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Felipe Massa: Zwei (Sport-)Herzen schlagen ach in seiner Brust
 

Formel 1: Massa im Fußball- und Spielberg-Fieber

Williams-Pilot Felipe Massa freut sich auf den Grand Prix in Spielberg, hat aber Schwierigkeiten, sich nicht von der WM in Brasilien ablenken zu lassen.

13.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Williams-Pilot Felipe Massa ist einer von vier Formel-1-Fahrern, für die der Red Bull Ring in Spielberg kein unbekanntes Terrain ist. Auch wenn er 2002 im Sauber nicht allzu weit gekommen ist, freut sich der 33-Jährige schon auf die Rückkehr in die Steiermark. Denn diesmal sitzt der langjährige Ferrari-Pilot in einem siegfähigen Williams-Mercedes. Ablenkung „droht“ aber von der Fußball-Heim-WM in Brasilien.

Massa hält Brasiliens Sieg für gerechtfertigt

Der Vizeweltmeister von 2008 ist so verrückt nach Fußball, dass er sich praktisch alles ansieht. Statt das Auftaktspiel Brasiliens live in seiner Heimatstadt Sao Paulo zu besuchen, flog der in Monaco wohnenden Massa Freitagfrüh für Wiliams-Sponsor Randstad nach Wien. Dort kommentierte er das nächtliche 3:1 über Kroatien „verschlafen“, aber launig. „Der Elfer war sicher hart. Aber Brasilien war besser und hätte auch so gewonnen“, ist Massa überzeugt.

Geschenkter Elfer amüsiert Massa

Dass der entscheidende Penalty zum 2:1 in Wahrheit nicht zu geben gewesen wäre, sieht auch Massa so. „Fred hat einen guten Job gemacht“, kommentierte das Massa grinsend. „Es war wie bei Nico Rosberg in Monaco. Keiner kann sagen ob es ein Foul war oder nicht, aber es hat gewirkt“, zog der Rennfahrer schmunzelnd einen Vergleich zu seinem Geschäft. Der japanische Schiedsrichter dürfe von ihm aus nun jedes Brasilien-Spiel pfeifen. „Am besten auch das Finale mit uns“, lachte Massa, der sich vor der Selecao verbeugte. „Daheim besteht viel Druck, dafür hat das Team im ersten Match sehr stark gespielt.“

Sergio Perez „muss noch härter bestraft werden“

Ab kommenden Montag konzentriert sich der Wien-Fan („In dieser geschichtsträchtigen Stadt möchte ich mit meiner Familie einmal länger Urlaub machen“) aber wieder voll auf die Formel 1 und da auf das Rennen am 22. Juni in Spielberg. Die Strecke hat Vergleichsmöglichkeiten mit Kanada, wo Massa zuletzt dank Mercedes-Power sogar um den Sieg mitkämpfte. Ein haarsträubender Unfall kurz vor Schluss verhinderte dies. Sergio Perez müsse noch härter bestraft werden als es die FIA bereits getan habe, sagte Massa und zog gleich wieder Fußball-Vergleiche mit dem nächsten WM-Gruppengegner: „Mit Mexiko haben wir immer Probleme.“

Bewegte Karriere

Massa hat in seiner langen Karriere annähernd 200 Grand-Prix-Rennen bestritten und dabei elf Siege gefeiert. Dabei hat es das 1,66 m kleine Leichtgewicht aber auch zu einer tragischen Figur gebracht. Als jahrelanger „Wasserträger“ von Michael Schumacher war er 2008 bei der Zieldurchfahrt in Sao Paulo für einige Sekunden sogar Formel-1-Weltmeister, ehe Lewis Hamilton doch noch einen Konkurrenten überholte und so den Titel an sich riss. 2009 wurde Massa in Ungarn von einer Metallfeder am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Gedanken an Schumacher fahren in Spielberg mit

Heute ist der Brasilianer wieder ganz der alte. Wenn er in Österreich an den Start geht, fahren auch Gedanken an Schumacher mit. Denn zum deutschen Rekordweltmeister hatte er stets einen sehr guten Draht. „Wir beten weiterhin für ihn, ich denke praktisch jeden Tag an ihn“, sagte Massa über den seit einem Skiunfall kurz vor Jahresende 2013 im künstlichen Koma liegenden Freund. Neuigkeiten gebe es aber auch für ihn keine. „Ich weiß nicht mehr, als alle anderen.“

Massa hofft auf Podestplatz in Spielberg

In Spielberg hofft Massa auf einen Podestplatz und viele Punkte. „Wir haben so ein super Auto, dass wir eigentlich vor McLaren und Force India sein sollten. Wir haben aber zu viele Punkte liegen lassen“, sagte Massa, der glaubt, dass sein Team sogar Ferrari überholen kann. Was ihm eine besondere Genugtuung wäre. „Aber nicht, weil es Ferrari ist, und ich dort lange gefahren bin. Denn mit Ferrari verbindet mich immer noch eine riesige Freundschaft.“

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