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Mercedes geht am Sonntag als Favorit in den Grand Prix von Australien: Motorsportchef Wolff: "Die Zeit gnadenloser Gasgeber ist vorbei"
 

Formel 1: „Ganz anderes Fahren“ durch maximale Benzinmenge von 100 kg

Spritsparen steht am Sonntag auf der verbrauchsintensivsten Formel 1-Strecke in Australien im Vordergrund: Niki Lauda: „Kein Team fährt mit voller Leistung“

15.03.2014 APA

Bei Formel 1-Saisonauftakt am Sonntag in Melbourne müssen die Fahrer mit 100 kg – das entspricht rund 135 Litern – Benzin auskommen. Die Einführung dieser maximalen Benzinmenge dürfte zu einer neuen Art des Rennfahrens führen, zumindest in Australien. Spritsparen steht im Vordergrund.

Niki Lauda: „Kein Team fährt mit voller Leistung“

Wer mit dem Benzin nicht Haus hält, kann die 307 Rennkilometer sicher nicht zu Ende fahren. Zumal das neue Reglement ausgerechnet im Albert Park, der verbrauchsintensivsten Strecke der Formel 1, erstmals zum Einsatz kommt. „Kein Team fährt mit voller Leistung“, versicherte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. „Womöglich muss man sogar bremsen, um Sprit zu sparen.“

Vettel und Alonso äußerten bereits Bedenken

Ohne entscheidend an Rundenzeit zu verlieren wird der Verbrauch am Effektivsten gemindert, indem man vor den Kurven früher vom Gas geht. Unangekündigtes „Lupfen“ könnte aber für den Hintermann gefährlich werden. Mehrere renommierte Piloten, darunter Sebastian Vettel oder Fernando Alonso, sollen daher bereits am Freitagabend im Fahrerbriefing Bedenken geäußert haben.

Button: „Es ist ein ganz anderes Fahren“

„Es ist ein ganz anderes Fahren“, erklärte Ex-Weltmeister Jenson Button. Durch eine Anzeige auf dem Lenkrad werden die Piloten für jede einzelne Runde über ihr Benzinziel informiert. Ein Bleifuß ist fehl am Platz. Die Fahrer müssen rechtzeitig schalten und auch die mehr als 160 zusätzlichen PS aus dem neuen Hybridsystem ERS bestmöglich einsetzen. Immerhin kosten diese im Vergleich zum Verbrennungsmotor keinen Sprit.

Mercedes-Motorsportchef Wolff: „Die Zeit gnadenloser Gasgeber ist vorbei“

Intelligente, multitasking-fähige Fahrer sind im Vorteil. „Die Zeit gnadenloser Gasgeber ist sowieso vorbei. Die Jungs haben alle etwas im Kopf“, betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Sein Team geht mit Lewis Hamilton aus der Pole Position und als klarer Favorit ins Rennen. „Das Spritthema ist nicht einfach, aber der Fahrer sieht den Stand jede Minute“, sagte Wolff.

Ecclestone kritisiert neue Regelung

Mehr als 45 Liter dürfen die Boliden im Rennen auf 100 km nicht brauchen, sonst rollen sie am Ende aus. Der TV-Zuschauer bekommt vom Spritgeplänkel allerdings nur sehr bedingt etwas mit – eigentlich erst, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Der Automobil-Weltverband (FIA) hat sich einem grüneren Kurs verschrieben. Im Vorjahr waren noch 140 bis 150 kg Treibstoff an Bord. Ein Nachtankverbot hatte die FIA bereits 2010 eingeführt. Chefvermarkter Bernie Ecclestone gefällt die Entwicklung nicht – ebenso wenig wie die energieeffizienteren, aber deutlich leiseren V6-Turbomotoren mit Hybridanteil.

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