Nico Rosberg und Lewis Hamilton nach dem Grand Prix von Mexiko 2015
Nico Rosberg und Lewis Hamilton nach dem Grand Prix von Mexiko 2015
 

Dauerfehde: Wer muss weg – Rosberg oder Hamilton?

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schätzt die Leistung seiner Piloten, will aber „mit netten Jungs arbeiten“ – Beziehung zwischen Hamilton und Rosberg ist die „größte Schwachstelle“ des Teams

04.12.2015 Online Redaktion

Jedes Mal, wenn einer der beiden Mercedes-Piloten einen Grand Prix gewinnt, sehen die Fernseh-Zuschauer das selbe Bild (wenn auch zeitweise mit veränderter Besetzung): Hamilton/Rosberg jubelt, während Rosberg/Hamilton aussieht, als wäre die Welt gerade untergegangen. Der fortwährende Hahnenkampf, den der Brite und der Deutsche seit mittlerweile 2 Jahren mehr oder weniger offen austragen, betrifft aber nicht nur die beiden, sondern das gesamte Team, so Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in einem Interview mit motorsport.com – und das dürfe nicht so bleiben.

„Vieles läuft hinter verschlossenen Türen ab“

„Wenn wir ein Rennen gewinnen, ist immer ein Fahrer wütend. Das überträgt sich auch auf das Team – und das muss aufhören“, mahnte der Österreicher. In der vergangenen Saison habe es einige problematische Vorfälle gegeben, von denen die Öffentlichkeit gar nichts mitbekommen habe: „Vieles läuft hinter verschlossenen Türen ab. Ich habe das Gefühl, dass das Team stärker als je zuvor ist. Wir haben eine große Einigkeit innerhalb des Teams, aber die schwierige Beziehung zwischen den Fahrer ist eine unserer Schwächen. Und das ist nicht gut.“

„Wollen mit netten Jungs arbeiten“

„Die Entscheidung, zwei ebenbürtige Fahrer auszuwählen um den Fortschritt des Teams schneller und besser zu gestalten, haben wir vor drei Jahres sehr bewusst getroffen“, so Wolff. „Während wir uns weiterentwickeln, werden wir erwägen, ob das die beste Aufstellung für das Team ist. Persönlichkeit und Charakter innerhalb des Teams ist ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg. Wenn wir das Gefühl haben, dass das nicht im Einklang mit dem generellen Konsens und der Team-Philosophie steht, könnte das unsere Entscheidung die Fahreraufstellung betreffend beeinflussen.“ Denn er sei zwar der Meinung, dass es wichtig sei, zwei talentierte und schnelle Fahrer zu haben, so Wolff weiter – „aber wir wollen mit netten Jungs arbeiten.“

„Größte Schwachstelle“

Insgesamt sieht Wolff „die Beziehung zwischen den Fahrern – und manchmal auch zwischen den Fahrern und dem Team“ als Mercedes‘ „größte Schwachstelle“. Inwiefern dieses Problem tatsächlich einen Einfluss auf die zukünftige Fahrer-Aufstellung haben wird ist unklar – nicht nur, weil der Erfolg des Teams eigentlich für sich spricht, sondern auch, weil sowohl Hamilton als auch Rosberg langfristige Verträge haben. Zumindest in der kommenden Saison wird der Hahnenkampf bestimmt weiter gehen – außer, Wolffs „Drohung“ zeigt überraschend Wirkung.

„Werden niemals beste Freunde werden, aber kriegen es hin“

Lewis Hamilton jedenfalls sieht keinen Grund, sein Verhalten in Zukunft zu ändern – der Brite ist sich keiner Schuld bewusst. „Wir haben überhaupt keine Probleme verursacht, und die Energie innerhalb des Teams ist so hoch, wie sie immer sein wird“, zitiert die APA den neuen alten Formel 1-Weltmeister. „Wir werden niemals beste Freunde werden, aber irgendwie kriegen wir es doch hin.“ Der Konkurrenzkampf zwischen ihm und Rosberg sei nicht problematischer als zwischen anderen Sportlern in jeder anderen Sportart auch.

Und was meint ihr?

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