Sebastian Vettel im Rennauto während dem GP von Brasilien
Sebastian Vettel beendet die Formel-1-Saison 2013 mit einem Sieg. Webber wird bei seinem Abschied 2.
 

Vettel gewinnt Grand Prix von Brasilien

Doppel-Erfolg für Red Bull. Sebastian Vettel beendet die Formel-1-Saison 2013 mit einem Sieg, sein Teamkollege Mark Webber verabschiedet sich von der Königsklasse mit dem zweiten Platz.

24.11.2013 APA

Der Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel gewinnt das letzte Saison-Rennen 2013 der Königsklasse. Mark Webber, der in Sao Paulo seine Formel-1-Karriere beendet wird Zweiter und Fernando Alonso Dritter. Die Saison 2014 wird mit einigen Regeländerungen am 16. März in Melbourne starten.

Schumacher-Rekord egalisiert

Der Deutsche vom Red-Bull-Team feierte im 19. und letzten Rennen des Jahres den 13. Sieg. Damit egalisierte der Vierfachweltmeister den Allzeitrekord von Michael Schumacher, sein Landsmann hatte 2004 ebenfalls 13 Erfolge eingefahren.

Ergebnis des Grand-Prix Brasilien

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:32:36,300

2. Mark Webber (AUS) Red Bull +10,452

3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +18,913

4. Jenson Button (GBR) McLaren +37,360

5. Nico Rosberg (GER) Mercedes +39,048

6. Sergio Perez (MEX) McLaren +44,051

7. Felipe Massa (BRA) Ferrari +49,110

8. Nico Hülkenberg (GER) Sauber +1:04,252

9. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +1:12,903

10. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso +1 Runde

11. Paul di Resta (GBR) Force India +1 Runde

12. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber +1 Runde

13. Adrian Sutil (GER) Force India +1 Runde

14. Heikki Kovalainen (FIN) Lotus +1 Runde

15. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso +1 Runde

16. Pastor Maldonado (VEN) Williams +1 Runde

17. Jules Bianchi (FRA) Marussia +2 Runden

18. Giedo van der Garde (NED) Caterham +2 Runden

19. Max Chilton (GBR) Marussia +2 Runden

Ausgeschieden: Romain Grosjean (FRA/Lotus), Valtteri Bottas (FIN/Williams), Charles Pic (FRA/Caterham)

Mercedes holt sich den 2. Platz

Platz zwei in der Konstrukteurs-WM hinter Red Bull ging dennoch nicht an Ferrari, sondern an Mercedes, wo mit Toto Wolff (Motorsportchef) und Niki Lauda (Teamaufsichtsratschef) zwei Österreicher in der Führungsetage arbeiten. Mercedes hatte am Ende zwar 236 Punkte weniger als Red Bull, aber sechs Zähler mehr als Ferrari auf dem Konto.

Siegerehrung vom Grand Prix von Brasilien

© Bild: Carlos Villalba Racines / EPA / picturedesk.com

Vettel mit schwachem Start

Schwächen zeigte Vettel in Sao Paulo nur beim Start, bei dem er seinen deutschen Landsmann Nico Rosberg (Mercedes) vorbeiziehen ließ. Noch vor dem Ende der ersten Runde rückte der 26-jährige Superstar aber die Verhältnisse wieder zurück, überholte Rosberg und gab Platz eins bis zum Schluss nicht mehr ab. Auf ein Geschenk an den abtretenden Webber wurde – wie von allen Seiten angekündigt – verzichtet.

Unglaubliche Dominanz

Am Sieg gab es trotz eines von seiner Crew völlig verpatzten zweiten Boxenstopps nichts mehr zu rütteln. Vettels Dominanz im Jahr 2013 war außergewöhnlich. Neben den 13 Triumphen und neun Siegen in Serie führte Vettel von den insgesamt 508 Saisonrunden in nicht weniger als 444 das Feld an. „Es ist schon ein bisschen pervers, wie stark wir in den letzten Rennen waren. Ich bin extrem stolz“, erklärte Vettel, der nach dem Ende der Sommerpause alle neun Rennen für sich entschieden hat.

