24 stunden nordring fuglau 2013
Quer durch die Bank - von Citroen Acadiane über Lada Taiga und Jaguar 4.0 bis zu Ford Puma. Ein bunter Haufen wie nirgendwo sonst!
 

Finale der 24 Stunden Nordring Fuglau

Regen, Pannen, Erschöpfung und die eine oder andere Überraschung

27.05.2013 Online Redaktion

07:00 – Schlammschlacht am Nordring

Die Nacht ist überstanden, der Regen ist geblieben. Auf der Strecke sind jetzt wieder richtige Autos zu erkennen, nicht mehr bloß Chaos aus Scheinwerferkegeln und Bremslichtern. Und das Erscheinungsbild der vierrädrigen Recken lässt darauf schließen, dass die Nacht eine harte war. Auch die dicken Schlammschichten können den mitunter weit fortgeschritten Verfall nicht verbergen. Trotzdem kommt man nicht umhin, das Durchhaltevermögen der alten Schüsseln und – vielleicht sogar noch mehr – das Reparaturtalent der Teams zu bewundern.
Beste Beispiele aus der unmittelbaren Umgebung unseres Zeltplatzes: Ein Granada Turnier, der gleich zu beginn des Rennens seine Nachbarschaft mit (sehr) wütenden Kühlwassergeysiren beglückt hat und jetzt seit Stunden mehr oder weniger stoisch seine Runden dreht. Auch „Sieg der Vernunft“-Racing hat sich bis jetzt beharrlich geweigert, sein Consul Coupe aufzugeben. Selbst nachdem zwei Hilfsrahmenschrauben abgerissen waren und die daraufhin haltlose Hinterachse im wahrsten Sinne des Wortes zu Boden gegangen ist. Die Achse hat nebenbei die Kardanwelle in den Tod geschickt. Die Damen und Herren haben es jedenfalls geschafft eine halbwegs passende Kardanwelle für ihren 70er-Jahre-Ford aufzutreiben – Freitag Abend im Waldviertel! Not bad.

Ähnlich tapferes gibt es von unserer Homebase, der autorevue/hirnwixen.at-Box zu berichten.

Der Manta hat nämlich seine Verteilerwelle entzweit, woraufhin ein paar Teammitglieder zum Ersatzverteilerholen aufgebrochen sind. Nur um bei ihrer Rückkehr feststellen zu müssen, dass es einen Unterschied zwischen ‚ähnlich’ und ‚gleich’ gibt. Den Tag, oder vielmehr die Nacht, gerettet hat ein Kollege aus Bayern, höchstwahrscheinlich wegen seiner Fähigkeiten am Schraubenschlüssel ‚Magic’ genannt. Er hat beide Bauteile auf quasi-atomares Niveau zerlegt und es ist ihm tatsächlich gelungen, aus dem Vorhandenen einen Verteiler zu erschaffen, mit dem auch der Manta-Motor einverstanden ist.

Jetzt läuft er wieder, der Opel. Ziemlich quer übrigens, denn der Asphaltteil der Strecke ist momentan ausnehmend glatt. Der Schotterteil, um es der Vollständigkeit halber zu erwähnen, hat sich im Laufe der Zeit zu einer veritablen Kraterlandschaft entwickelt. Unserem BX schmeckt die Glätte nicht, denn der im Trockenen fanatische Vorderachsgrip weicht nun handelsüblichem Untersteuern. Sonst zeigt er sich – abgesehen von einem kleinen Auspuff-Aua – nach wie vor erstaunlich unbeeindruckt von den Strapazen.

Zum Schluss eine interessante Entdeckung:

Es gibt genau zwei LADA Taiga auf dem Gelände. Davon kämpft der eine giftgrün lackiert auf der Piste und steht der andere als Händlervorführwagen im Fahrerlager. Das kann auch nicht jeder.

24 stunden nordring fuglau 2013

Kistensau gegen Hunger und Kälte. So ein Feuer lockt durchnässte Fahrer wie Licht blutrünstige Mücken.

12:00 – Endspurt

Gegen Mittag war die Strecke komplett trocken, außerdem hatte sich die Ideallinie offenbar herumgesprochen. Die Pace des gesamten Feldes war entsprechend. Generell hat die Trockenheit natürlich den Hecktrieblern in die Karten gespielt und man hat ausgangs der Kurven durchaus gemerkt, dass eine Zweiliter-Alfetta doppelt so stark ist wie ein 1400er-BX.

Leider war es dem Manta nicht vergönnt, seine 110PS herzuzeigen – wieder kaputt…  Aufgrund einer lockeren Steuerkette (Spanner gebrochen) haben sich Kurbel- und Nockenwelle derart auseinander gelebt, dass keine konstruktive Zusammenarbeit mehr möglich war. Will heißen: null Leistung. Außerdem hat eines der sich stetig vertiefenden Schlaglöcher dem offenbar korrosionell vorbelasteten linken Federbeindom den Gnadenstoß versetzt.

