Caterham verkaufte Rennanzüge, Helme, Meetings und Teile der Rennwagen um sich den Start in Abu Dhabi leisten zu können. © Mark Thompson/Getty Images
 

Caterham hat’s geschafft: Start in Abu Dhabi gesichert

Das insolvente Caterham-Team wird beim Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi starten.

14.11.2014 APA

Mithilfe von Spenden-Millionen kann das insolvente Caterham-Team doch beim Formel-1-Saisonfinale am 23. November in Abu Dhabi starten. Der Rennstall habe über Crowdfunding genügend Geld bei Fans und Sponsoren eingesammelt, um die Teilnahme am letzten Saisonlauf kommende Woche sicherzustellen.

Zur Höhe der bisher gespendeten Summe machte das Team zunächst keine Angaben. Medienberichten zufolge flossen rund 2,4 Millionen Euro in die leeren Kassen.

Längerfristig braucht Caterham noch etwas mehr Geld

Ursprünglich hatte der Rennstall erklärt, knapp drei Millionen Euro für die Reise nach Abu Dhabi auftreiben zu müssen. An den jüngsten Rennen in den USA und Brasilien hatte Caterham wegen seiner finanziellen Notlage nicht teilnehmen können. Auch die Zukunft über diese Saison hinaus ist keineswegs gesichert. „Noch brauchen wir ein wenig mehr Cash“, räumte Insolvenzverwalter Finbarr O’Connell ein. Mit dem Start in Abu Dhabi wolle man das Team ein weiteres Mal ins Schaufenster für interessierte Käufer stellen.

Caterham starte in Abu Dhabi, aber wer fährt anstelle von Ericsson?

Welche Piloten für Caterham beim Saisonfinale fahren werden, blieb zunächst offen. Marcus Ericsson hatte seinen Vertrag in dieser Woche mit sofortiger Wirkung gekündigt. Er wechselt im kommenden Jahr zu Sauber. Zweiter Stammfahrer bei Caterham war in dieser Saison der Japaner Kamui Kobayashi.

Caterham war Ende Oktober in die Insolvenz gerutscht. Auch der Marussia-Rennstall hatte zu diesem Zeitpunkt seine Zahlungsunfähigkeit öffentlich gemacht. Das Nachzüglerteam wurde inzwischen aufgelöst und wird damit wohl aus der Konstrukteurswertung gestrichen, die über die Verteilung der Einnahmen entscheidet. Caterham könnte bei einem Start in Abu Dhabi dieser Anteil an den Formel-1-Vermarktungsmillionen zufallen.

Für Ecclestone ist die Aktion ein Desaster

Wohl auch deshalb kam der Insolvenzverwalter auf die ungewöhnliche Idee des Crowdfundings. Chefvermarkter Bernie Ecclestone hatte dies als „Desaster“ bezeichnet und erklärt: „Wenn Leute es sich nicht leisten können, in der Formel 1 zu sein, dann müssen sie etwas anderes machen. Wir wollen keine Bettler.“

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