© Bild: MAURIZIO DEGL' INNOCENTI / EPA / picturedesk.com
Massas Leistung 2013 genügte Montezemolo nicht.
 

Formel 1: Ferrari-Chef will nicht mehr ständig Zweiter sein

Luca di Montezemolo: „Es war keine Saison, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Ich bin müde, ständig Zweiter zu sein und ärgere mich auch darüber“

21.12.2013 APA

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo zog mit deutlichen Worten Bilanz über die Formel 1-Saison 2013. „Es war keine Saison, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Ich bin müde, ständig Zweiter zu sein und ärgere mich auch darüber“, sagte der 66-Jährige im Interview der Tagezeitung „Die Welt“. Die Fahrer nahm er aus seiner Kritik nicht aus: Felipe Massas Leistungen seien nicht ausreichend gewesen, die notwendigen Punkte einzufahren. In der kommenden Saison wird der Brasilianer durch den Finnen Kimi Räikkönen ersetzt

Vettel wird nicht zu Ferrari wechseln

Aber auch der zweifache Champion Alonso wurde ermahnt. Zwar verdanke Ferrari ihm seine Stellung in der Formel 1 und er habe das Beste aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gemacht, aber: „Ich erwarte von ihm, dass er für das Team fährt und nicht für sich. Im Mittelpunkt seiner Arbeit sollte immer Ferrari stehen, das ist ein ungeschriebenes Gesetz seit 60 Jahren.“ Weltmeister Sebastian Vettel lobte er als „sehr, sehr guten Fahrer“, schloss aber einen Wechsel des Vierfach-Champions von Red Bull zur Scuderia in den nächsten zwei Jahren aus.

Kritik an Regeländerungen

Die Regeländerungen für 2014 betrachtet di Montezemolo kritisch. Er sehe Maßnahmen, die künstliche Spannung erzeugen sollen. „Die Formel 1 läuft Gefahr, dass sich das Publikum abwendet. Die Menschen verstehen unseren Sport doch kaum noch. Da ist jemand Letzter, und einen Boxenstopp später ist er plötzlich Erster, das kann niemand mehr nachvollziehen. Das macht die Formel 1 für die Leute langweilig“, betonte di Montezemolo. Die Verdopplung der Punkte im letzten Rennen halte er für bedenklich, von seinem Veto-Recht habe er aber bisher keinen Gebrauch gemacht.

  • Ravenbird

    Die Überheblichkeit, die Ferrari in der Autowelt darstellt, wird hier gut bestraft – paßt schon.
    Ich werde hier kein springendes Pferd erwähnen, sonst fällt eine Schar von Anwälten über den Artikel her und verklagt mich oder euch – Witzfiguren, italienische.
    Schumacher hat sie in den Arsch getreten, damit sie spuren. Alonso oder andere Fahrer sind in dieser Beziehung nicht so brutal, daher kommt nix – außer molto potente und amore.
    Ferruccio Lamborghini hatte schon recht damals als er dem alten Ferrari sagte, daß ihm seine Überheblichkeit nicht gefalle und er seine eigenen Autos bauen würde. Und daran hat sich nichts geändert.

pixel