© Lars Baron/Getty Images
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Hamilton missachtet Teamorder: Bei Mercedes gehen die Wogen hoch

Jetzt droht neue Eiszeit zwischen Mercedes-Rivalen. Lauda zeigte Verständnis für Hamilton, dessen turbulentes Wochenende mit einem Podestplatz endete.

27.07.2014 APA

Budapest war für Lewis Hamilton 2014 eine atemberaubende Hochschaubahn der Gefühle. In den Trainings bestach der Brite mit drei Bestzeiten, der Weg zu Rekordsieg Nummer fünf auf dem Hungaroring schien frei. Im Qualifying dann der große Schock – Motorschaden in den Anfangsminuten. Hamilton musste daher das Rennen am Sonntag von der Boxengasse aus in Angriff nehmen. Es folgte eine Sensationsfahrt.

Hamilton brachte den brennenden Mercedes noch zu Streckenposten mit Feuerlöschern. © REUTERS/Darko Bandic/Pool

Hamilton brachte den brennenden Mercedes noch zu Streckenposten mit Feuerlöschern. © REUTERS/Darko Bandic/Pool

Am Ende belegte der 29-Jährige Rang drei, einen Platz vor seinem aus der Pole Position gestarteten deutschen Teamkollegen Nico Rosberg. Und damit verließ Hamilton, Ungarn-Gewinner 2007, 2009, 2012 und 2013, auch diesmal Budapest als Sieger, zumindest als psychologischer. „Diese Leistung ist extrem hoch einzustufen. Es fühlt sich definitiv besser als so mancher Sieg an“, versicherte Hamilton am Sonntag.

Lauda und Pizza zur Frustbewältigung

24 Stunden davor hatte Hamilton nach dem Qualifying noch stinksauer seine Lieblingsstrecke verlassen. Am Abend fasste der Brite dann aber schnell neue Zuversicht. Gemeinsam mit Niki Lauda saß Hamilton gut gelaunt im Restaurant „Q“ im Zentrum Budapests und ließ sich eine Pizza schmecken. Wenige Meter daneben saß übrigens zufällig auch die Teamspitze von Red Bull.

Die prominenten Gäste sorgten für einen Fan-Ansturm aufs Restaurant. Ein Blitzlichtgewitter in Richtung der beiden Rotkappen Hamilton und Lauda war die Folge. Als Hamilton gegen 22.30 Uhr das Lokal verließ, mussten sogar zwei Köche als Bodyguards einspringen, um den Weg zum wartenden Mercedes-Taxi freizumachen. Im Vergleich dazu fast unerkannt konnte Rosberg die Heimreise antreten.

Nach Teamorder droht neue Eiszeit zwischen den Rivalen

Ein Bild mit Symbolcharakter – Rosberg führt zwar die WM an, für die Schlagzeilen und fürs Spektakel sorgt aber sein Teamkollege. Und nun droht zwischen den eigentlich seit Kindertagen befreundeten WM-Rivalen eine neue Eiszeit. Eine von Hamilton nicht befolgte Teamorder spaltet die Silberpfeile.

© REUTERS/Laszlo Balogh

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„Ich war sehr geschockt, dass mich das Team darum gebeten hat, ihn vorbeizulassen“, sagte Hamilton. Rosberg kochte innerlich vor Ärger über seinen Stallrivalen. „Das muss ich jetzt erstmal anschauen und mit dem Team diskutieren“, erklärte der sichtlich wütende Rosberg auf Fragen nach dem Zweikampf mit Hamilton.

Hamilton lag vor dem mit Pech beim Boxenstopp-Timing und Bremsproblemen kämpfenden Rosberg. Wegen unterschiedlicher Reifenstrategien erhielt Hamilton von der Box die Anweisung, den Deutschen ziehen zu lassen, verweigerte dies jedoch.

Lauda: „Entscheidung von Lewis war richtig“

Team-Aufseher Lauda schlug sich auf die Seite des WM-Zweiten. „Ich finde die Entscheidung von Lewis richtig und normal“, sagte Österreichs dreifacher Weltmeister und kündigte neuerliche Krisengespräche an. Laudas Landsmann und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff merkte hingegen an, Hamiltons Blockade habe Rosberg vermutlich den Rennsieg gekostet. „Das sind ganz komplexe Themen. Da werden wir uns mit Lewis zusammensetzen“, sagte Wolff.

Trotz der klaren Führung in der Gesamtwertung für Rosberg (202 Punkte) und Hamilton (191) vor dem Budapest-Sieger Ricciardo (131) dürften Mercedes also leidige Diskussionen durch die vierwöchige Sommerpause begleiten.

Lewis Hamilton Twitter

Von Alexander Hofstetter/APA aus Budapest.

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