Akku wieder aufladen

Neben der „Schumi“-Bestmarke egalisierte Vettel im Autodromo-Jose-Carlos-Pace auch den 60 Jahre alten Rekord von Alberto Ascari. Der Italiener hatte seine neun Siege in Serie allerdings in zwei Rennjahren geschafft. Vettel räumte abschließend ein, dass er sich nun auf den Winter, eine Pause „und ein bisschen Urlaub“ freue. Auch beim Seriensieger ist nach der kräfte- und nervenzehrenden Saison der Akku leer.

Webber mit Ehrenrunde ohne Helm

„Ich bin stolz auf meine Karriere, es war eine tolle Reise“, meinte Webber nach seiner Abschiedsvorstellung. „Als Kind hätte ich mir nie zu wagen geträumt, solche Erfolge zu feiern.“ Auf den letzten Metern in einem Formel-1-Auto genoss der Australier auf der Ehrenrunde den Fahrtwind ohne Helm. Von Wehmut war bei Webber, der künftig für Porsche Sportwagen fährt, schon vor seinem letzten Start keine Spur zu finden gewesen.

Webber mit 215 F1-Rennen

„Es ist ein guter Moment, kein trauriger. Das war ein tolles Finish meiner Karriere.“ Webber spüre Erleichterung, auch wenn es in seinem 215. F1-Rennen nichts mit dem zehnten Karrieresieg wurde. Vettel wünschte Webber „alles Gute“. Ehrlich räumte der Serien-Champion ein: „Alles in allem hatten wir nicht die beste Beziehung, aber immer Respekt voreinander.“

Massa erhält Durchfahrtsstrafe

Felipe Massa schimpfte hingegen in seinem Auto wie ein Rohrspatz. Ausgerechnet in seinem letzten Rennen für Ferrari, ausgerechnet in seinem Heim-Grand-Prix in Sao Paulo gab es für den gebürtigen Paulista nur wenig Grund zu feiern. Durch eine selbst verschuldete Durchfahrtsstrafe hatte Massa sich und der Scuderia jegliche Hoffnungen auf ein Topresultat und damit die Chancen im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft gegen Mercedes geraubt.

Keine Einsicht

„Unglaublich, unglaublich“, schrie Massa fuchsteufelswild in sein Bordmikro, nachdem ihn die entrüstete Boxen-Crew von der Strafe unterrichtet hatte. „Das ist inakzeptabel“, fauchte der Brasilianer. Dabei hatte er zuvor klar erkennbar im Zweikampf mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton die weißen Linien bei der Einfahrt zu Boxengasse überfahren – und das ist nicht erlaubt. Am Ende verabschiedete sich Massa nach acht Ferrari-Jahren mit Platz sieben Richtung Williams.

Gruppenfoto vor dem GP in Sao Paulo

© Bild: EPA / Sebastião Moreira / picturedesk.com

Endstand der Formel-1-Saison 2013

Fahrerwertung

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 397 Punkte

2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 242

3. Mark Webber (AUS) Red Bull 199

4. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 189

5. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 183

6. Nico Rosberg (GER) Mercedes 171

7. Romain Grosjean (FRA) Lotus 132

8. Felipe Massa (BRA) Ferrari 112

9. Jenson Button (GBR) McLaren 73

10. Nico Hülkenberg (GER) Sauber 51

11. Sergio Perez (MEX) McLaren 49

12. Paul di Resta (GBR) Force India 48

13. Adrian Sutil (GER) Force India 29

14. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso 20

15. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 13

16. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber 6

17. Valtteri Bottas (FIN) Williams 4

18. Pastor Maldonado (VEN) Williams 1

Teamwertung

1. Red Bull 596 Punkte

2. Mercedes 360

3. Ferrari 354

4. Lotus 315

5. McLaren 122

6. Force India 77

7. Sauber 57

8. Toro Rosso 33

9. Williams 5

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