EPA / Srdjan Suki / picturedesk.com
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Ecclestone will den Nürburgring kaufen

Der britische Formel-1-Boss hat ein Kaufangebot für den traditionsreichen Nürburgring gemacht.

16.01.2014 APA

Aktuell ist Bernie Ecclestone von einer Anklage wegen des Verdachts der Bestechung betroffen und wird in dieser Causa vor Gericht erscheinen müssen. Zuvor war bekannt geworden, dass sich der Formel-1-Boss um den Kauf des Nürburgrings bemüht.

Angebot für den Nürburgring wurde gemacht

„Wir haben ein Angebot gemacht und warten nun, ob es akzeptiert wird“, sagte Ecclestone in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ und dem „Handelsblatt“, das am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde. „Wir glauben, dass wir für den Nürburgring mehr leisten können als jeder andere.“

Ein bis zwei Konkurrenten

Ecclestone hat jedoch im Ringen um die deutsche Traditions-Rennstrecke in der Eifel noch Konkurrenz: „Es gibt einen oder zwei weitere Interessenten“, sagte er. Dazu gehört auch der im Motorsport aktive Autozulieferer Capricorn aus Düsseldorf, wie zuletzt durchgesickert war.

EU-Verbot für weitere finanzielle Unterstützung

Noch im Sommer hatte Ecclestone beim Nürburgring abgewunken. Die insolvente Rennstrecke steht zum Verkauf, nachdem sich das Land Rheinland-Pfalz mit dem Plan verhoben hatte, das Areal um die berüchtigte „Nordschleife“ zu einem Tourismus-Zentrum mit Hotels und einem Freizeitpark auszubauen. Die EU verbot dem Land weitere finanzielle Unterstützung, der „Ring“ ging Pleite.

Die Korruptionsvorwürfe gegen Ecclestone

„Wir wollen sicherstellen, dass es auch in Zukunft jedes Jahr ein Formel-1-Rennen in Deutschland gibt“, sagte Ecclestone. Bisher finden die Rennen abwechselnd in der Eifel und auf dem Hockenheimring bei Mannheim statt. Der 83-jährige Brite steht im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen rund um den Verkauf der Formel 1 an den Finanzinvestor CVC im Jahr 2005 unter Beschuss.

Kaufpreis von mehr als 100 Millionen Euro erhofft

Ob Ecclestone für die Formel-1-Gesellschaft bietet oder als Privatmann, blieb in dem Vorabbericht ebenso offen wie die Frage, ob es der 83-Jährige nur auf die Rennstrecke selbst oder auch auf die Infrastruktur rundherum abgesehen hat. Potenzielle Käufer können für den gesamten Komplex oder für einzelne Teile bieten. Die Sanierer des Rings erhoffen sich einen Kaufpreis von mehr als 100 Millionen Euro.

Demonstration gegen den Verkauf des Nürburgrings

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Jeder Bieter ist willkommen

Ein Sprecher des Sanierers und des Sachwalters wollte sich nicht zu Namen der Bieter äußern. „Jeder, der ein interessantes Angebot abgibt, ist herzlich willkommen“, sagte er nur. Der Bieterprozess soll wie geplant bis Ende März abgeschlossen sein. „Wir sind im Endspurt.“

Beschwerde gegen das Verkaufsverfahren

Der Zeitplan könnte allerdings noch ins Wanken geraten. Der Automobilclub ADAC und der Verein „Ja zum Nürburgring“ haben nach Berichten der „WirtschaftsWoche“ bei der EU-Kommission Beschwerde gegen das Verkaufsverfahren eingelegt. Der ADAC hatte ebenfalls für den Ring geboten, aber zu wenig, und ist deshalb vorläufig aus dem Rennen. Das Angebot wurde „geparkt“.

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