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Formel 1-Auftakt in Melbourne: Altbekannte Sieger, einige Überraschungen

Déja-vu: Zum Formel 1-Saisonauftakt in Australien belegte das Mercedes-Duo die vorderen Plätze. Aber auch Vettel im Ferrari fuhr aufs Stockerl.

15.03.2015 APA

Zum Formel 1-Saisonauftakt am Sonntag in Australien startete mit 15 Autos das kleinste Feld seit 52 Jahren, nur 11 davon kamen ins Ziel. Darunter die Mercedes von Titelverteidiger Lewis Hamilton und seinem Teamkollegen Nico Rosberg, die auf die ersten beiden Plätze fuhren – Hamilton 1,3 Sekunden vor Rosberg auf Platz 1. Sebsatian Vettel holte bei seinem Ferrari-Debut immerhin Platz 3.

15 statt 20 Autos

Los ging die 65. Formel-1-Saison und der Kampf um die zehn Plätze mit WM-Punkten im sonnigen, aber mit 18 Grad relativ kühlen Albert Park mit nur 15 statt 20 Autos und damit dem kleinsten Feld seit 52 Jahren. Beide Manor waren nicht angetreten, Valtteri Bottas (Williams) musste wegen seiner Rückenprobleme passen. Dazu blieben Neo-Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat und Alonso-Ersatz Kevin Magnussen (McLaren) schon in der Formationsrunde liegen.

Klare Führung für Hamilton

Am Start erwischte es dann auch noch die beiden Lotus von Pastor Maldonado (Unfall) und Romain Grosjean (Defekt). Nur 13 Boliden kämpften damit letztlich um die Punkte. Hamilton verteidigte seine am Vortag herausgefahre Pole-Position problemlos und hielt Rosberg ständig sicher auf Distanz. Er ließ den Deutschen nie in den DRS-Bereich kommen.

34. Grand Prix-Sieg für Hamilton

Rosberg griff zwar im Finish nochmals an, Hamilton kontrollierte aber auch das problemlos. Nach 58 Runden gewann Hamilton zum siebenten Mal in Folge aus einer Pole auch das Rennen und feierte seinen bereits 34. Grand-Prix-Sieg, der ihn gleich wieder zum WM-Führenden machte. „Das ist fantastisch“, freute sich Hamilton.

12 Mercedes-Doppelsiege in nur einem Jahr

Dazu kam der schon zwölfte Doppelsieg für die „Silberpfeile“ innerhalb eines Jahres. Mercedes ist offenbar noch dominanter als 2014, als man 16 von 19 Rennen gewonnen hatte. Jeder Australien-Doppelsieg brachte bisher am Ende auch den Konstrukteurs-Titel. „Das Auto war makellos, die Fahrer haben keinen Fehler gemacht“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Wir müssen dennoch auf dem Boden bleiben.“

Rosberg: Platz 2 als Niederlage

Vorjahressieger Rosberg gestand die Niederlage ein. „1:0 für ihn. Ich habe alles versucht und das Auto ging auch wie auf Schienen. Aber Lewis ist das ganze Wochenende wie ein Champion gefahren“, sagte der Vizeweltmeister und versprach. „Ich werde alles tun, um das wieder umzudrehen.“

Vettel happy bei Ferrari…

Bei Ferrari bejubelte man das Podium, für das der statt Fernando Alonso engagierte Neo-Pilot Vettel verantwortlich zeichnete. Felipe Massa wurde im Williams Vierter. „Ich bin begeistert. Für Ferrari zu fahren, ist eine Ehre und großartig. Wir sind happy, müssen aber auf Mercedes aufholen“, erklärte Red-Bull-Vierfachweltmeister Vettel.

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© Bild: SRDJAN SUKI / EPA / picturedesk.com

…Räikkönen weniger

Der zweifache Australien-Sieger Kimi Räikkönen hingegen musste zwei verpatzte Boxenstopps hinnehmen. Nach dem zweiten Fauxpas mit einer nicht fixierten Radmutter blieb der zweite Ferrari-Pilot auf Platz fünf liegend in der 41. Runde auf der Strecke stehen.

