Bernie Ecclestone und Helmut Marko
Folgt der langsame Abgang von Ecclestone?
 

F1: Langsamer Abgang von Ecclestone?

Bernie Ecclestone prägt seit Jahrzehnten die Formel 1, der langjährige Boss könnte bald abgelöst werden – zumindest vorübergehend.

21.04.2014 APA

Bernie Ecclestone hat den Großen Preis von China ausgelassen. Kurz vor dem Start seines Prozesses am Donnerstag, hat sich der 83. jährige Brite aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der schwer unter Druck geratene Formel-1-Geschäftsführer verzichtete am Oster-Wochenende auf eine Reise zum Grand Prix von China und bereitete sich wohl auf seine Verteidigung vor dem Münchner Landgericht vor.

Schwere Vorwürfe gegen Ecclestone

Ab Donnerstag muss sich der 83-Jährige dort wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall verantworten. Mehrfach hatte der Formel-1-Zampano betont, wie viel Zeit ihn der vorerst bis September angesetzte Prozess in München koste.

Schmiergeld in Millionenhöhe

Ihm wird vorgeworfen, dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky rund 44 Millionen Dollar gezahlt zu haben, um den Verkauf der Formel-1-Anteile in seinem Sinne zu beeinflussen. Im schlimmsten Fall droht Ecclestone Gefängnis. Trotz dieser bedrohlichen Lage hatte er versichert, während des Prozesses weiterhin zu den Rennen in alle Welt reisen zu wollen.

Viel Arbeit

Doch in China musste der Grand-Prix-Zirkus ohne seinen Dompteur auskommen. Dabei gibt es durchaus genug zu tun für Ecclestone. Seit Wochen schwelt ein Streit um die Regel-Revolution mit den neuen Turbomotoren, mit denen sich die Branchenriesen Red Bull und Ferrari noch immer nicht anfreunden können.

Offene Fragen

Die kleinen Rennställe streiten mit den Top-Teams um die Form einer dringend notwendigen Kostenbremse. Mehrere Fahrer baten Ecclestone im Disput um nicht gezahlte Gehälter um Hilfe. Doch der Boss hat derzeit eigene Sorgen. Um in seinem Kerngeschäft nicht die Kontrolle zu verlieren, will Ecclestone nun wohl zentrale Aufgaben an einen Statthalter delegieren.

Mehr Macht für Woodward

Sacha Woodward-Hill, die Hausjuristin des Formula One Management, sei dafür auserwählt, berichtete die „Daily Mail“. Die 44 Jahre alte Australierin hat schon länger Ecclestones Vertrauen und nimmt zahlreiche Posten in seinem Firmengeflecht ein.

Nachfolgekandidaten im Gespräch

Macht Woodward-Hill ihren Job wirklich gut, könnte sie auch zur Kandidatin für eine Nachfolgelösung werden. Der Formel-1-Rechteinhaber CVC hat bereits klargestellt, dass Ecclestone im Falle einer Verurteilung in München entlassen wird. Einen offiziellen Kronprinzen gibt es bisher nicht, obwohl der Geschäftsführer selbst immer wieder Red-Bull-Teamchef Christian Horner nennt. Der aber lehnte vorerst ab.

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