Felix Baumgartner bald als Rennfahrer?
 

Doch kein Ruhestand: Felix Baumgartner bald als Rennfahrer?

Nach Rekordsprung 24-Stunden Rennen für Audi auf dem Nürburgring geplant – Baumgartner zum Wert der Daten, zur „g’sunden Watschn“ und zu seinem Privatleben.

14.10.2013 APA

Der Salzburger Extremsportler Felix Baumgartner springt aus einer Kapsel in der Stratosphäre im freien Fall zur Erde und bricht damit gleich drei Rekorde. Der Österreicher durchbrach als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer – Baumgartner flog eine Maximalgeschwindigkeit von fast 1.358 Stundenkilometern. Zudem erreichte Baumgartner mit 38.969,40 Metern den höchsten Absprung sowie den längsten freien Fall mit einer Länge von 36.402,6 Metern. Und die Welt sah dabei zu, der von Sponsor Red Bull finanzierte Rekordsprung wurde von 77 Sendern und 50 Ländern übertragen. Genau ein Jahr später hat sich heute, Montag, der 44-Jährige Zeit für ein Gespräch genommen.

Herr Baumgartner, wie hat dieser Sprung ihr Leben verändert?

Mich persönlich gar nicht, ich bin der Selbe geblieben. Nur die Wahrnehmung ist weltweit eine andere geworden. Seit diesem Sprung bin ich unentwegt unterwegs. Ganz egal wo, die Leute wollen mit mir sprechen und ihre Gefühle mitteilen. Wir haben die Menschen berührt, auch Kinder haben wir motiviert, die haben Bilder gemalt, sogar im Fasching war der Stratos-Sprung großes Thema, das heißt in den Köpfen der Menschen ist etwas passiert.

Zur Erinnerung: der Stratos Sprung von Felix Baumgartner

Haben Sie nach Ihren drei Weltrekorden Lust auf weitere Herausforderungen, brauchen Sie den Kick noch einmal?

Nur, weil ich jetzt nicht mehr aktiv im Extremsport bin, heißt das nicht, dass ich keine Herausforderungen mehr suchen würde. Es muss ja einen Grund geben, warum man in der Früh aus dem Bett steigt. Ich habe jetzt ein sehr gutes Angebot von Audi bekommen, im kommenden Jahr beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring als vierter Fahrer dabei zu sein. Darauf werde ich mich sehr gewissenhaft vorbereiten, immerhin bin ich der Schwächste aus dieser Fahrergruppe. Wie immer, wenn ich etwas mache, suche ich mir die richtigen Leute, hole mir Tipps, trainiere viel am Simulator und nehme das Thema sehr, sehr ernst.

Über die Gefährlichkeit Ihres Rekordsprunges ist viel geredet worden, wie gefährlich war er denn wirklich aus Ihrer Sicht?

Das gefährliche war die Vorbereitung. Da gab es viele offenen Fragen. Auf alle haben wir Antworten gefunden, das Risiko war also berechenbar, sonst hätten wir es auch nicht gemacht und schon gar nicht vor laufenden Kameras. Bis auf den Bereich der Überschallgeschwindigkeit. Darauf hat erst der Sprung selbst Aufschluss gegeben. Und genau dabei haben wir wertvolle Daten gesammelt, die wir der Wissenschaft jetzt zur Verfügung gestellt haben.

Es gab renommierte Wissenschafter, die den Wert dieser Daten bezweifelten oder gering schätzten. Wie sehen Sie das?

Die NASA ist froh darüber, dass es einen Sprung gibt, der von Anfang an dokumentiert ist, inklusive präziser medizinischer Begleitung. Diese Daten werden in Zukunft dringend gebaucht werden, um das Retten von Menschen in der Raumfahrt zu ermöglichen und sicherer zu machen. Ich glaube, wenn sich die NASA und auch die Air Force um unsere Daten reißen, dann spricht das für sich.

Wir geht es Ihnen mit dem Hype um Ihre Person?

Alles in allem fühle ich mich wohl, leider gibt es immer wieder Presseenten. Das Niveau der Presse ist stark gesunken, immer wieder gibt es reißerische Schlagzeilen und verfälschte Inhalte, aber damit muss man halt leben. Die Menschen auf der Straße geben mir Recht, leider ist es halt so, dass man in der heutigen Zeit seine Meinung nicht mehr sagen darf.

Meinen Sie den Satz mit der „g’sunden Watschn“? War das nicht ziemlich ungeschickt?

Nein, das war nicht ungeschickt. Ich habe gesagt, die „g’sunde Watschn“ muss zum richtigen Zeitpunkt zulässig sein als Erziehungsmittel. Teile der Presse haben dann daraus gemacht, Felix Baumgartner plädiere für Gewalt gegenüber Kindern. Das ist natürlich völliger Schwachsinn. Als erstes muss man das Gespräch suchen. Aber es gibt Jugendliche, die die starke Hand eines Vaters brauchen.

Wo und wie leben Sie jetzt?

Ich bin nach wie vor bodenständig und habe in der Schweiz eine kleine Dachwohnung mit Blick auf den Bodensee. Dort gibt es diesen Hype nicht und man lässt mich in Ruhe.

Wie sieht es privat bei Ihnen aus?

Meine Freundin hat sich vor ein paar Monaten von mir getrennt. Ich bin Single und werde es in der nächsten Zeit auch bleiben.

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