Bernie Ecclestone
Für Ecclestone ist derzeit Mercedes vor Red Bull zu stellen.
 

Formel 1: Ecclestone sieht Mercedes im Vorteil

„Red Bull rennt nicht einfach weg, nur weil sie nicht wieder alles gewinnen“, so der Formel-1-Chef in einem Interview.

05.03.2014 APA

Nach der Einschätzung von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wird Red Bull nach den jüngsten Schlappen bei den Auftakttests zur neuen Saison nicht das Handtuch werfen und der Königsklasse den Rücken kehren. Das Team des österreichischen Getränkeriesen hat die vergangenen vier Weltmeisterschaften dominiert. Bei den Tests für die kommende Woche beginnende Saison fuhren die Bullen allerdings, gebremst auch von Problemen mit dem Renault-Motor, hinterher.

Mercedes ist derzeit vor Red Bull zu stellen

„Red Bull rennt nicht einfach weg, nur weil sie nicht wieder alles gewinnen“, versicherte Ecclestone in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). „Aber es ist sehr enttäuschend für das Team, dass sie im Moment klar von Mercedes abgehängt werden.“ Über den Renault-Motor könne sich der Rennstall um Serienweltmeister Sebastian Vettel aber nicht beschweren. Ecclestone: „Schließlich haben sie damit vier Jahre die WM gewonnen.“

„Formel 1 muss laut und schnell sein“

Für die neue Saison müssen die V8-Saugmotoren aber Sechszylinder-Turbos Platz machen. Ecclestone gefällt das gar nicht. „Ich befürchte das Schlimmste“, sagte der Chefvermarkter der Königsklasse. „Formel 1 ist Unterhaltung, sie muss laut und schnell sein.“ Er habe nie einen Sinn darin gesehen, die Motoren aus Energiespargründen zu wechseln.

Mercedes mit dem stärksten Motor

Die besten Karten vermutet Ecclestone derzeit bei den Silberpfeilen. „Mercedes sieht schnell aus, sie haben wohl den stärksten Motor und können im Kampf um die WM eine entscheidende Rolle spielen“, meinte der 83-jährige Brite. Vielleicht verliere Red Bull in dieser Saison, so sei das Leben. Ecclestone: „Viele Leute möchten Vettel verlieren sehen, weil es dann endlich wieder spannend wird.“

Ecclestone vor Gericht

Für ihn selbst wird es am 24. April in München spannend. Dann muss Ecclestone zu seinem Schmiergeldprozess vor Gericht erscheinen. „Ich hätte den Prozess mit Geld verhindern können, aber ich habe nicht bezahlt“, sagte Ecclestone der „Bild“. Auf Details wollte er auf Nachfrage nicht eingehen. „Dieser Prozess ist eine weitere Hürde in meinem Leben, die ich nehmen muss. Jetzt muss ich da durch. Ich hoffe das Beste.“

Vorwurf der Bestechung und Anstiftung zur Untreue

Ecclestone muss sich wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue des früheren BayernLB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank im Jahr 2006 verantworten. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und hatte nach Anfang Februar versichert, er glaube nicht, dass es zu dem Prozess komme. Mittlerweile stellt sich das anders dar. Ecclestone: „Ich werde ganz sicher dort sein. Es lässt sich wohl nicht verhindern.“

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