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Formel 1: Cockpit-Schutz kommt doch (noch) nicht

Die zuständige Strategiegruppe lehnte die Einführung des Cockpitschutzes „Halo“ für 2017 ab – das Sicherheitssystem könnte aber 2018 zum Einsatz kommen.

29.07.2016 APA

In der Diskussion rund um die Einführung eines neuen Cockpitschutzes in der Formel 1 ist eine Entscheidung gefallen: „Halo“ kommt 2017 nun doch nicht in der Formel 1 zum Einsatz. Die zuständige Strategiegruppe, der unter anderem die Teamchefs und Geschäftsführer Bernie Ecclestone angehören, lehnte die Einführung des zusätzlichen Sicherheitssystems bei ihrem Treffen am Donnerstag in Genf ab. Das bedeutet aber nicht das endgültige Aus für die Konstruktion, die bösen Zungen zufolge einem Flip-Flop ähnelt – das Sicherheitssystem könnte auch erst 2018 eingeführt werden.

Bessere Lösung möglich?

„Halo bleibt eine starke Option“, hieß es in einer Mitteilung des Motorsportweltverbands FIA. Bis zum Ende der laufenden Saison und im nächsten Jahr soll weiter getestet werden: „Möglicherweise gibt es eine noch bessere Lösung.“

95% der Fahrer befürworten „Halo“

Mit „Halo“ sollten Fahrer besser gegen herumfliegende Teile beispielsweise nach Kollisionen geschützt sein. Die Piloten hatten sich nach Angaben des vierfachen Weltmeisters Sebastian Vettel zu 95 Prozent für den Cockpitschutz ab der nächsten Saison ausgesprochen.

Immer wieder schwere Unfälle durch herumfliegende Wrackteile

Der Brasilianer Felipe Massa war 2009 in Ungarn durch eine Metallfeder schwer am Kopf verletzt worden. Er hatte die Saison vorzeitig beenden müssen und konnte erst 2010 wieder Rennen fahren. 2009 war zudem in der Formel 2 der 18-jährige Henry Surtees durch einen herumfliegenden Reifen in Brands Hatch tödlich getroffen worden.

„Halo“ soll Überlebenschance um 17 Prozent erhöhen

Das System „Halo“ basiert auf einem ringförmigen Bügel, der sich über den Helm des Piloten spannt. Mittig ist er an einer Strebe fixiert. Der Ring besteht aus Titan und ist sieben Kilogramm schwer. Die Überlebenschance bei Unfällen aller Art soll um 17 Prozent höher sein.

Ecclestone: „Es wird keinen retten“

Gegen die Einführung hatte sich Ecclestone ausgesprochen. „Wir brauchen es nicht, es wäre nicht gut“, hatte der 85-jährige Geschäftsführer der Formel 1 der britischen Zeitung „The Telegraph“ gesagt: „Es wird keinen retten.“

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