Das Loch in der Karosse war so groß, dass die anfangs euphorischen Flickversuche schlussendlich aufgegeben werden mussten. Auch der BX war nicht ganz gefeit, er hat mit schamlosem Röhren auf den imminenten Exitus seiner Abgasanlage hingewiesen und sie – zuvorkommend wie immer – genau 5m vor dem Schweißplatz abgeworfen. Franz (einer von immerhin sechs Chefmechanikern) war kraft seines Damenspitzerls aber trotzdem bester Laune und schwang sich unter den Franzosen, wo er, wie ein Chirurg um Werkzeug bittend („Masse!“, „Schirm!“, Drahtbü.. na, Flex!“), ans Werk ging. Das hat eine halbe Stunde gedauert und das war uns nicht mehr so egal wie am Anfang gedacht. Schließlich waren 18 Stunden vergangen und wir wähnten uns mindestens in den Top Ten.

24 stunden nordring fuglau 2013

Letzte Schicht für Franz Kuncic. In etwa so mitgenommen aber unerschütterlich – wie unser Baguette – klemmt er sich hinters Steuer.

Dem Team mit der Acadiane (ich hab’s gegoogelt) möchten wir an dieser Stelle für den Tipp mit Diesel als Hydraulikölersatz danken. Dieses Team ist ebenfalls sehr weit vorne, sogar ein verzogener Rahmen konnte die Partie nicht bremsen. Er hat sich durch das Gewicht von drei oder vier Mann wieder in Form bringen lassen. Das wäre bei dem großen Jaguar von Team „Great Britain“ wohl nicht möglich gewesen, allerdings konnte das lästige Loch in der Automatikölwanne geschlossen werden. Den noblen Briten haben sie dafür kurzerhand auf die Seite gelegt. Der „Sieg der Vernunft“-Consul hat abermals sein Differential verloren, diesmal war eine verlorene M16-Mutter der Übeltäter. Es freut uns besonders, dass wir Ersatz zur Verfügung stellen konnten.

Man merkt schon, dass hier interessante Leute mit interessanten Autos zu interessanten Geschichten geführt haben. Zum Beispiel der Fiat 1500 von 1966(?); dynamisch bewegt und fast zu schade. Oder der grüne Käfer, der beständig über die schlimmsten Teile der Piste geprügelt wurde, aber standhielt. Ähnlich erging es einem Kadett C, der Teil um Teil verloren, aber seine Fahrtüchtigkeit erhalten hat.

Der Renault 5 des – leider – einzigen Damenteams fuhr in vollem Maikäferornat, Fühler inklusive. Als die hinteren Stoßdämpfer irgendwann aufgegeben haben, hat das hupferte Fahrverhalten ausgezeichnet zum Maikäferthema gepasst. Ganz im Gegensatz freilich zu dem vielen weißen Rauch und dem dazu höchstwahrscheinlich in engem Bezug stehenden Kopfdichtungsschaden. Das Team von „Cosa Nostra/Gruppo Polizia“ setzt die oben erwähnte Alfetta ein, dazu eine Nuova Giulietta. Zusätzlich stehen noch vier 75er im Fahrerlager damit Zweifel an seinem Herz für die Limousinen aus Mailand gar nicht erst aufkommen können.

 

Start der 24 Stunden Nordring

  • Peter Höller

    Sehr geehrter Herr „citroenator“ !

    Sie schreiben anonym, nehmen Worte wie „Völlig hirnlose Scheiße“ in den Mund bzw. klopfen Sie in die Tastatur und schreien gleichzeitig „Kulturgut“. Wo ist Ihre Kultur? Welches Stück „Kulturgut“ erachten Sie als so selten? Sind Sie radikaler Automobilist der alles retten will, obwohl es schon lange Tod ist.

    P.S.:
    Die Giulietta und die Alfetta wären bereits ausgeschlachtet bzw. längstens in der Presse gelandet. Wir haben Sie angekauft und zu einem letzten Gefecht wieder fahrbereit gemacht.

    mfg
    Transaxle Treiber
    Peter Höller

  • citroenator

    Völlig hirnlose Scheiße und des Schreibens unwürdig, zumal in Ihrem Journal. Lasst es einfach, so einen Müll zu veröffentlichen, bei dem Kulturgut vernichtet wird. Nehmt stattdessen Audis quallen und irgendwelche Mistgurken aus dem VAG-Sortiment. Oder sämtliche andere Neuwagen, aber nicht seltene Stücke, aus denen man noch Teile gewinnen kann…

  • Lada Gail

    Ein toll geschriebener Artikel,Super Veranstaltung….leider hat ein richtiges zeitnehmersystem gefehlt aber vielleicht beim nächsten mal.
    Lg.an alle Teams
    Lada Gail

  • wolfgang ertl

    super war das- die paar beulen im käfer kriegen wir bis nächstes jahr locker hin…

  • Tenze Karlheinz

    Super Fotos!,aber nix vom BMW Team Graz u.unseren 315er,den wir für`s Rennen u.sein leben danach in 3 Monten kompl.neu Aufgebaut haben! lg.

  • Gerhard

    Einfach absolut geniale Veranstaltung!!!! Wir sind nächstes Jahr wieder dabei!!

    GRüße von den OÖ Benzinbrüdern

  • Uli

    Ein sehr flott und kurzweilig geschriebener Artikel! Sehr nett zu lesen! Vielen Dank und schöne Grüße vom Berufskollegen an den Autor! So macht Journalismus Spaß!!!

  • Josef Schweinzer

    Das war ein Supper Wochenende.

  • Josef Schweinzer

    Das war ein
    Das war ein Super Wochenende.

  • Mario

    einfach nur gut. Wäre auch gerne dabei gewesen!

  • HewiMetl

    gute live berichterstattung, und tolle fotos.
    man merkt dass ihr spaß hattet.

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