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Hamilton gegen Rosberg, das Duell der Saison 2014.
 

F1: Das Duell der Saison

Diese Saison scheint es nur ein Duell zu geben: Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg

12.05.2014 APA

Die Dominanz von Mercedes ist am Wochenende wieder eindrucksvoll bewiesen worden. Diese Saison scheint es nur ein Duell zu geben: Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg – das hatte es bereits vor 15 Jahren im Kartsport gegeben. „Sie sind unterschiedliche Charaktere, aber mit beiden macht das Arbeiten unheimlichen Spaß“, so Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Rosberg lauert auf Platz zwei

Hamilton hat die vergangenen vier Rennen in Serie gewonnen. Dennoch liegt er nur drei Punkte vor seinem Teamkollegen. Beide WM-Kandidaten haben ihre Stärken und Schwächen. „Lewis hat Instinkt. Sein gnadenloser Speed ist ein spezieller Faktor“, meinte Wolff. „Bei Nico ist es die akribische Vorbereitung. Er ordnet alles dem Thema Formel 1 unter. Er hat großes Verständnis für das Auto und ist sehr an den Daten interessiert.“

Chance auf zweiten WM-Titel

In diesem Bereich habe sich allerdings auch Hamilton weiterentwickelt. „Er ist ein unglaublicher Arbeiter geworden. In diesem Jahr hat sich das noch einmal gesteigert“, sagte Wolff. Offenbar angespornt durch ein überlegenes Auto und die Chance auf seinen zweiten WM-Titel nach 2008. Wolff, seit eineinhalb Jahren bei Mercedes und seit heuer auch Teamchef: „Für ihn hat das jetzt alles einen höheren Stellenwert.“

Schneller als alle Anderen

Mitunter reagiert Hamilton daher auch sehr heftig auf interne Anweisungen. Selbst am Sonntagabend nach dem Sieg in Montmelo bei Barcelona war beim 29-jährigen Engländer nicht alles eitel Wonne. „Er ist unglaublich sensibel, auf Kritik zeigt er starke Reaktionen“, charakterisierte Wolff seinen Superstar. „Darum kann er aber auch so fahren wie er fährt.“ Derzeit schneller als alle anderen Piloten.

Der Vulkan Hamilton

Hamiltons Emotionalität birgt Sprengstoff. Rosberg ist mit dem Verhalten seines langjährigen Weggefährten nicht immer glücklich. In Spanien trennten das Duo nach 66 Runden bei unterschiedlichen Reifenstrategien nur 0,6 Sekunden. „Man sieht, wie eng sie beisammen liegen. Der Unterschied ist mini“, betonte Wolff. Der WM-Kampf dürfte daher „bis zum letzten Rennen gehen“.

Die Konkurrenz schwächelt

Beim Finale am 23. November in Abu Dhabi werden doppelte Punkte vergeben – ein Mitgrund, warum Mercedes mit WM-Prognosen vorsichtig ist. Wolff will auch die Konkurrenz noch nicht abschreiben. „Red Bull und Ferrari machen im Moment Schwächephasen durch. Aber sie haben die Ressourcen, um so ein Tief zu durchtauchen“, meinte der Wiener. In der kommenden Saison müsse man zudem McLaren mit den neuen Honda-Motoren berücksichtigen.

Vorsichtiger Optimismus macht sich breit

2014 aber könnte das Jahr von Mercedes werden. Fünf Siege in fünf Rennen, der Konkurrenz um fast eine Sekunde pro Runde enteilt. „Wir sind vorsichtig optimistisch. Im Moment vielleicht mehr optimistisch als vorsichtig“, formulierte es Wolff. „Wir dürfen aber nicht auf der Welle des Erfolges davonschwimmen. Wir können uns keinen Millimeter Nachlässigkeit leisten.“

Jedes Rennen beginnt bei 0

Daran gilt es, das Team immer wieder zu erinnern. „Es ist ein guter Moment, aber wir müssen so tun, als wäre das alles nie passiert“, sagte Wolff. Seine Mitarbeiter scheinen sich daran zu halten. In der Nachbesprechung des Rennens ging es laut Wolff auch darum, warum Rosbergs Auto bei den Starts etwas zu langsam reagiert – nach einem Doppelsieg mit fast 50 Sekunden Vorsprung.

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