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Ecclestone: „Die Formel 1 ist sicher, so wie sie jetzt ist“

Nach Jules Bianchis Tod betont Bernie Ecclestone, dass keine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen notwendig sei – vielmehr solle der Fokus darauf gesetzt werden, die Formel 1 schneller und spannender zu machen.

20.07.2015 Online Redaktion

Nach Jules Bianchis Tod in der Nacht auf Samstag kam nun auch Formel 1-Boss Bernie Ecclestone zu Wort. Im Gespräch mit Sky Sports News HQ betonte der 84-jährige, dass die Formel 1 keine Schuld an Bianchis tödlichem Unfall trage. Man müsse daher keine Maßnahmen setzen, um derartige Unglücke in Zukunft zu vermeiden, so Ecclestone: „Die Formel 1 ist sicher, so wie sie jetzt ist. Die Autos sind sicher, die Strecken sind sicher. Alles ist gut.“

„Der Bergungskran hätte nicht da sein sollen“

Bianchi war beim Grand Prix von Japan im vergangenen Oktober auf regennasser Fahrbahn gegen einen Bergungskran gekracht und hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen. Der Kran war gerade dabei gewesen, den Sauber des verunfallten Adrian Sutil zu bergen. Darin sieht Ecclestone die einzige Ursache für den fatalen Zusammenprall: „Das Fahrzeug, mit dem er kollidiert ist, hätte gar nicht da sein sollen. Wenn es nicht dagewesen wäre, wäre [Bianchi] genau wie der andere Typ [Adrian Sutil] einfach in die Reifenstapel gefahren.“

Formel 1 soll schneller werden

Anstatt die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen, will Ecclestone seinen Fokus weiter darauf setzen, die Boliden schneller zu machen. Der Formel 1-Chefvermarkter will nach Bianchis Tod nicht von seinen Plänen abweichen, die Rundenzeiten bis 2017 um bis zu 6 Sekunden zu verringern. „[Die Fans] haben sich in letzter Zeit beschwert, dass wir zu sicher und zu „klinisch“ geworden sind“, erklärte der Brite. Es sei auch in Bianchis Sinne, die Formel 1 in Zukunft so spannend und herausfordernd wie möglich zu gestalten: „Er hätte bestimmt nichts dagegen.“

Erster tödlicher Rennunfall seit 20 Jahren

Bianchi war der erste Formel 1-Pilot seit 20 bzw. 21 Jahren, der an den Folgen eines Rennunfalls verstorben ist. Der letzte tödliche Crash während eines Rennens ereignete sich 1994 beim Grand Prix von San Marino in Imola, als das Auto der brasilianischen Formel 1-Legende Ayrton Senna von der Fahrbahn abkam und gegen die Begrenzungsmauer krachte.

Unfallgefahr ist systemimmanent

Ecclestone betonte in dem Interview weiter, dass man nicht erwarten dürfe, dass eine Sportart wie die Formel 1 jemals völlig risikofrei über die Bühne gehen könne: immerhin gehe es dabei darum, so schnell wie möglich zu fahren. „Wir machen es zwar so sicher wie möglich, aber natürlich fahren die Piloten so schnell wie sie können… und das ist, trotz aller Sicherheit, unsicher“. argumentierte der Brite. Dessen seien sich auf die Fahrer bewusst – und sie würden es voll und ganz akzeptieren: Auf die Frage, ob die Piloten sich beim nächsten Grand Prix in Ungarn von Bianchis Tod beeinflussen lassen würden, antwortete Ecclestone: „Nein, ich glaube nicht. Ich glaube, dass die Menschen solche Dinge vergessen. Wenn so etwas passiert, glaubt jeder, es könne ihm nicht passieren. Ich denke also, dass es keinen Unterschied machen wird. Jeder weiß, dass es eine gewisse Gefahr mit sich bringt, und jeder kann damit leben.“

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