Der Williams FW36
Der Williams FW36. © Bild: Williams Grand Prix Engineering Limited
 

Formel 1: Das Auge fährt mit

Die Formel-1-Saison 2014 steht unter dem Zeichen der massiven Regeländerungen und den neuen Rennautos. Letztere sind nicht gerade optische Highlights.

23.01.2014 APA

Die Formel-1-Rennställe werden in den nächsten Tagen ihre Rennautos für die Saison 2014 vorstellen. McLaren, Ferrari und Sauber lassen die Fans sogar im Internet teilhaben. Dabei wird das neue Design – vor allem bei den Frontpartien – nicht immer für einen motorisierten Augenschmaus sorgen.

Kritik von Caterham-Teamchef

„Kinder sollten träumen, wenn sie ein Formel-1-Auto sehen – ich weiß aber nicht, welchen Traum oder Albtraum man hat, wenn man sich diese Autos anschaut“, zitierte „autosport.com“ am Donnerstag den Caterham-Teamchef Cyril Abiteboul. „Es erinnert mich an den Film ‚Alien‘, wenn es aus dem Mund rauskommt.“

Präsentation von McLaren am Freitag

Ob es bei allen tatsächlich ganz so schlimm kommt, bleibt abzuwarten, wenn zuerst McLaren am Freitag (24. Jänner) und am Samstag Ferrari ihre neuen Modelle zur Jagd auf Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel vorstellen. Auf den RB10 müssen Fans und Widersacher bis Dienstagvormittag warten. 20 Minuten vor dem Startschuss für die Testfahrten will Red Bull den Boliden auf dem Circuito de Jerez präsentieren. Auch Herausforderer Mercedes wird unmittelbar vor der ersten Jungfernfahrt erst das Geheimnis um den neuen Silberpfeil lüften.

Williams mit signifikanten Veränderungen

Das erste Bild der umstrittenen Frontpartien zeigte noch vor dem offiziellen Präsentationsstart aber das britische Williams-Team. „Es gibt signifikante Veränderungen“, betonte Williams-Technikchef Pat Symonds in einer Mitteilung auf der Team-Homepage.

Der Williams FW36

Der Williams FW36. © Bild: Williams Grand Prix Engineering Limited

Markant und gewöhnungsbedürftig

Abitebouls Einschätzung wurde zumindest nicht entkräftet. Die Wagenspitze ist markant, vor allem aber gewöhnungsbedürftig. Sie ragt etwas über den Frontflügel hinaus. Im vordersten Bereich läuft sie schmal und schnabelartig zusammen.

Schnelligkeit vor Schönheit

„Die Regeln bestimmen das Auto“, betonte bereits Red Bulls Stardesigner Adrian Newey. Auch er bereitete die Fans des vierfachen Weltmeister-Teams auf keine unbedingte Schönheit auf vier Rädern vor. „Natürlich ist ein Auto idealerweise schnell und hat ein stylishes Design. Aber jeder im Fahrerlager zieht ein schnelles Auto einem gut aussehenden vor“, betonte Newey. Er hätte sich zwar auch mehr Handlungsraum für ästhetische Belange gewünscht. Letztlich brachte es der Erfolgs-Mitgarant aber auf die simple Formel-1-Formel: „Schnell hat Vorrang vor Schönheit.“

Neues bei Motorisierung bis Aerodynamik

Neben der größten technischen Reform mit neuen 1,6-Liter-Turbotriebwerken anstelle der bisherigen 2,4-Liter-Saugmotoren und dem umfangreicheren Hybridsystem ERS mit zusätzlichen 160 PS für rund 33 Sekunden pro Runde mussten sich die Teams auf die gravierenden aerodynamischen Einschnitte einstellen. Durch einige Modifikationen sollen die Autos weniger Abtrieb generieren können. Die tiefere Nase – Maximalhöhe von 55 Zentimeter auf 18,5 Zentimeter – soll die Gefahren minimieren. „Ich denke, die Formel 1 ist Showbusiness und es sollte attraktiv für die Leute bleiben“, lautete Abitebouls Appell.

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