Das neue Mercedes-Rennauto
Sowohl Hamilton als auch Rosberg gelten als WM-Titelkandidat.
 

Formel 1 2014: Alles neu

Am 16. März 2014 startet die neue Formel-1-Saison. Mit neuen Fahrern, neuen Autos und neuen Regeln.

04.03.2014 APA

Die Formel 1 Saison 2014 startet mit 11 Teams, 22 Fahrern, davon 3 Debütanten und vor allem mit viel Spannung. Für letzteres zeigen sich die massiven Regeländerungen und die neuen 1,6-Liter-V6-Turbomotoren verantwortlich. Natürlich haben nicht alle der 11 Rennställe Chancen auf den WM-Titel, aber die Dominanz von Red Bull dürfte in dieser Saison gebrochen werden. Der RB10 konnte bisher bei den Tests in Jerez und Bahrain nicht überzeugen und sorgte für Kopfzerbrechen.

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Probleme bei Red Bull

Ein fünfter WM-Titel in Serie für Sebastian Vettel scheint derzeit in weite Ferne gerückt. Dabei war Red Bull das dominante Team der vergangenen Jahre. Der Renault-Motor und dessen Einbindung in den neuen Boliden bereiten dem österreichisch-englischen Rennstall Probleme. „Es ist keine einfache Situation, aber noch ist nichts verloren“, erinnerte Vettel. „Es sind noch keine Rennen gefahren und noch keine Punkte vergeben.“

Rückkehr nach Österreich

Auch in diesem Jahr stehen 19 Rennen auf dem Programm, darunter die Rückkehr nach Österreich. Erstmals seit 2003 wird auf dem wiedereröffneten Red Bull Ring in Spielberg um WM-Punkte gefahren. Das Rennen am 22. Juni ist längst ausverkauft. Völlig neu im Kalender ist der Grand Prix von Russland im Oktober im Olympiaort Sotschi. Beim WM-Finale am 23. November in Abu Dhabi werden erstmals doppelte Punkte vergeben.

Stunde Null

Damit soll ein ähnliches Solo wie von Vettel im Vorjahr verhindert werden. Der Deutsche hat die neun abschließenden Rennen der vergangenen Saison allesamt gewonnen. Das hat nicht einmal sein legendärer Landsmann Michael Schumacher geschafft. Eine ähnliche Dominanz dürfte es 2014 aber ohnehin nicht geben. Die einschneidenden Regeländerungen bedeuten für alle Teams eine Fahrt ins Ungewisse.

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Mercedes bisher überzeugend

Mercedes hat bei den Tests in Jerez und Bahrain nicht nur mit schnellen Rundenzeiten, sondern auch mit vergleichsweise großer Standfestigkeit überzeugt. Die Silberpfeile profitieren davon, dass die neuen V6-Turbos in der eigenen Motorenschmiede produziert werden. Auch die Mercedes-Kundenteams McLaren, Williams und Force India gelten als Kandidaten, zum Saisonstart vorne mitzufahren.

Chancen bei Ferrari und Williams

Ferrari setzt auf seine enorm starke Fahrerpaarung. Zu Fernando Alonso gesellt sich Neuzugang Kimi Räikkönen, der den Italienern 2007 ihren bisher letzten Fahrer-WM-Titel beschert hat. „Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen“, gestand Alonso. Der Spanier hat seinen dritten WM-Titel im Visier. In den vergangenen vier Jahren war er dreimal hinter Vettel Vizeweltmeister. Als Geheimfavorit gilt Williams mit Räikkönens Ferrari-Vorgänger Felipe Massa.

Hamilton führt bei Buchmachern

Die Buchmacher führen aber Mercedes-Pilot Hamilton ganz oben, auch Teamkollege Nico Rosberg gilt als WM-Kandidat. Die Silberpfeile befinden sich mit dem österreichischen Motorsportchef Toto Wolff und Aufsichtsratschef Niki Lauda im Aufwind. „Wir wollen sobald wie möglich Weltmeister werden“, versicherte Lauda. „Ob das heuer schon ist, kann man nicht sagen. Mein persönliches Ziel ist es aber, dass das in den nächsten zwei Jahren passiert.“

Neuer Sound

Mercedes profitiert wie Ferrari davon, die neuen, komplexen Hybridmotoren selbst herstellen zu können. Die Turbos sollen vorerst bis 2020 verwendet werden. Nicht nur Vettel beklagte ihren nicht wirklich beeindruckenden Sound. „Es ist schade, dass sich Formel-1-Autos nicht mehr wie Formel-1-Autos anhören“, sagte der Serienweltmeister über die Sechszylinder-Motoren, die mit einem deutlich stärkeren Energierückgewinnungssystem (ERS) ausgestattet sind.

Drei Debütanten

Die Formel 1 wird etwas grüner, aber auch technisch zusehends komplizierter. Debütanten gibt es drei: den Dänen Kevin Magnussen (McLaren), den Russen Daniil Kwjat (Toro Rosso) und den Schweden Marcus Ericsson (Caterham). Kwjat nimmt beim Red-Bull-Zweitteam das Cockpit von Daniel Ricciardo ein. Der Australier hat das Upgrade zum Einserteam erhalten und soll dort als Teamkollege von Vettel seinen Landsmann Mark Webber ersetzen.

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