Dietrich Mateschitz mit Adrian Newey 2012
© Bild: Getty Images / Mark Thompson
 

F1: Mateschitz wird 70

Dietrich Mateschitz hat sich mit dem Formel-1-Comeback in Österreich wohl selbst das größte Geschenk zu seinem Geburtstag gemacht.

15.05.2014 APA

Dietrich Mateschitz hat sich mit dem Formel-1-Comeback in Österreich wohl selbst das größte Geschenk gemacht – der reichste Mann Österreichs wird heuer 70. Mit der Rückkehr der Königsklasse kehrt auch der Red-Bull-Boss zurück zu seinen Wurzeln, stammt er doch selbst aus dem kleinen St. Marein im Mürztal.

Das Mateschitz-Imperium

Von dort aus hat Mateschitz die Getränkewelt erobert. Vor 30 Jahren gründete der Marketingexperte mit thailändischen Geschäftspartnern Red Bull. Mittlerweile führt ihn das US-Magazin Forbes mit einem Vermögen von 9,2 Mrd. Dollar (6,7 Mrd. Euro) auf der weltweiten Liste der Superreichen auf Rang 136. Längst hat sich Mateschitz ein Medien-, Immobilien- und Sport-Imperium aufgebaut.

Kaffee und Zahnpasta

Dabei hatte alles ganz klein begonnen. Auf der Wiener Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, studierte Mateschitz einst Betriebswirtschaft. „Zwei, drei Jahre länger, als ich vielleicht hätte müssen“, sagte der Multimilliardär einmal. Schon in der Schule war der Sohn zweier Lehrer nicht durch überragende Noten aufgefallen. Er spezialisierte sich auf Marketing, war nach seinem Abschluss für Unilever, Jacobs Kaffee und Blendax tätig.

Aus Krating Daeng wird Red Bull

Bei Blendax stieg Mateschitz bis zum Marketingdirektor auf. Auf einer seiner Dienstreisen für den deutschen Zahnpasta-Hersteller war es auch, als er erstmals mit „Krating Daeng“, auf Englisch „Red Bull“, in Berührung kam. Das aufputschende Getränk half ihm, den Jetlag zu überstehen. An der Bar des Hotels Mandarin in Hongkong hatte Mateschitz die Idee, die in Asien bereits bekannten Energydrinks auch in Europa auf den Markt zu bringen.

Thailändische Familie ist Mehrheitseigentümer

Der gut bezahlte Job bei Blendax war schnell gekündigt, im Salzburger Hinterland tüftelte Mateschitz nach der Gründung der Red Bull GmbH 1984 an seiner Idee. Die thailändische Familie Yoovidhya, erster Produzent von „Krating Daeng“, ist bis heute mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer des Unternehmens, mischt sich operativ aber nicht ein. Solange Red Bull gute Gewinne schreibt, darf Mateschitz schalten und walten.

Sein möglicher Nachfolger

Das tut er auch mit 70 Jahren noch. Zwar gönnt sich Mateschitz längst eine Drei-Tage-Woche, die wichtigen Entscheidungen trifft er aber alle selbst. Als möglicher Nachfolger wird sein Sohn Mark Gerhardter aufgebaut. Der 22-Jährige entstammt einer früheren Beziehung von Mateschitz und ist in einigen Bereichen bereits ins Firmengeflecht eingebunden.

Nie im Mittelpunkt

Lieber als über Unternehmenszahlen spricht Mateschitz über Sport. Er tut es auf eine sehr gewinnende Art und Weise. TV-Interviews gibt der bekennende Jeansträger aber weiterhin nicht. Dabei nennt „Mr. Red Bull“ mit ServusTV längst auch einen Fernsehsender sein Eigen. In den Mittelpunkt stellt Mateschitz nie sich selbst, sondern höchstens sein Produkt.

Seine Langzeit-Freundin

Begleitet wird Mateschitz bei öffentlichen Auftritten in den vergangenen Jahren stets von seiner Langzeit-Freundin Marion Feichtner. Zuletzt war er in Salzburg und Leipzig sogar immer öfter im Fußball-Stadion anzutreffen – vor Jahren noch undenkbar. Seine große Passion aber gilt dem Flug- und dem Motorsport. Aus diesem Bereich kommen mit Motocross-Legende Heinz Kinigadner oder Helmut Marko auch viele seiner engsten Vertrauten.

Ein Traum geht in Erfüllung

Von Marko lässt sich Mateschitz nach jedem Formel-1-Training informieren. Immerhin ist Red Bull dort vierfacher Weltmeister. Mit dem Heim-Grand-Prix erfüllt sich Mateschitz einen weiteren Traum. Er versteht das Rennen als Impuls für eine Region, die besonders unter dem Niedergang der Schwerindustrie gelitten hat. Mit dem „Projekt Spielberg“ soll das Murtal nicht nur für ein Wochenende, sondern das ganze Jahr über belebt werden.

Rückzug auf die eigene Insel

Mateschitz selbst ist mittlerweile in Salzburg verwurzelt, lebt dort in einer Villa im noblen Stadtteil Nonntal. Vor seinem 70. Geburtstag kommenden Dienstag verabschiedet er sich allerdings in eine ungenannte Urlaubsdestination. Auswahl hat er genug, besitzt er doch unter anderem eine eigene Insel auf den Fidschis. Freiheit war für den Ehegegner immer schon eine Triebfeder – auch für die Firmengründung, die vor 30 Jahren seine Welt verändert hat.

  • autojoe

    Na dann alles Gute Herr Mateschitz !

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