Daniel Ricciardo bei den F1-Tests in Bahrain
Ricciardo ist vor seinem Heimrennen aufgeregt.
 

Formel 1: Riccirado vor seinem Heimrennen

Heimrennen für den letzten verbliebenen Australier der Formel 1 und neuen Rennkollegen von Sebastian Vettel.

12.03.2014 APA

Von der Dachterrasse eines Apartmenthauses, mit Blick auf die Rennstrecke im Albert Park, hat Daniel Ricciardo einen guten Überblick von seiner Heimstrecke. Vor dem Saisonstart am Sonntag in Melbourne ist Daniel Ricciardo der einzig verbliebene Australier in der Formel 1. Der 24-Jährige tritt bei Red Bull in die gar nicht so kleinen Fußstapfen seines Landsmannes Mark Webber.

Mehr Druck als sonst

„Es ist schon ein bisschen mehr Druck“, gestand Ricciardo, der bisher im Zweitteam Toro Rosso zum Einsatz gekommen ist. „Ich bin aufgeregt, aber nicht nervös. Es ist ja kein anderer Sport.“ Sein Lächeln hat der Sonnyboy von der australischen Westküste nicht verloren – obwohl er in einer Phase zu Red Bull gestoßen ist, in der es für das Weltmeisterteam so gar nicht rund läuft.

Große Probleme bei Testfahrten

Die Testfahrten waren von Problemen geprägt, zu den Favoriten zählen die Bullen in Melbourne nicht. „Die Erwartungen sind ein bisschen zurückgegangen, aber ich hoffe, wir können ein paar Leute überraschen“, sagte Ricciardo, in seiner Karriere noch nie besser als Siebenter. Seit den abschließenden Tests in Bahrain habe sich viel getan. „Wir werden stärker und stärker.“

Aus dem eigenen Nachwuchs

Das „Wir“ ist stark ausgeprägt. Ricciardo stammt aus dem Nachwuchsprogramm von Red Bull, wird seit 2008 vom österreichischen Getränkehersteller unterstützt. Das Upgrade nach zwei Jahren Toro Rosso bezeichnet er als „Schritt dorthin, wo ich in diesem Sport hinwill“. Auch wenn er in Zukunft an Sebastian Vettel gemessen werden wird, am vierfachen Weltmeister.

Neuer Teamkollege von Sebastian Vettel

„Er ist ein offener Mensch. Aber kein anderer Fahrer sagt dir, wie du um eine Kurve fahren sollst“, beschrieb Ricciardo seine Beziehung zu Vettel. Webber lieferte sich mit dem Deutschen mitunter aufsehenerregende Stallduelle, ehe er sich mit Saisonende in die Langstrecken-WM verabschiedete. Der Routinier hält viel von seinem Nachfolger: „Er wird es Seb nicht leicht machen, vor allem im Qualifying nicht.“

Formel-1-Hoffnung eines Kontinents

Bei den australischen Fans genießt Webber nach wie vor hohes Ansehen. „Das sind große Fußstapfen, in die er tritt. Der Druck wird wahnsinnig sein, aber er ist ein ziemlich cooler Junge“, erinnerte Phil aus Ricciardos Heimatstadt Perth. Die neue Formel-1-Hoffnung des Landes liebt neben Motorsport und Manchester United vor allem eines – Punk Rock.

Süß durchdrehen

Auf der Rückseite seines Helmes prangt die Comicversion eines Honigdachses. Ricciardo hat den Nager schon vor einigen Jahren als sein Maskottchen entdeckt. „Es soll das furchtloseste Tier im ganzen Tier-Königreich sein“, begründete er. „Auf den ersten Blick sieht er süß und knuddlig aus. Aber wenn jemand in sein Territorium eindringt, dreht er durch. Dann kann er richtig wild werden.“

WM-Punkte zum Auftakt

Auch Ricciardo will in seinem neuen Umfeld Zähne zeigen. „Die Siege werden nicht einfach so kommen“, meinte der Youngster. Dabei geht es ihm nicht um Beliebtheitswerte. „Ich erwarte nicht, dass mich jeder liebt. Ich lächle auch nicht, um die Menschen für mich zu gewinnen.“ Es scheint von innen heraus zu kommen – auch in schwierigen Zeiten. WM-Punkte sind zum Auftakt das bescheidene Ziel.

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