Lucien Bianchi vor Bruce McLaren 1968 in Holland. / © deviantart.com/F1-history
Lucien Bianchi vor Bruce McLaren 1968 in Holland. / © deviantart.com/F1-history
 

Der Unfall von Jules Bianchi reiht sich in die tragische Geschichte der Bianchi-Dynastie ein

Der Fluch der Familie Bianchi.

16.10.2014 Online Redaktion

„Es ist hart, in einer Woche ist das Leben unserer Familie zerstört worden“, erzählte Jules Bianchis Vater Philippe auf den Unfall seines Sohnes angesprochen in der „Gazzetta dello Sport„. Er selbst weiß ganz genau, wovon er spricht, hatte er doch aus Gründen des Risikos auf eine eigene Rennsport-Karriere verzichtet. „Es war zu schwer für mich, die Familie wollte kein weiteres Unheil mehr ertragen müssen“, sagte er einmal.

Lucien Bianchi (BEL), Cooper T86B - BRM P142 3.0 V12 Bruce Leslie McLaren (NZ), McLaren M7A - Ford-Cosworth DFV 3.0 V8 / © deviantart.com/F1-history

Lucien Bianchi (BEL), Cooper T86B – BRM P142 3.0 V12
Bruce Leslie McLaren (NZ), McLaren M7A – Ford-Cosworth DFV 3.0 V8 / © deviantart.com/F1-history

Lucien und Mauro: Zwei Brüder im Motorsport

Philippe ist der Sohn von Mauro Bianchi und der Neffe von Lucien Bianchi. Beide Namen sind Experten in der Motorsportszene bekannt, beide Namen sind aber auch mit dunklen Stunden des Rennsports verbunden.

Die Familie Bianchi ist italienischer Abstammung und zog in den 1950er Jahren nach Belgien um, wo Luciens und Mauros Vater als Automechaniker für den Rennfahrer Johnny Claes arbeitete. Wenig verwunderlich, dass auch das Brüderpaar dem Adrenalin der Rennstrecke erlegen war.

Unter belgischer Flagge nahmen sowohl Mauro als auch Lucien an verschiedenen Rennserien teil, Letztgenannter kam sogar auf 17 Einsätze in der Formel 1. Mehr noch: Als hervorragender Rallye- und Langstreckenfahrer gilt Lucien Bianchi heute noch als einer der letzten großen Allrounder im Motorsport.

Schicksalsstrecke Le Mans

1968 nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Während der 24 Stunden von Le Mans, noch heute das prestigeträchtigste Motorsport-Event der Welt, verunglückte Mauro Bianchi und zog sich schwerste Verbrennungen zu. Zur gleichen Zeit feierte Lucien Bianchi an der Seite des Mexikaners Pedro Rodriguez den Gesamtsieg und damit einen der größten Erfolge seiner Karriere.

Mauro kämpfte sich trotz der erlittenen Verletzungen zurück und ging ein Jahr später in Le Mans neuerlich an den Start. Während der damals 31-jährige sein Comeback auf der Rennstrecke zelebrierte, verunglückte Lucien bei der Trainingsfahrt tödlich. Ein Telegraphenmast beendete sein Leben nach nur 34 Jahren und zugleich die Karriere von Mauro. Der geschockte Bruder wollte nicht mehr in ein Rennauto steigen.

(l. n. r.) Kurt Ahrens, Hubert Hahne, Lucien Bianchi (top), Jean-Pierre Beltoise, Piers Courage, Jacky Ickx (top), Jo Siffert and Graham Hill. / © deviantart.com/F1-history

(l. n. r.) Kurt Ahrens, Hubert Hahne, Lucien Bianchi (top), Jean-Pierre Beltoise, Piers Courage, Jacky Ickx (top), Jo Siffert and Graham Hill. / © deviantart.com/F1-history

Eine Devise, der sich auch Mauros Sohn Philippe anschließen sollte. Enkel Jules jedoch wählte erneut Rennfahren als seine Profession und forderte das Schicksal der Bianchi-Familie damit aufs Neue heraus.

Wie geht es Jules Bianchi?

Jules Bianchi liegt immer noch im Krankenhaus und kämpft nach seinem schweren Unfall im Grand Prix von Japan ums Überleben. Nach dem erlittenen Schädel-Hirn-Trauma wurde bekannt, dass das Abschalten lebenserhaltender Geräte bereits zur Diskussion stand. Doch die Formel-1-Welt bangt weiterhin um den 25-jährigen Franzosen und hofft, dass der Familie Bianchi ein weiterer Schicksalsschlag erspart bleibt.

 

Besten Dank an die Kollegen von news.at.

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