ayrton senna 1994 im Williams FW16
Senna 1994 beim GP von Brasilien im Williams FW16.
 

Ayrton Senna: Aerodynamik Schuld am Unfall?

Adrian Newey war damals Chefdesigner und äußert sich heute kritisch über die Aerodynamik des Williams FW16.

28.04.2014 APA

Am 1. Mai 1994 verunglückte Ayrton Senna in Imola. Viel wurde über die Unfallursache diskutiert und spekuliert. Adrian Newey war damals Chefdesigner und äußert sich heute kritisch über die Aerodynamik des Williams FW16, die er für den Unfall verantwortlich macht. 20 Jahre nach dem Rennen, das die Formel 1 erschütterte, räumt Newey erstmals ein, Fehler bei der Konstruktion des Autos gemacht zu haben.

Bei der Aerodynamik verrechnet

„Ich hatte mich bei der Aerodynamik des Autos verrechnet“, gesteht Newey, heute Leiter von Red Bull Technology, im Gespräch mit der Online-Ausgabe von auto motor und sport. „Das Fenster an Bodenfreiheiten, in dem das Auto funktionierte, war zu klein.“ Das ist eine Theorie, warum Senna auf dem welligen Kurs in Imola auf den Bodenwellen der Tamburello-Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.

Das Problem des Williams FW16

Newey, in dessen Red-Bull-Autos der Deutsche Sebastian Vettel zuletzt vier Mal in Folge Weltmeister wurde, war die Problematik der Aerodynamik bei einem Test aufgefallen. „Ich stand an der Strecke und habe unser Auto beobachtet. Nogaro war wie Imola eine Strecke mit sehr vielen Bodenwellen. Mir wurde sofort klar, was das Problem unseres Autos war: Die Seitenkästen waren zu lang“, so Newey.

„Aus heutiger Sicht hört sich das lächerlich an“

Dadurch riss beim Eintauchen des Autos vorne der Luftstrom im Diffusor ab, weil das vordere Ende der Seitenkästen der Strecke zu nah kam. „Aus heutiger Sicht hört sich das lächerlich an“, sagte Newey. „Aber wir hatten damals noch nicht die Werkzeuge, um das Problem vorher im Windkanal zu erkennen.“

Unglaubliche Leistung

Doch bis zum Rennen in Imola sei die Zeit zu kurz gewesen, um den Williams entsprechend zu modifizieren. „Der Auftrag war, die Seitenkästen zu verkürzen, aber das haben wir für Imola aus Zeitgründen natürlich nicht mehr hingebracht“, so Newey. Dass der Williams trotzdem in allen drei Rennen auf der Pole Position stand, habe man allein Senna zu verdanken. „Kein anderer Fahrer hätte das mit diesem Auto geschafft.“

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