Red Bull mit Motorenproblemen

Die neue Kräfteverteilung hinter Mercedes wurde damit schon in Australien bestätigt. Ebenso aber auch die Probleme bei Red Bull, das trotz positiver Vorzeichen auch in Australien an großen Renault-Motorenproblemen litt. Kjwats RB11 blieb schon in der Formationsrunde liegen, der Motor im Toro Rosso von Max Verstappen, der seit Sonntag mit 17 Jahren der jüngste Grand-Prix-Pilot aller Zeiten ist, verrauchte in Runde 33.

Sensationell: Nasr im Sauber auf Platz 5

Da lag der junge Niederländer auf Platz neun. Die Entdeckung des Rennens war deshalb der junge Brasilianer Felipe Nasr, der im Sauber sensationell auf Platz fünf landete. Das Schweizer Team, das im Vorjahr erstmals in der Geschichte ohne WM-Zähler geblieben und im Vorfeld vom Theater um Giedo van der Garde gebeutelt worden war, machte damit gleich im ersten Rennen des Jahres 2015 doppelt Zähler. Marcus Ericsson wurde Achter.

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© Bild: SRDJAN SUKI / EPA / picturedesk.com

Nur Platz 6 für Ricciardo

Daniel Ricciardo, der im Vorjahr als Zweiter disqualifiziert worden war, hatte diesmal keine Chance auf einen Podestplatz. Selbst gegen den Sauber von Nasr tat sich der australische Red-Bull-Racing-Fahrer schwer, am Ende war – einmal überrundet – Platz sechs das höchste der Gefühle für „Dan“, der im Vorjahr drei Rennen gewonnen hat.

Button mit Motorenproblemen Letzter

Am hinteren Ende des Feldes matchten sich lange Sergio Perez (Force India) und Jenson Button (McLaren) um den letzten Punkt. Er ging an Perez, weil Ex-Weltmeister Button mit dem neuen Honda-Antrieb im Finish große Probleme hatte und zweifach überrundet auf Platz elf landete.

Interview mit Arnie

Nach dem Sieg wurden die Piloten am Podium von Arnold Schwarzenegger interviewt. Der österreichische Star weilte wegen eines Bodybuilder-Bewerbs in Melbourne und ließ sich den Grand Prix nicht entgehen. Die Interviews wurden zu einer Riesen-Show, an deren Ende Hamilton und Schwarzenegger gemeinsam riefen: „I’ll be back!“

Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Australien am Sonntag in Melbourne sowie die WM-Wertungen nach dem ersten von 19 Saisonrennen – 58 Runden zu je 5,303 km im Albert Park, insgesamt 307,574 km:

 1. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes    01:31:54,067
 2. Nico Rosberg (GER)     Mercedes         +01,360
 3. Sebastian Vettel (GER) Ferrari          +34,523
 4. Felipe Massa (BRA)     Williams         +38,196
 5. Felipe Nasr (BRA)      Sauber        +01:35,149
 6. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull        +1 Runde
 7. Nico Hülkenberg (GER)  Force India     +1 Runde
 8. Marcus Ericsson (SWE)  Sauber          +1 Runde
 9. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso      +1 Runde
10. Sergio Perez (MEX)     Force India     +1 Runde
11. Jenson Button (GBR)    McLaren        +2 Runden

Ausgeschieden: Romain Grosjean (FRA) Lotus, Daniil Kwjat (RUS) Red Bull, Kevin Magnussen (DEN) McLaren, Pastor Maldonado (VEN) Lotus, Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari, Max Verstappen (NED) Toro Rosso

Nicht am Start: Valtteri Bottas (FIN) Williams

Schnellste Runde: Lewis Hamilton (GBR) Mercedes, 1:30,945 Minuten (50. Runde) – Schnitt: 209,916 km/h

WM-Stand (nach 1 von 20 Rennen)

 1. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes    25
 2. Nico Rosberg (GER)     Mercedes    18
 3. Sebastian Vettel (GER) Ferrari     15
 4. Felipe Massa (BRA)     Williams    12
 5. Felipe Nasr (BRA)      Sauber      10
 6. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull     8
 7. Nico Hülkenberg (GER)  Force India  6
 8. Marcus Ericsson (SWE)  Sauber       4
 9. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso   2
10. Sergio Perez (MEX)     Force India  1

Konstrukteurs-WM (nach 1 von 20 Rennen)

1. Mercedes    43
2. Ferrari     15
3. Sauber      14
4. Williams    12
5. Red Bull     8
6. Force India  7
7. Toro Rosso   2

Nächstes Rennen: Grand Prix von Malaysia in Sepang am 29. März.

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