Daniel Ricciardo bei der Siegerehrung
Red Bull beruft gegen die Disqualifikation.
 

Formel 1: Red Bull beruft gegen Disqualifikation

Die Disqualifikation von Ricciardo beim GP von Australien hat für Unverständnis bei seinem Rennstall Red Bull und der australischen Öffentlichkeit gesorgt.

17.03.2014 Online Redaktion

von Florian Haselmayer / APA

Die nachträgliche Disqualifikation von Daniel Ricciardo beim ersten Saisonrennen in Australien hat für Unverständnis bei seinem Rennstall Red Bull und der australischen Öffentlichkeit gesorgt. Der 24-Jährige war in seinem Heimrennen sensationell auf Platz zwei gefahren, wurde aber wegen eines zu großen Benzinflusses disqualifiziert. Red Bull hat wegen ungenauer Messgeräte Berufung angekündigt.

Horner: „Messgeräte unzuverlässig“

„Große Farce“, titelte die Boulevardzeitung „Herald Sun“ am Montag. „Freude, dann Leid. Es war ein kontroverser Start in eine neue Formel-1-Ära.“ Red Bull ist sich sicher, dass sich die Durchflussmenge im legalen Bereich von weniger als 100 kg pro Stunde bewegt hat. „Die Messgeräte sind unzuverlässig. Wir denken, dass unser Sensor defekt war“, erklärte Teamchef Christian Horner.

Meinungen gehen auseinander

Die Geräte kommen von einem Einheitshersteller und werden den Teams vom Automobil-Weltverband (FIA) zur Verfügung gestellt. Sie haben seit ihrer Einführung in diesem Jahr immer wieder Probleme bereitet. „Nach unserer Kalkulation war alles in Ordnung“, betonte Horner. „Es gab keine Varianz.“ Daher habe man im Rennen auch nicht auf den Hinweis der Rennleitung reagiert, die Durchflussmenge zu drosseln.

Ankündigung eines Protests ist eingebracht

„Wir hätten dadurch enorm an Leistung verloren“, erinnerte Horner. „Wir würden in eine Situation kommen, in der die Einstellung eines Sensors entscheidet, wer konkurrenzfähig ist und wer nicht.“ Die Ankündigung eines Protestes ist eingebracht. Sollte der formelle Einspruch folgen, werden die Regelhüter der FIA in Paris erst in einiger Zeit über das endgültige Rennergebnis entscheiden.

Ausverkaufte Zeitungen

In Melbourne war die Bestrafung von Ricciardo am Tag danach das große Thema. „Die Zeitungen waren dank des Grand Prix schon in der Früh alle ausverkauft“, sagte der Besitzer eines Minimarktes in der Nähe der Rennstrecke im Albert Park. „Es ist unglaublich, was mit Daniel passiert ist.“ Der Youngster ist sich bereits in seinem ersten Rennen für das Topteam Red Bull in die Herzen der Fans gefahren.

Ricciardo Held beim Heimrennen

Auf dem Podest wischte sich Ricciardo eine Träne aus dem Auge. Von der Unterstützung seiner Landsleute war er überwältigt. „Es gibt einen neuen Lokalhelden“, meinte die „Herald Sun“. Nahtlos hat er von seinem Vorgänger Mark Webber übernommen, der es in zwölf Anläufen zu Hause nie auf das Podest geschafft hat. „Der Australier beweist, dass er ein würdiger Ersatz für Webber ist“, lobte die Zeitung „The Age“.

Bisher größter Erfolg

Noch vor einer Woche war der Sonnyboy aus Perth der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich bekannt. Ricciardos bestes Ergebnis für das Red-Bull-Zweitteam Toro Rosso war ein siebenter Platz gewesen. Nun leidet ein ganzes Land mit ihm. „Die Fans drehen den Motor hoch für unseren Dan“, schrieb die „Herald Sun“. Australien hat ein neues Formel-1-Idol – ob mit oder ohne Disqualifikation.

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  • hellipirelli

    Die „Trottel“, wie Sie sie nennen, waren die Rennmotorenabteilungen der teilnehmenden Automobilhersteller. Man hat früher mit Querschnittsbegrenzungen und Waste Gates probiert, Chancengleichheit zu schaffen. Wurde alles manipuliert (z.B. von Toyota Köln bei den Celicas in der Rallye-WM). Was würden Sie sagen, wenn ein Team seine Heckflügel öfter und länger flach stellen darf als alle anderen – wäre doch ungerecht, nicht? Genauso ist es ungerecht, wenn einer (hier Red Bull) pro Sekunde mehr als die erlaubten 27,7 Gramm einspritzt, weil man sieht, dass man mit den 100kg Sprit leicht durchkommt, zumal die FIA gütiger Weise das Safety Car 4 Runden kreisen hat lassen. Der Effekt ist nämlich derselbe: das Auto geht schneller, Überholvorgänge werden erleichtert.

  • Ravenbird

    Welcher Trottel hat sich das überhaupt ausgedacht? Die Spritmenge pro Rennen ist limitiert. Das sollte ausreichen und gilt für jeden gleich.
    Diese „Sensoritis“ gehört auf nachvollziehbare Meßpunkte beschränkt, alles andere bietet Raum für Lobbyismus und Trickserei.
    WEG DAMIT!

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