Phil Hill wurde 1961 im Ferrari erster US-Weltmeister, Mario Andretti (Bild) folgte 1978 - danach ging es für die USA in der Formel 1 bergab.
Phil Hill wurde 1961 im Ferrari erster US-Weltmeister, Mario Andretti (Bild) folgte 1978 - danach ging es für die USA in der Formel 1 bergab.
 

Formel 1: Den USA fehlt es an Talenten

Seit Mario Andretti 1978 Weltmeister wurde, melden sich die USA in der Formel 1 kaum mehr zu Wort – nur ein Amerikaner, Alexander Rossi, versucht sich derzeit bei Caterham als Testpilot.

17.11.2013 APA

Seit Mario Andretti vor 35 Jahren den Weltmeistertitel geholt halt, spielen die USA in der Formel 1 höchstens noch eine untergeordnete Rolle. Fuhren bis in die 1970er noch viele US-Piloten teilweise parallel zur IndyCar-Serie in der Königsklasse, ging es nach Andrettis Ausstieg 1982 stetig bergab. Andrettis Sohn Michael sowie der Kalifornier Scott Speed gaben 1993 bzw. 2006/2007 jeweils nur Kurzvorstellungen, seit Sommer 2007 hat kein Amerikaner einen Platz als Stammpilot erreicht.

IndyCar und Nascar für Publikum, Piloten und Sponsoren attraktiver als Formel 1

Dass die USA in der Formel 1 so gut wie nicht mehr präsent sind, hat viele Gründe. Zum Einen gibt es mit der nordamerikanischen Pendant-Serie IndyCar und dem populären Tourenwagen-Spektakel Nascar äußerst attraktive eigene Serien. „In Europa wollen junge Rennfahrer um jeden Preis in die Formel 1. Aber Amerikaner können eine beeindruckende Karriere haben, ohne auch nur ein Mal das Land verlassen zu haben“, so Andretti zur „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Zum Anderen sind US-Konzerne kaum daran interessiert, Sponsorengelder in die europäisch dominierte Formel 1 zu investieren. „Warum sollte ein amerikanisches Unternehmen das tun, wenn es die zehnfache Wirkung in der Nascar-Serie hat“, erklärte Scott Speed. Er selbst profitierte bei seinem Aufstieg vom Red-Bull-Förderprogramm. Der Getränkekonzern ließ ihn 2006 im Team Toro Rosso fahren. Nach dem Großen Preis von Europa im Sommer 2007 wurde Speed durch den damaligen BMW Sauber-Testfahrer Sebastian Vettel ersetzt.

Kartsport-Programm als Sprungbrett fehlt in den USA

Der US-Nachwuchs habe zudem mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen, so Speed: „In Nordamerika gibt es kein Kartsport-Programm. Der Kartsport ist aber das Sprungbrett für die Karriere.“ Alexander Rossi ging deshalb bereits als Sechzehnjähriger nach Italien, um Kart zu fahren. Beim Saisonfinale der zweithöchsten Formel-Klasse in Abu Dhabi glückte Rossi vor zwei Wochen der erste Sieg. „Es war etwas Besonderes für mich, als erster Amerikaner ein GP2-Rennen zu gewinnen“, so der 22-jährige, der derzeit auch für das Team Caterham testet. „Wir alle wissen: Um in die Formel 1 zu kommen, muss man mehr machen, als schnell zu sein.“ Am Freitag bestritt der Kalifornier bei seinem Heimrennen auf dem Circuit of the Americas das Auftakttraining und landete auf Platz 19.

Talente sind Mangelware

Conor Daly, ein weiteres Talent, hofft auch auf den Durchbruch. Der Sohn des ehemaligen irischen Formel-1-Piloten Derek Daly überzeugt derzeit in der GP3-Serie. „Wir wollen nicht, dass es nur ein Amerikaner in die Formel 1 schafft, sondern möglichst viele“, so der 19-jährige. Red Bull würde diesem Aufruf nur allzu gerne nachkommen. Auf der Suche nach einem „amerikanischen Vettel“ erkundigte sich Motorsport-Berater Helmut Marko in Austin bei Andretti, ob er ihm nicht ein 15 bis 16 Jahre altes vielversprechendes Talent empfehlen könne. Andrettis Reaktion: „Ich weiß keinen.“

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    Es gibt in Amerika leider nur den nicht professionellen Kartsport (Rotax). Talente gebe es ja genug, einige Kartsportler kommen auch nach Europa (Italien) zu den professionellen Kart Rennen, aber leider zu wenige. Die wenigen die nach Italien kommen, werden da eher verheizt, kein geordnetes Training z.B.

    Einige Bezahlfahrer die in die F1 gehen wollen, gibt es allerdings in den USA.

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