Andrea De Cesaris (L) fährt mit Alfa Romeo beim GP Deutschland 1983 auf dem Hockenheimring auf den 2. Platz. Damaliger Sieger: Der Franzose Rene Arnoux (Ferrari).
 

Alfa Romeo: Comeback in der Formel 1?

Über 30 Jahre ist es her, da nahm der letzte Alfa Romeo bei einem Formel-1-Grand-Prix teil. Laut Sergio Marchionne ist ein Comeback in der Königsklasse vorstellbar.

12.02.2016 APA

Steht ein Fest für Alfisti bevor? Ja, wenn es nach Sergio Marchionne geht. Der Fiat-Chrysler-Chef ließ in der „Gazzetta dello Sport“ aufhorchen, demnach ist „Alfa Romeo in der Lage, ein eigenes Chassis und einen eigenen Antrieb zu bauen“ – und ein Formel-1-Comeback der Kultmarke möglich. Bloß über den Zeitpunkt gab Marchionne keine Auskunft.

„Ich sehe sie eher in der Formel 1“

Marchionne hatte schon vergangenen Dezember die Wichtigkeit eines Auftrittes in der Motorsport-Königsklasse für die zur FCA-Gruppe gehörenden Marke Alfa Romeo betont. Nun sagte der Manager auf die Frage, ob er sich Alfa bei den 24 Stunden von Le Mans vorstellen könne: „Ich sehe sie eher in der Formel 1.“

Alfa Romeo 184T in der Formel-1-Saison 1984

Alfa-Werksteam vorstellbar

Das lässt den Schluss zu, dass es irgendwann in Mailand – wenn nötig auch in Zusammenarbeit mit Ferrari – ein Alfa-Werksteam geben könnte. Die Sportwagenmarke Ferrari hatte sich Ende 2015 vom Mutterkonzern getrennt.

Gefährliche Kritik

Marchionne ist auch der Meinung, dass die großen Automobilhersteller in der Königsklasse des Motorsports präsent sein sollten. Harsche Kritik wie jene von Red Bull am Antriebspartner Renault sei deshalb gefährlich. Die Formel 1 hätte durch einen Ausstieg von Renault mit Sicherheit Schaden genommen, betonte Marchionne.

1970 nimmt Fangio in seinem Weltmeisterauto Platz

Motorenrochade

Offenbar war vergangenes Jahr bei der Red-Bull-Suche nach Motoren auch angedacht gewesen, „Alfa Romeo“ getaufte Ferrari-Motoren zu verwenden. Nachdem auch ein möglicher Audi-Einstieg durch den VW-Skandal unmöglich geworden war, hatte Red Bull wieder auf Renault gesetzt. Die Motoren heißen nun aber TAG Heuer.

Farina und Fangio erfolgreich mit Alfa Romeo

Enzo Ferrari hatte vor der Gründung des nach ihm benannten Rennstalls Ende der 1930er-Jahre ein Alfa-Romeo-Team betrieben. Die ersten beiden Formel-1-Weltmeisterschaften 1950 und 1951 wurden durch Giuseppe Farina (ITA) und Juan Manuel Fangio (ARG) in Alfa Romeos gewonnen. Die italienische Kult-Marke lieferte 1960 und 1970 Motoren und engagierte sich vor dem endgültigen Rückzug Ende 1985 ab 1979 auch wieder als Konstrukteur in der Königsklasse.

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