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Die neuen Boxenfunkregeln treten jetzt doch erst ab nächster Saison komplett in Kraft.
 

Aufschub für neue Boxenfunkregeln der Formel 1

Erst sollten die neuen Boxenfunkregeln der Formel 1 ab dem Großen Preis von Singapur in Kraft treten, jetzt gewährte die FIA den F1-Teams einen Aufschub

19.09.2014 APA

Kaum sind die neuen und strikteren Funkregeln kommuniziert, werden sie wieder gelockert. Erlaubt sind nun doch wieder Durchsagen per Funk oder auf anderem Wege, die die Leistung des Rennwagens betreffen. Sie sollen erst kommende Saison verboten werden. Die FIA hatte erst am Montag einen 18 Punkte umfassenden Verbotskatalog bekannt gegeben.

Aufschub des Boxenfunkverbots nach Gespräch

Anweisungen und Nachrichten zur Leistung und zum Verhalten des Fahrers bleiben schon jetzt untersagt. Der zeitliche Aufschub des Boxenfunkverbots kam nach einem Treffen des Internationalen Automobilverbands (FIA) mit den Teamverantwortlichen in Singapur.

Ab wann sollen die neuen Boxenfunkregeln gelten?

Sie sollen erst ab kommendem Jahr auch untersagt werden, damit die Teams mehr Zeit bekommen, sich darauf einzustellen. Das gab die FIA wenige Stunden vor dem ersten Freien Training zum Großen Preis von Singapur am Freitag bekannt. Vorausgegangen war eine Sitzung am Abend zuvor von Rennleiter Charlie Whiting mit den Teamchefs.

Warum kommen die neuen Regeln doch erst später?

Der ursprüngliche Bann scheiterte an der Komplexität der 2014er Autos und an unterschiedlichen Effekten, die die Verbote bei den Rennställen gehabt hätten. Einige Teams fahren mit kleineren Displays auf dem Lenkrad, wodurch das selbständige Abbilden und Ablesen für den Fahrer erschwert worden wäre.

Herausforderung für die Piloten

Die meisten Fahrer hatten die Umstellung zwar begrüßt, aber auch die große Herausforderung betont, in den Rennwagen nun während der Fahrt alles selbst richtig einzustellen und zu managen. „Die Problematik liegt wirklich darin, dass die Autos dieses Jahr ziemlich kompliziert sind und alle Komponenten gut miteinander harmonieren müssen, so dass das Auto rund läuft“, hatte Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel erklärt. Wenn die Verbote das Ganze „ein bisschen komplizierter“ machen würden, „ist es vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei“, sagte der Red-Bull-Pilot.

Nico Rosberg über die neuen Boxenfunkregeln

Auch WM-Spitzenreiter Nico Rosberg und sein Verfolger Lewis Hamilton befürworteten den Schritt zum „puren Rennfahren“ oder „zurück zu den Kart-Tagen“. Das Rivalen-Duo von Mercedes, dessen Motorsportchef Toto Wolff gleich nach Bekanntwerden des neuen Verbots Kontroversen prophezeit hatte, zeigte aber ebenfalls Respekt vor den zusätzlichen Aufgaben, die auf die Piloten zugekommen wären.

Bernie Ecclestone über die Piloten und ihre Boliden

Dass nun aber nur Nachrichten wie „Kontakt mit den Randsteinen“ oder „Bremspunkte“ verboten sind, dürften sämtliche Piloten bestens verkraften. Einzig Bernie Ecclestone könnte die neue Entscheidung, nur mit Blick auf den Piloten selbst leistungsrelevante Informationen zu verbieten, missmutig stimmen: Er hatte am Donnerstag sogar noch weiterführende Verbote gefordert. „Sie fahren die Autos, sie sollten deshalb auch wissen was richtig und was falsch ist“, meinte der Brite.

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