führung tröstete.

Lauda: „Wenn jetzt noch einer jammert, kann ich den nur auslachen“

Auch Motorsport-Chef Toto Wolff war voll des Lobes. „Die beiden haben mit Kopf und Verstand eine gute Show geboten. Sie sind ein Rennen gefahren, so etwas brauchen wir, so etwas braucht die Formel 1. Das hat Spaß gemacht“, brachte es der Österreicher auf den Punkt. Niki Lauda witzelte: „Es lebe der Sport. Besser kann man Motorsport nicht verkaufen. Wenn jetzt noch einer jammert, dann kann ich den nur auslachen.“ Er bezog sich dabei auf die aktuelle Regeldebatte und die massiven Vorwürfe, die neue und mit ihren Hybrid-Triebwerken weitaus energieeffizientere Formel 1 sei langweilig geworden. Gefightet wurde aber diesmal um fast jede Position, lange Zeit sorgte hinter den klar überlegenen Mercedes auch ein packender Vierkampf zwischen den beiden Williams von Valtteri Bottas und Felipe Massa sowie den Force India von Nico Hülkenberg und Perez für Aufsehen.

Vettel: „Blinder mit Krückstock“ sieht Mercedes‘ Überlegenheit

Kampfgeist zeigte trotz anhaltender Probleme am DRS und auf den Geraden auch Vettel. Der nur von Platz zehn losgefahrene Vierfach-Weltmeister kämpfte sich im schwächelnden Red Bull auf Rang sechs nach vorne, musst aber seinem stark fahrenden Neo-Teamkollegen Daniel Ricciardo (4.) den Vortritt lassen. „Viel mehr war heute nicht drin“, gestand Vettel ein. „Wir waren irgendwie auf der Geraden zu langsam. Nicht nur im Vergleich zu Mercedes, sondern auch im Vergleich zu Daniel“, bestätigte der Deutsche seine Defizite. „Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass Mercedes überlegen ist. Das sieht ein Blinder mit Krückstock“, gab sich Vettel enttäuscht.

24. Grand Prix-Sieg für Hamilton

Mit dem 24. Grand-Prix-Sieg seiner Formel-1-Karriere schloss Hamilton in der ewigen Bestenliste zu Mercedes-Legende Juan Manuel Fangio auf. Der Argentinier holte in den 50er Jahren zwei seiner insgesamt fünf WM-Titel mit den Silberpfeilen. Hamilton und Fangio liegen in der ewigen Bestenliste auf Rang zehn. Spitzenreiter ist Michael Schumacher mit 91 Siegen.

Zuschauerrekord in Bahrain

Für Bahrain hat sich die erstmalige Austragung des Formel-1-Rennens in der Nacht in einem – bescheidenen – Zuschauer-Rekord ausgewirkt. 31.000 Zuschauer kamen am Renntag, der in Bahrain aber als Arbeitstag gilt. Im Vorjahr waren 28.000 Fans erschienen. Die Haupttribüne sei diesmal ausverkauft gewesen, hieß es. Insgesamt kamen an drei Tagen 85.000 Fans an den Bahrain International Circuit (BIC), der sich als Heimat des Motorsports im Mittleren Osten versteht. So viele Zuschauer werden 2014 beim Comeback der Formel 1 in Österreich alleine am Renn-Sonntag erwartet.

Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Bahrain am Sonntag in Sakhir sowie die WM-Wertungen nach dem dritten von 19 Saisonrennen:

Rennergebnisse (57 Runden a 5,412 km = 308,238 km):

 1. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes     1:39:42,743 Std.
    Durchschnitt:          186,811 km/h
 2. Nico Rosberg (GER)     Mercedes          +1,085 Sek.
 3. Sergio Perez (MEX)     Force India           +24,067
 4. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull              +24,489
 5. Nico Hülkenberg (GER)  Force India           +28,654
 6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull              +29,879
 7. Felipe Massa (BRA)     Williams              +31,265
 8. Valtteri Bottas (FIN)  Williams              +31,876
 9. Fernando Alonso (ESP)  Ferrari               +32,595
10. Kimi Räikkönen (FIN)   Ferrari               +33,462
11. Daniil Kwjat (RUS)     Toro Rosso            +41,342
12. Romain Grosjean (FRA)  Lotus                 +43,143
13. Max Chilton (GBR)      Marussia              +59,909
14. Pastor Maldonado (VEN) Lotus               +1:02,803
15. Kamui Kobayashi (JPN)  Caterham            +1:27,900
16. Jules Bianchi (FRA)    Marussia             +1 Runde
17. Jenson Button (GBR)    McLaren             +2 Runden

