Bernie Ecclestone vor Gericht
Am 2. Mai werden die ersten Zeugen im Ecclestone-Prozess aussagen.
 

Ecclestone-Prozess: Erste Zeugenbefragung

Am 2. Mai werden erstmals im Bestechungsprozess gegen den Formel-1-Boss Ecclestone Zeugen aussagen.

30.04.2014 APA

Der Prozess um den Bestechungsvorwurf gegen Bernie Ecclestone geht in die nächste Runde. Im Verfahren gegen den Formel-1-Boss werden am 2. Mai erstmals Zeugen vernommen werden.

Staatsanwälte sagen aus

Geladen sind eine Staatsanwältin und ein Staatsanwalt, die sich zu den früheren Aussagen von Ecclestone über die Gründe für seine Millionenzahlung an den bayerischen Banker Gerhard Gribkowsky äußern sollen. Staatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl hatte Ecclestone während des Ermittlungsverfahrens zu den Zahlungen befragt, Staatsanwalt Martin Bauer während des Prozesses gegen Gribkowsky.

Staatsanwaltschaft geht von Bestechung aus

Mit der Zeugenvernehmung der Juristen soll auch geklärt werden, ob Ecclestones Aussagen stringent waren oder ob es im Laufe der Zeit Abweichungen gab. Dass das Geld von Ecclestone an Gribkowsky geflossen ist, ist klar. In dem Prozess geht es aber um die Frage, ob es sich um Erpressung oder Bestechung handelte. Die Staatsanwaltschaft geht von Bestechung aus.

Ecclestone bestreitet Vorwurf

Zum Auftakt am Donnerstag vergangener Woche hatte Ecclestone diesen Vorwurf bestritten. In einer stundenlangen Erklärung, die er von seinen Anwälten vorlesen ließ, stellte er sich vielmehr als Opfer einer Erpressung dar und beschuldigte Gribkowsky der Lüge: „Herr Dr. Gribkowsky hat in den entscheidenden Punkten die Unwahrheit gesagt.“

Verteidigungslinie von Ecclestone

Ecclestone fühlte sich angeblich von Gribkowksy unter Druck gesetzt. „Mir war klar, dass er auf jeden Fall Geld haben wollte.“ Er habe Angst gehabt, dass ihn der Banker bei den britischen Steuerbehörden anzeige – dies hätte eine Nachzahlung von zwei Milliarden Pfund (2,43 Mrd. Euro) zur Folge haben können.

„Ich will mich nicht freikaufen“

Ein Deal über die Höhe des Strafmaßes vor Gericht kommt für Ecclestone nicht infrage. „Ich will mich nicht freikaufen“, zitierte die „Bild“-Zeitung den Briten am Tag nach dem Prozessauftakt. „Ich sage dem Gericht die Wahrheit darüber, wie alles abgelaufen ist. Und dann ist es Sache des Gerichts, das alles zu beurteilen.“

Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall klar: Sie wirft Ecclestone Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor. Laut Anklage hat er dem früheren Vorstand der BayernLB 44 Millionen Dollar (31,74 Mio. Euro) gezahlt, damit er die Formel-1-Mehrheit im Jahr 2006 an seinen Wunschinvestor CVC verkauft. Ecclestone versprach sich dadurch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Erhalt seiner Macht in der Rennserie, die er aufgebaut hat und bis heute beherrscht. Bei einer Verurteilung droht ihm das Ende als Formel-1-Geschäftsführer.

Spannung am 9. Mai

Mit Spannung wird in dem Prozess vor allem die Zeugenaussage von Gribkowsky am 9. Mai erwartet. Er war vor knapp zwei Jahren zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld von Ecclestone angenommen und nicht versteuert hatte. Er hatte aber im Gegensatz zu Ecclestone von Bestechungsgeld gesprochen. Ecclestones Anwälte wollen dies vor Gericht mit neuen Beweisen widerlegen.

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