Ausgeschieden: Marcus Ericsson (SWE) Caterham, Esteban Gutierrez (MEX) Sauber, Kevin Magnussen (DEN) McLaren, Adrian Sutil (GER) Sauber, Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso

Schnellste Runde: Nico Rosberg (GER) Mercedes in der 49. Runde in 1:37,020 Minuten (Durchschnitt: 200,820 km/h)

WM-Stand (nach 3 von 19 Rennen):

 1. Nico Rosberg (GER)     Mercedes    61
 2. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes    50
 3. Nico Hülkenberg (GER)  Force India 28
 4. Fernando Alonso (ESP)  Ferrari     26
 5. Jenson Button (GBR)    McLaren     23
 6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull    23
 7. Kevin Magnussen (DEN)  McLaren     20
 8. Valtteri Bottas (FIN)  Williams    18
 9. Sergio Perez (MEX)     Force India 16
10. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull    12
11. Felipe Massa (BRA)     Williams    12
12. Kimi Räikkönen (FIN)   Ferrari      7
13. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso   4
14. Daniil Kwjat (RUS)     Toro Rosso   3

Konstrukteurs-WM (nach 3 von 19 Rennen):

1. Mercedes    111
2. Force India  44
3. McLaren      43
4. Red Bull     35
5. Ferrari      33
6. Williams     30
7. Toro Rosso    7
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Nächstes Rennen: Grand Prix von China am 20. April in Shanghai

  • Siegfried

    Es war ein tolles Rennen in Bahrein und ich vergönne Mercedes den Sieg und dem Niki mit der gesamten Mercedesmannschaft seine Freude darüber!

    Jedoch hat jeder mit Technischem Verständnis nachvollziehen können,daß die Regel mit dem limitierten 100Kg Spritverbrauch nach wie vor sofort aus dem Rennsport eliminiert gehört!
    Ich möchte als Zuseher keine Autos mehr sehen,die mit von der Box gesteuerten Spritverbrauch betrieben werden müssen,damit sie überhaupt am Rennen teilnehmen können.
    Der „Rennsport“ wird damit komplett ausgeschaltet und die F1-Fahrer,außer bei Mercedes wegen der technischer Überlegenheit beim Spritsparen, zu Muppet´s degradiert!!!
    (Solche Regeln Herr Lauda,da Sie diese Spritregel aus EGO verständlicherweise für Mercedes,auch so vehement verteidigen müssen,fallen normalerweise nur den GRÜNEN in Salzburg ein,die Autos auf der 3-spurigen Autobahn mit 80Kmh beschränkt,neben der Startbahn des Flughafen`s fahren lassen!)

    Das Rennen in Bahrein muß jeder der es objektiv gesehen hat,leider zugeben,daß dies nur wegen der Rennunfälle und der damit verbundenen Safetycarphase so spannend war!!!
    Durch langsames fahren hinter dem Safetycar,war das Spritproblem auch für alle anderen Team´s eleminiert!!!
    Es konnten somit ALLE Teams wie Mercedes volles Programm fahren.Allerdings war das zu spät für einen Sieg,daher ist diese Regel aus meiner Sicht auch so unsportlich.

    -Außerdem kam noch dazu,es wußte kein Team genau,welcher Reifen der BESSERE ist und länger hält.

    Das Problem mit der Lärmkulisse sehe ich für den Fernsehzuseher zweitrangig,außerdem waren die Motoren bei RTL lauter zu hören als bei ORF1,also obliegt dies Ecclestone und seiner Regie dies mit dem Fernsehton entsprechend beheben!

    Ich möchte trotzdem als informierter Zuseher und Rennsportfan,beim nächsten Rennen allerdings keine von der Box gesteuerte Taxifahrt, wie in Melbourne mehr sehen!

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